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Ostholstein Klimaschutz in Ostholstein: Alles nur heiße Luft?
Lokales Ostholstein Klimaschutz in Ostholstein: Alles nur heiße Luft?
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11:32 24.06.2019
Hunderte Schüler demonstrieren am 15. März in Eutin für mehr Klimaschutz und einen schnellen Kohleausstieg. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Ostholstein

Das Ziel ist klar: Der Kreis Ostholstein will bis 2030 seinen CO2-Ausstoß um 30 Prozent gegenüber dem Jahr 2013 verringern. So steht es im Klimaschutzkonzept, das der Kreistag 2016 verabschiedet hat. Das 212 Seiten umfassende Papier enthält eine lange Liste an Vorschlägen, was Ostholstein für den Klimaschutz tun kann, mit Zeithorizont und CO2-Einsparungspotential. Wie geht es mit der Umsetzung voran?

Zieljahr, so steht es im Klimaschutzkonzept, ist das Jahr 2030. Bis dahin soll nicht nur die CO2-Emission deutlich gesenkt werden. Dank Windkraft soll zudem die Produktion von regenerativ, etwa durch Windkraft erzeugtem Strom verdoppelt werden, 15 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien kommen und der Anteil der E-Fahrzeuge spürbar erhöht werden.

Geringe Zahl an E-Autos

Das Ziel, die E-Auto-Quote anzuheben, scheint bisher verfehlt worden zu sein. Zwar steigt die Zahl der Neuzulassungen von Autos mit E-Kennzeichen in Ostholstein stetig an, aber auf sehr niedrigem Niveau. Waren es 2015 lediglich 13 Autos, so sind es in diesem Jahr bis jetzt immerhin 33. Im Jahr 2018 wurde mit 99 Erstzulassungen mit E-Kennzeichen der bisherige Höchstwert erreicht. Allerdings weist der Kreis darauf hin, dass Elektroautos ohne diesen Buchstaben auf dem Nummernschild nicht statistisch erfasst werden.

Wie es mit der Windkraft steht, ist zurzeit völlig unklar. Ob die seit Jahren stockende Ausweisung von Windkraftflächen durch das Land das Ziel verhindert hat, die Produktion von Windstrom zu verdoppeln, wird sich noch erweisen. „Diese Fragen werden erst im Rahmen der Evaluierung beantwortet werden können, mit der derzeit ein externes Büro beauftragt ist“, teilt Kreissprecherin Carina Leonhardt mit.

Zwei Millionen Euro jährlich für Radwege

Zu den kurzfristigen Zielen zum Thema Verkehr gehören Ausbau und Instandhaltung des Radwegenetzes. Da tut sich etwas. „Durch den Kreistag wurden bis 2029 jährlich zusätzlich zwei Millionen Euro für die Instandhaltung der Radwege und Straßen zur Verfügung gestellt“, berichtet Leonhardt weiter. Bei einer Testfahrt auf den kreiseigenen Radwegen in diesem Monat sollen Prioritäten festgelegt werden, welche Radwege wann erneuert werden.

Investitionen des Kreises in Radwege

2016 bis 2018: Deckenerneuerung Radweg an der Kreisstraße 55 auf freier Strecke zwischen Gothendorf und Barkau auf 1,1 Kilometern Länge.

2018 bis 2019: Neubau des Radweges entlang der K 43 auf Fehmarn zwischen Avendorf und Burg auf einer Länge von 3,8 Kilometern.

2019: Deckenerneuerung Radweg an der K 15 zwischen Niendorf und Häven auf 0,5 Kiliometern Länge, Deckenerneuerung Radweg an der K 60 zwischen Grammdorf und Johannesdorf auf 3,6 Kilometern, partielle Deckensanierungsmaßnahmen an diversen Radwegen im Kreisgebiet.

Auf einem anderen Feld hat sich bisher noch gar nichts getan: Schon im vergangenen Jahr sollte damit begonnen werden, Eltern-Taxis einzudämmen. Alternative: der „Walking-Bus“. Dabei sollen sich Grundschüler an festen Haltestellen treffen, um gemeinsam zur Schule zu gehen. Kommentar vom Kreis dazu: „Die Umsetzung dieser Maßnahme ist voraussichtlich im Anschlussvorhaben ab 2020 geplant.“ Gleiches gilt für Einführung eines kreisweiten Fahrzeug-Sharingsystems mit alternativ angetriebenen Autos. Eine Idee, die noch nicht umgesetzt ist.

Gedanken über den Klimaschutz machen sich auch Kommunen in Ostholstein. Das Thema steht seit Jahren auf der Agenda, etwa in Ratekau, das sich sogar offiziell Energieeffizienz-Kommune nennen darf. Ein Titel, verliehen von der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Die Gemeinde Ratekau, die seit Jahre konsequent auf Klimaschutz setzt, hat noch etliche weitere Titel: bienenfreundliche Kommune, Biodiversitäts-Kommune, Klimaschutz-Kommune. Auch Neustadt darf sich jetzt zu den Klima-Kommunen zählen. Die Gesellschaft für Energie und Klimaschutz (EKSH) hat die Stadtwerke für ihr Energieprojekt ausgezeichnet.

Konsequente Klimapolitik in Ratekau

„Wir haben sehr früh eine eigene Umweltabteilung gehabt“, sagt Bürgermeister Thomas Keller (parteilos). Daraus habe sich das alles entwickelt, zumal Verwaltung und Kommunalpolitik an einem Strang gezogen hätten. Auch Ratekau hat ein Klimaschutzkonzept. Die Umsetzung geschieht unter den Stichwörtern Umweltschutz, regenerative Energien und Energiesparmaßnahmen.

Ratekau hat die Dächer seiner kommunalen Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet und gewinnt damit 16 Prozent des selbst verbrauchten Stroms. Die Cesar-Klein-Schule und zwei Sporthallen wurden energetisch saniert, in drei Sporthallen die Beleuchtung auf LED umgestellt. CO2-Einsparung allein dadurch: 206 Tonnen in zehn Jahren.

Susanne Peyronnet

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