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Ostholstein Feuerwehrleute parken in Scharbeutz künftig kostenlos
Lokales Ostholstein Feuerwehrleute parken in Scharbeutz künftig kostenlos
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10:16 25.09.2019
Im Einsatzfall sollen die Feuerwehrleute natürlich schnellstmöglich zum Ort des Geschehens gelangen – auch deshalb dürfen sie in der Gemeinde Scharbeutz künftig alle öffentlichen Parkplätze kostenlos nutzen. Quelle: Lutz Roeßler
Scharbeutz

Die Gemeinde Scharbeutz will ihre Feuerwehrleute beim ehrenamtlichen Einsatz weiter unterstützen: Die 211 aktiven Feuerwehrleute sollen künftig alle öffentlichen Parkplätze in der Gemeinde kostenlos nutzen dürfen. Bislang galt das nur für die Großparkplätze, etwa an der Pönitzer Chaussee oder am Hamburger Ring. Die Regelung wird jetzt nach einem Antrag der CDU-Fraktion erweitert.

Praktischer Nutzen – und Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements

„Unsere Feuerwehrleute müssen überall parken können, damit sie so schnell wie möglich zum Einsatz kommen“, erklärt Gabriela Prehn (CDU), Vorsitzende des Scharbeutzer Brandschutzausschusses. Dessen Mitglieder votierten einstimmig für die neuen Parkmöglichkeiten, berichtet sie. Schließlich seien die Kameradinnen und Kameraden „ständig in 24-stündiger Rufbereitschaft. Wenn sie zum Beispiel einen Strandbesuch tätigen, so ist es unabdingbar, dass sie schnellstmöglich ihr Auto erreichen, um zu ihrem Feuerwehrgerätehaus zu gelangen“, heißt es in dem Antrag.

Neben den praktischen Auswirkungen motiviere die allgemeine Parkerlaubnis zudem, sich bei der Feuerwehr zu engagieren, sagt Gabriela Prehn. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung wird der Beschluss in den kommenden Wochen umgesetzt, wenn die für die entsprechenden Ausweise benötigten Fahrzeug-Kennzeichen der Feuerwehrleute vorliegen.

Weiterer Bonus neben dem „Füürwehr-Pott“

„Grundsätzlich positiv“ bewertet der Scharbeutzer Gemeindewehrführer Patrick Bönig die Neuregelung. „Das Thema schwelt bei uns seit einigen Jahren. Es kann nützlich sein, wenn die Kameradinnen und Kameraden im Einsatzfall nicht erst einmal einen halben Kilometer zu ihrem Auto laufen müssen“, sagt er. Die 211 Aktiven in Scharbeutz tragen ständig einen Funkmelde-Empfänger mit sich und seien somit rund um die Uhr erreichbar. „Am Ende zählt natürlich jede Frau und jeder Mann“, sagt Bönig. Abgesehen davon sei die neue Parkerlaubnis auch „eine Anerkennung der ehrenamtlichen Tätigkeit“.

Firmen unterstützen Feuerwehren

Neue Fahrzeuge für die Wehr

Die Gemeinde Scharbeutz bietet damit ihren Brandschützern einen weiteren Bonus für ihr Engagement. Bislang konnten die Feuerwehrleute bereits die Großparkplätze kostenlos nutzen. Aus dem „Füürwehr-Pott“, den die Gemeinde jährlich mit 25 000 Euro füllt, gibt es Essens- und Tankgutscheine sowie Jahres- und Eintrittskarten als Dankeschön. Zudem investiert die Gemeinde regelmäßig in das Equipment ihrer sechs Wehren. So werden beispielsweise am Donnerstag drei neue Fahrzeuge an die Ortswehr Scharbeutz und an die Gemeindewehr übergeben: ein Hilfeleistungs- und Löschgruppenfahrzeug (HLF 10), ein Mehrzweckfahrzeug (MZF) und ein Gerätewagen-Logistik (GW-L).

Auch in anderen Gemeinden dürfen Feuerwehrleute kostenlos parken

Vorreiter beim kostenlosen Parken für Feuerwehrleute im Kreis Ostholstein war im Jahr 2014 die Stadt Fehmarn, wo die Brandschützer zudem gratis das Erlebnisbad „Fehmare“ besuchen können. Kostenlos in ihrer Gemeinde parken dürfen seit 2014 auch die Feuerwehrleute in Kellenhusen, wo die Angehörigen der Jugendwehr außerdem gratis ins Schwimmbad kommen. In Timmendorfer Strand gibt es aus einem Motivationstopf – jährliche Füllmenge mittlerweile 25 000 Euro – Gutscheine unter anderem für die Ostseetherme, den Hansa-Park oder die Eisdiele.

Aus dem Ratekauer Feuerwehr-Motivationstopf, der jährlich 12 000 Euro enthält, werden vorwiegend die Kosten für die Lkw-Führerscheine bestritten und die Kinder- und Jugendarbeit finanziert. Dort besuchen zudem die Mitglieder der Jugendwehr kostenlos die Badeanstalt Offendorf. Gescheitert ist hingegen vor sieben Jahren der Versuch, den Einsatzkräften in Eutin pro Einsatz 2,50 Euro zu zahlen: Die Stadtvertreter lehnten diesen Antrag ab.

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