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Ostholstein Freie Wählergemeinschaft vor Zerreißprobe
Lokales Ostholstein Freie Wählergemeinschaft vor Zerreißprobe
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18:43 23.11.2018
In ihrem Engagement gegen ein Hotel an der Stadtbucht waren sie sich noch einig: Olaf Bentke, Sigrid Jürß, Malte Tech und Heinz Lange (v. l.). Quelle: Benthien
Eutin

Die Freie Wählergemeinschaft in Eutin zerlegt sich offensichtlich gerade selbst. Der Fraktionsvorsitzende Malte Tech erhebt in einer Pressemitteilung schwere Vorwürfe gegen seine Stellvertreterin Sigrid Jürß und seinen Fraktionskollegen, den FWE-Vorsitzenden Olaf Bentke. Letzterer habe sich nach der Kommunalwahl 2018 „als AfD Wähler und Björn-Höcke-Sympathisant geoutet“, sagte Tech. Sigrid Jürß solle nach dem Vorbild von Alice Weidel die FWE feindlich übernehmen, um danach Olaf Bentke dazu zu verhelfen, 2. stellvertretenden Bürgermeisters zu werden. Jürß war mit ihrer Kandidatur gescheitert. Techs Vorwürfe münden in die Forderung, dass beide die FWE freiwillig verlassen sollen.

Sigrid Jürß und Olaf Bentke konterten, Tech stelle „offensichtlich unwahre und wirre Behauptungen“ auf, weil er Angst vor einer möglichen Abwahl habe. Hintergrund ist eine bevorstehende Sitzung am Montag, 3. Dezember. „Die Fraktion hat beschlossen, einen Vorsitzenden zu wählen. Und es kann sein, dass jemand gewählt wird, der möglicherweise nicht Herr Tech ist“, sagte Sigrid Jürß den LN am Freitag. In Teilen der Fraktion gebe es eine große Unzufriedenheit mit der Arbeit und der Führung des derzeitigen Fraktionsvorsitzenden Malte Tech. Dass dieser sie in die Nähe von AfD und Rechten rücke, wies Sigrid Jürß mit einem Lachen zurück: „Man kann vieles über mich sagen, aber ich bin durch und durch Demokratin.“

(Noch-)Fraktionschef spricht von arglistiger Täuschung

Der Fraktionsvorsitzende Tech hatte verbreitet: „Durch arglistige Täuschung ist es neuen rechtsgerichteten Mitglieder der Fraktion der FWE gelungen, sich Vertrauen zu erschleichen.“ In konspirativen Treffen habe sich eine Gruppe in unfairer Weise hinter seinem Rücken getroffen und die oben genannte Übernahme vereinbart. Tech erhob weitere Vorwürfe: „Die Ausschussarbeit von Sigrid Jürß und Olaf Bentke ist darüber hinaus von mangelndem Sachverstand geprägt und lässt auch keine Beschäftigung mit entsprechenden Themen erkennen.“ Vor wenigen Monaten hatte er Jürß noch eine „Juristin mit herausragenden Fähigkeiten, eine sehr kluge Frau“ genannt.

Er habe die FWE-Mitglieder nach Bekanntwerden der Vorgänge über die Entwicklung informieren wollen und um die aktuelle Mitgliederliste gebeten, sagte Tech. Die Herausgabe sei jedoch von Olaf Bentke verweigert worden, nachdem die Volljuristin Sigrid Jürß dieses mit Datenschutz begründet habe, sagte Tech. Die Spaltungsabsicht dieser Gruppe sei schon im Abstimmungsverhalten am 13. November deutlich geworden . „Das war ausdrücklich vom Kern der FWE weder gewollt noch akzeptiert“, sagte Malte Tech. Im Kulturausschuss in der vergangenen Woche hatten die FWE-Vertreter Olaf Bentke, Ulrike Wörle und Manfred Ehmke den Kulturförderanträgen stets zugestimmt – den Haushaltsentwurf des Ausschusses wollten sie aber nicht mittragen. Alle drei enthielten sich bei der Abstimmung.

Die „fortschrittlichen Kräfte“ wollen weitermachen

Malte Tech kündigte an: „Die fortschrittlichen Kräfte der FWE geben ihren Mitgliedern das Versprechen, dass sie sich dennoch wie bisher in den 22 Jahren ihres Bestehens weiter für deren Belange aktiv einsetzen werden.“ Im Wissen, die Mehrheit der Mitglieder hinter sich zu haben, verspreche er, „die FWE nicht kampflos dem rechten Rand zu überlassen“.

Als Unterzeichner der am Freitag von Tech verschickten Pressemitteilung waren ebenfalls Heinz Lange, Gerd Heiligenstühler und Lothar Sperling aufgeführt. „Wir möchten darauf hinweisen, dass Herr Gerd Heiligenstühler von der Mail des Herrn Tech keine Kenntnis hatte und den Inhalt nicht teilt“, hieß es dazu von Sigrid Jürß. Gerd Heiligenstühler war für die LN am Freitag nicht erreichbar.

Ulrike Benthien

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