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Ostholstein Ratekau bekommt großen Bahnhof an der A 1
Lokales Ostholstein Ratekau bekommt großen Bahnhof an der A 1
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21:41 09.04.2019
So könnte der neue Bahnhof Timmendorfer Strand/Ratekau mit großem Gebäude und Bushaltestellen auf dem Vorplatz aussehen. Quelle: Agentur BahnStadt / stationova GmbH
Timmendorfer Strand/Ratekau

Einen neuen Bahnhof mit „hoher Aufenthaltsqualität“ hat Roland Neumann, Architekt der Agentur „BahnStadt“, im Timmendorfer Verkehrsausschuss vorgestellt. Das Projekt neben der A-1-Anschlussstelle  Ratekau interessierte dort aber weniger als die künftige Erreichbarkeit Timmendorfs und weiterhin die Frage, ob die Bäderbahn nach dem Bau der neuen Bahntrasse zum Belttunnel nicht erhalten werden könne. Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller hingegen will keine Zeit mehr verlieren.

1350 Ein- und Aussteiger an jedem Werktag

Der Entwurf von „BahnStadt“ trägt zumindest teilweise die Handschrift der Gemeinde Ratekau, „wir waren ja in die Planung eingebunden“, sagt Keller. Dabei geht es um das Konzept für den Bahnhof mit Ausnahme der Gleise und der Zuwegung zu den Gleisen – also um alles, was in kommunaler Hand liegt. Architekt Neumann plädiert dabei für einen „eindeutigen regionalen Bezug“ des Bahnhofes. Timmendorfer Strand/Ratekau werde mit prognostizierten 1350 Ein- und Aussteigern an jedem Werktag der „aufkommenstärkste“ Bahnhof in der Region sein. Für Scharbeutz werden 550, für Haffkrug 350 Ein- und Aussteiger vorhergesagt.

Der Vorplatz solle deshalb ein Gebäude mit öffentlichen, barrierefreien Toiletten sowie „personenbesetzten Service“ anstatt ausschließlich Automaten bieten. Denkbar sind laut Neumann ein Kiosk, eine Touristeninformation und/oder ein Bistro. Wichtig seien zudem mindestens vier Bushaltestellen für den Pendelverkehr an die Küste sowie sichere Plätze für Fahrräder. Angedacht sind dabei 36 Sammelschließanlagen sowie 144 Stellplätze für Räder. Für Autos soll es 140 Parkplätze geben plus 15 Kurzzeit-Stellplätze.

Entwurf für den neuen Bahnhof Timmendorfer Strand/Ratekau, westlich der A-1-Anschlussstelle Ratekau. Quelle: Agentur BahnStadt / stationova GmbH

Ein Großteil der Kosten wird über Fördermittel gedeckt

Vorgelagert an der Bäderstraße soll ein Kreisverkehr zum Bahnhof beziehungsweise davon weg führen. Ob das Land die Kosten dafür trägt, müsse noch geprüft werden. Der Bahnhof würde die Kommunen nach dem vorgelegten Entwurf 6,8 Millionen Euro brutto kosten, der Löwenanteil würde allerdings über Fördermittel von Nahverkehrsverbund „NahSH“ finanziert. Nach dieser Rechnung blieben etwa 500 000 Euro, die Timmendorfer Strand und Ratekau jeweils zur Hälfte übernehmen müssten.

Darum ging es aber im Timmendorfer Verkehrsausschuss erst einmal nicht. Dort kam vielmehr die alte Frage nach dem Erhalt der bisherigen Bäderbahn auf, da der neue Bahnhof als viel zu weit weg vom Urlaubsort gilt. Er ist etwa sieben Kilometer vom Seebrückenvorplatz entfernt, vom jetzigen Bahnhof in Timmendorf sind es etwa 1,4 Kilometer bis ans Wasser. Die Gemeinde Timmendorfer Strand hat eine Beratungsgesellschaft beauftragt, die prüfen soll, ob und wie die bisherige Trasse weiter genutzt werden kann. „Das Ergebnis erwartet wir Mitte des Jahres“, sagt der Ausschuss-Vorsitzende Jan Karthäuser (Grüne). Erst dann könne man den künftigen Bahnhof planen, „und es dauert sicher noch zwei bis drei Jahre, bis die Pläne so konkret sind, dass nichts mehr daran geändert werden kann“.

Ratekau will noch Aufzüge zu den Gleisen fordern

„Es gibt durchaus ein Zeitfenster für unsere Forderungen an Bund und Land“, erklärt hingegen Ratekaus Bürgermeister Keller. „Auf jeden Fall noch in diesem Jahr“ müsse das Paket für den Bundestag geschnürt werden. Ratekau will darin beispielsweise Aufzüge zu den Gleisen fordern – bisher sind nur Rampen vorgesehen. Zwar gehört der Gemeinde die betroffene Fläche westlich der Autobahnabfahrt noch nicht, „aber der Bahnhof liegt komplett auf unserem Gebiet, und wir werden auch allein die Bauleitplanung umsetzen“, kündigt der Ratekauer Bürgermeister an. Die Gemeinde Timmendorfer Strand müsse entscheiden, inwieweit sie sich einbringen wolle.

Sabine Latzel

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