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Ostholstein Kreistag will bei der Geburtshilfe genau hinschauen
Lokales Ostholstein Kreistag will bei der Geburtshilfe genau hinschauen
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21:15 26.05.2017
Im Sommer 2014 wurde die Geburtsstation in der Sana-Klinik in Oldenburg geschlossen. Quelle: Foto: Holger Marohn
Eutin

Auch nach Schließung der Geburtshilfe in Oldenburg im Sommer 2014 kommt es in Ostholstein nur selten zu Notfallsituationen mit Schwangeren. Dennoch will der Kreistag die Entwicklung genau verfolgen. Einstimmig beauftragte der Ausschuss für Soziales, Sicherheit und Gesundheit die Verwaltung, immer in der ersten Ausschusssitzung des Jahres detailliert zu berichten.

Ein weiteres Thema war die Bilanz der Heimaufsicht. Danach wächst im Kreis die Personalnot in der Altenpflege und Eingliederungshilfe.

Bei der Geburtshilfe will der Ausschuss unter anderem wissen, wie sich die Einsätze im Rettungsdienst mit Schwangeren aus dem Nordkreis entwickeln, wie viele Kinder in ganz Ostholstein im Rettungswagen geboren werden oder wie es um das so genannte Boarding steht, das die Sana Klinik Eutin werdenden Müttern anbietet. Sie können schon vor der einsetzenden Geburt ein Appartement in der Nähe der Klinik beziehen. Das soll ihnen die Sorge nehmen, die Klinik nicht mehr rechtzeitig zu erreichen. 24 Frauen nutzten seit 2015 das Angebot, darunter aber keine Schwangeren aus Fehmarn, Heiligenhafen oder Großenbrode.

Die Stellungnahme der Verwaltung zur Studie der OptiMedis AG, die im Auftrag des Kieler Gesundheitsministeriums die geburtshilfliche Versorgungssituation in Ostholstein unter die Lupe genommen hatte, weist für 2016 drei Neugeborene in einem Rettungswagen aus. Die Kinder kamen bei Fahrten von Timmendorfer Strand, Grömitz und Dahme nach Eutin zur Welt. Zu 16 Rettungsdiensteinsätzen mit Schwangeren kam es im vergangenen Jahr im Nordkreis, bei drei Einsätzen war ein Notarzt erforderlich. Von Januar bis April 2017 gab es 15 Einsätze, vier davon mit Notarzt. Insgesamt seien die Einsätze „professionell und kompetent“ verlaufen, hielt Fachbereichsleiterin Gabriele Hebel fest.

Damit das Personal im Rettungsdienst werdenden Müttern noch besser zur Seite stehen kann, wird es künftig Entbindungen an einer lebensgroßen Puppe und einem Baby-Simulator durchspielen.

„Sim-Mom“ und „SimNewB“, Simulator-Mama und Simulator-Neugeborenes, heißt das doppelt angeschaffte Paar. Nachgestellt werden die Entbindungen in einem Simulations-Rettungswagen. 111 800 Euro hat das Kieler Gesundheitsministerium dem Universitätsklinikum SH für die Geräte zur Verfügung gestellt. Anfang März wurden sie übergeben, noch aber fehlt das Konzept für die Schulungen.

So gut wie vom Tisch ist nach Darstellung von Gabriele Hebel eine Hebammen-Rufbereitschaft im Nord-Kreis. Die Hebammen seien unverändert nicht zur dafür erforderlichen 24-stündigen Erreichbarkeit bereit, sie hätten sich auf die Vor- und Nachsorge umorientiert. Aktuell gibt es im Kreis 50 Hebammen. Im Oktober 2015 waren es noch 42.

„Der Fachkräftemangel ist in Ostholstein angekommen“, berichtete Jürgen Krüger, zuständig für die Heimaufsicht. Die Personalausstattung mancher stationären Einrichtung lasse zu wünschen übrig.

Hätten 2013/14 noch 38 Heime die erforderliche Fachkraftquote von 50 Prozent unterschritten, seien es 2015/16 bereits 41 gewesen. Bei großen Einrichtungen gebe es mehr Probleme als bei kleineren.

Inzwischen habe sich ein Wettbewerb um Fachkräfte entwickelt.

Zum Teil erhebliche Probleme stellte die Heimaufsicht bei der Arzneimittelsicherheit fest. Zwei Heime mussten mit Ordnungsverfügungen und Zwangsgeld dazu gebracht werden, ihren Bewohnern die ärztlich verordneten Medikament rechtzeitig und in der korrekten Dosis zu verabreichen.

In der Pflege, so Krüger, müsse rund um die Uhr mindestens eine Fachkraft präsent sein, in der Eingliederungshilfe abgestuft nach den zu Betreuenden. Als extrem bezeichnete er den Fall einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung. Dort halte es der Träger für ausreichend, Hilfskräfte allein in geschlossenen Wohnbereichen einzusetzen, wo sie es mit Menschen zu tun hätten, die unter schwersten psychischen Erkrankungen leiden. Diese könnten zu Gewalt gegen Mitbewohner und Personal führen. Die Heimaufsicht habe den Träger deshalb per Ordnungsverfügung aufgefordert, für Fachpersonal zu sorgen. „Zu unserer Verwunderung hat der Träger dagegen Klage erhoben“, berichtete Schröder. Den Namen der Einrichtung nannte er nicht.

pet

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