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Ostholstein Kreuzung entschärfen, Ruine beseitigen
Lokales Ostholstein Kreuzung entschärfen, Ruine beseitigen
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20:10 24.07.2018
Das Traditionsgasthaus „Süseler Baum“ wurde bei einem Feuer im April 2007 schwer beschädigt und nicht wieder aufgebaut. Nach einem Eigentümerwechsel sollte die Ruine abgerissen werden. Das geriet aber ins Stocken.
Süsel

Das Feuerwehrgerätehaus in Röbel – eingeweiht im Dezember 2017 – hat Boonekamp schon in den Monaten vor seiner Wahl mehrfach besucht, um die Schäden zu begutachten. Wie mehrfach berichtet, war in dem Gebäude im Januar, nur wenige Woche nach der offiziellen Übergabe, Schimmel festgestellt worden. Eine Folge von Feuchtigkeit, die an mehreren Stellen eingedrungen war.

Seit Ende Juni ist Adrianus Boonekamp (CDU) ehrenamtlicher Bürgermeister in Süsel. Um sich ein umfassendes und aktuelles Bild der 15 Dorfschaften zu machen, fährt er in der Sommerpause durch die Gemeinde. Im Gespräch äußert er sich zu Wahlkampfansagen und aktuellen Themen.

Nach der Ursache wurde monatelang gesucht. Boonekamp lag mit seiner, schon im April geäußerten Vermutung, dass es ein Fehler gewesen sei, keine Drainage zu bauen, richtig. Wie ein zweites Bodengutachten jüngst bestätigte, ist der Boden unter und um das Feuerwehrhaus sehr feucht. „Früher gab es hier einen Brunnen, der immer Wasser führte“, hatte der Bürgermeister und frühere CDU-Fraktionschef, bereits im Frühjahr gesagt.

„Vor dem Bau des Gerätehauses ist ein Erdaushub gemacht und das Loch mit Sand verfüllt worden. Darunter liegt eine Lehmschicht. Bei dem extremen Regen, den wir im vergangenen Herbst hatten, ist das Wasser von außen in die Grube gelaufen wie in ein Schwimmbassin. Das Wasser ist peu à peu gestiegen und hat dann von unten gegen die wasserdurchlässige Bodenplatte gedrückt“, schildert Adrianus Boonekamp. Er ärgert sich doppelt: zum einen, weil den Gemeindevertretern seinerzeit versichert worden sei, das Gerätehaus werde auf einer wasserundurchlässigen Betonplatte errichtet. Zum anderen:

„Wäre damals gleich eine Drainage gelegt worden, wäre es viel kostengünstiger gewesen.“

Rund 25000 Euro, so schätzt der Bürgermeister, wird diese inklusive der erforderlichen Arbeiten jetzt kosten. Die Beseitigung aller Schäden wird ein Vielfaches verschlingen. Nach einer groben Schätzung der Verwaltung rund 170000 Euro netto. Er sei sich mit Bauamtsleiter Hennig Schröter einig, sagt Boonekamp, dass die Drainage zügig gelegt werden müsse, damit bei eventuellen Regenfällen kein weiteres Wasser „ins Schwimmbassin“ laufen könne. Er sagt: „So verrückt es klingt: Wir können von Glück reden. Hätte es vergangenes Jahr nicht so heftig geregnet, wäre das Problem nicht aufgefallen und das Wasser schleichend ins Gebäude eingezogen. Das wäre erst Jahre später bemerkt worden.“

Ein Dorn im Auge sind dem neuen Mann im Rathaus die Überreste des ehemaligen Landgasthofes „Süseler Baum“ an der L 309. „Das ist ein Schandfleck für Süsel, der muss weg.

Alle, die dort vorbeifahren, haben das Ding im Kopf, wenn sie in die Ortschaft kommen“, sagt Boonekamp. Schon sein Vorvorgänger im Amt, Dirk Maas (SPD), hatte vergeblich versucht, die Eigentümer des Grundstücks zu bewegen, die Brandruine zügig abzutragen (2007 hatte es im früheren Traditionslokal ein Feuer gegeben). „So lange keine Gefahr für Fußgänger und den Straßenverkehr besteht, haben wir aber keine Handhabe“, ist auch Boonekamp bewusst.

Die derzeitige Sperrung der alten B 76 für den Durchgangsverkehr von und nach Neustadt ist als Verkehrsversuch gedacht, für Boonekamp aber „ein Fehlversuch“. Erst seien die Hinweisschilder für Autofahrer zu klein gewesen, jetzt würden sie falsch stehen, bemängelt der Bürgermeister. Hintergrund des Verkehrsversuchs ist das Bemühen der Gemeinde, an der Kreuzung einen Kreisel oder zumindest eine Ampel installieren zu lassen. Mehrfach hatte es dort in der Vergangenheit schwere Unfälle gegeben, auch mit tödlichem Ausgang. „Und viele Beinahe-Unfälle. Wer aus Süsel kommt, kann die L 309 Richtung Neustadt kaum einsehen“, sagt Adrianus Boonekamp. Bevor dort aber bauliche Veränderungen erfolgen könnten, habe der Kreis den Verkehrsversuch vorgeschrieben. „Es soll beobachtet werden, wie sich das Verkehrsaufkommen am Süseler Baum verändert, wenn die alte B 76 für den Durchgangsverkehr geschlossen wird“, erläutert Boonekamp.

Die Stadt Eutin teilt auf Anfrage mit, sie habe eine professionelle Firma für Verkehrszählungen beauftragt, gezählt werde per Videokamera im 24-Stunden-Rhythmus. Erstmals sei das am vergangenen Donnerstag geschehen. Dazu seien mehrere Kameras im Kreuzungsbereich eingesetzt worden, heißt es aus dem Rathaus. Jetzt werde ausgewertet, weitere Zählungen würden folgen.

Die Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Eutin aufzukündigen – das hatte die Süseler CDU vor der Kommunalwahl lautstark angekündigt. „Nach der Sommerpause wird die Gemeindevertretung darüber beraten“, sagt Adrianus Boonekamp jetzt deutlich moderater. „Wir müssen abstecken, wo die Probleme liegen.“ Fraktionskollegen und er seien der Meinung, für das Geld, das Süsel an Eutin zahle – rund 720000 Euro pro Jahr – gebe es nicht die entsprechende Leistung. „Es dauerte oft zu lange, dass Aufträge für uns abgearbeitet wurden.“ Deutschlandweit wisse er von vielen Verwaltungen, die sich von Städten losgesagt und mit ländlichen Gemeinden zusammengetan hätten, „aber das ist ein weiter Weg“, sagt Adrianus Boonekamp. Die CDU Süsel liebäugelt mit dem Amt Ostholstein-Mitte (Schönwalde).

Von Ulrike Benthien

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