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Ostholstein Weltgrößte Nagellack-Sammlung in Schönwalde präsentiert
Lokales Ostholstein Weltgrößte Nagellack-Sammlung in Schönwalde präsentiert
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12:01 27.05.2019
Mal etwas anderes: Marc Dobkowitz vom Dorf- und Schulmuseum hat einen Teil der größten Nagellack-Sammlung der Welt ins beschauliche Schönwalde am Bungsberg geholt. Quelle: Saskia Bücker
Schönwalde am Bungsberg

Einhorn und Panda, Glitzer und Herzchen, Disneyfiguren und Fußballmotive: Im Dorf- und Schulmuseum in der 2533 Seelen zählenden Gemeinde Schönwalde am Bungsberg gastiert seit Sonntag eine Ausstellung der besonderen Art. Die Hamburgerin Carolin Gorra präsentiert bis Ende September einen Teil ihrer 11 370 Nagellacke umfassenden Sammlung in Ostholstein. Marc Dobkowitz vom Förderverein des Museums hofft, dass die etwas andere Ausstellung mehr Besucher nach Schönwalde zieht.

Das Dorfmuseum in Schönwalde am Bungsberg präsentiert sich auffallend schrill. Derzeit gibt es eine Sonder-Ausstellung mit Nagellacken der Hamburgerin Carolin Gorra. Weltrekord: Sie besitzt 11 370 Lacke.

Es war ihr großer Traum – ihre Nagellacke in einem Museum ausstellen. Das hatte Carolin Gorra in einem Zeitungsinterview erzählt. Und plötzlich meldete sich Marc Dobkowitz vom Dorf- und Schulmuseum aus Schönwalde am Bungsberg bei ihr. „Ich konnte ihr zwar kein ganzes Museum anbieten, aber immerhin zwei Vitrinen“, erzählt Dobkowitz. Das habe Carolin Gorra so witzig gefunden, dass sie gesagt habe: Das guck ich mir an. Und so beschlossen sie, besondere Nagellacke aus ihrer Sammlung nach Schönwalde zu holen.

Nagellack-Ausstellung im Dorfmuseum Schönwalde: Passt das?

Allerdings habe noch der Museumsvorstand überzeugt werden müssen, berichtet Dobkowitz. Als er die Idee mit der Nagellack-Ausstellung im Dorfmuseum vorstellte, hätten einige erstmal komisch geguckt, seien dann aber auch von dem Experiment überzeugt gewesen. Es sei schließlich nicht einfach, die Besucher nach Schönwalde locken, so Dobkowitz.

Nagellack, das ist die große Passion von Carolin Gorra. Mit 16 Jahren habe das angefangen, erzählt die Hamburgerin. Da habe die heute 39-Jährige ihren ersten Nagellack gekauft. Inzwischen hält sie den Weltrekord. Ende 2018 hat das Rekord-Institut für Deutschland ihr offiziell bestätigt, dass sie ihre Sammlung als die größte auf dem Erdenball bezeichnen kann. Was Gorra fasziniert, sind die Formen der Fläschchen, die Marken, Sondereditionen, schrille Farben, die Herkunft der Lacke.

Carolin Gorra: Wohnung in Hamburg voller Nagellack

Spätestens nach zwei Tagen bringt Carolin Gorra frische Farbe auf ihre Nägel. Während sie in der Gastronomie arbeite, eher gedecktere Töne: cremefarben, auch mal ein zartes Grün oder Blau. „In der Freizeit darf es aber gerne knallig sein“, sagt Gorra. „Ich mag krasses Pink, schönes Türkis oder auch neonfarbenen Nagellack.“ Am liebsten lackiere sie ihre Nägel auf dem Sofa, während ein Film läuft.

Ihre ganze Hamburger Wohnung sei voll mit den kleinen bunten Fläschchen, berichtet Gorra. Sie stünden in hohen Regalen im Wohnzimmer, im Schlafzimmer, im Bad. Über ihrem Bett hänge eine große Weltkarte, auf der sie mit Fähnchen markiere, aus welchen Ländern sie bereits Nagellacke in ihre Sammlung aufgenommen hat. Bisher seien es 54 Länder, Nagellack made in Tschechien, Indien, Sri Lanka, Afghanistan. Sie durchforstet Ramsch-Läden, das Internet, die Kinderabteilungen großer Drogeriemärkte. „Freunde, Kollegen und meine Familie bringen mir Nagellacke von ihren Reisen mit“, erzählt Gorra. Bis zu 200 Euro blättere sie im Monat für ihre Sammel-Leidenschaft hin.

Ausstellung erzählt Geschichte des Nagellacks

Auch die älteren Fläschchen haben es der studierten Betriebswirtin angetan. Ihr größter Stolz: ein Nagellack von 1890, noch aus den Zeiten von Queen Victoria. „Der hat aber eine ganz andere Konsistenz als die modernen Lacke von heute“, erzählt Gorra. „Eher wie Wachsmaler.“ Er sei aber zu wertvoll, um ihn in der Ausstellung zu präsentieren, deshalb gibt es dort nur ein Bild des uralten Nagellacks zu bestaunen.

Wer zur Ausstellung nach Schönwalde kommt, kann allerdings historische Nagellack-Fläschchen aus dem 20. Jahrhundert betrachten und nachvollziehen, wie sich das Flaschen-Aussehen berühmter Lack-Marken wie „Manhattan“ und „Revlon“ über das Jahrhundert hinweg gewandelt haben. „1932 kam der erste Nagellack auf den Markt“, erzählt Gorra. Dank der Autoindustrie, die mit der Entwicklung von Pigmenten für Autolacke auch die Welt der Kosmetik revolutionierte. Wer seine Nägel davor in Schale werfen wollte, färbte sie zum Beispiel mit Eiweiß, Bienenwachs und Rosenblättern.

Dorfmuseum: Im alten Schulhaus

Das Schul- und Dorfmuseum in Schönwalde am Bungsberg ist in der alten Dorfschule von 1823 beheimatet. Neben der Nagellack-Sonderausstellung bietet das Museum einen Einblick in die Arbeits- und Lebenswelt der Bauern, Landarbeiter und Handwerker im 19. und 20. Jahrhundert.

Öffnungszeiten sind dienstags und freitags von 16 bis 18 Uhr, im Juli und August auch sonntags von 16 bis 18 Uhr. Adresse: Am Ruhsal, 23744 Schönwalde am Bungsberg. Eintritt: 3 Euro für Erwachsene, 1 Euro für Kinder.

Das Datum steht noch nicht fest, aber Carolin Gorra plant, bald einmal wieder einen Abstecher nach Schönwalde am Bungsberg zu machen. „Ich muss doch schauen, wie es meinen Kindern geht“, sagt die Nagellack-Sammlerin. Ob die Ausstellungsstücke Ende September noch in ihre Wohnung passen, sei aber fraglich. Denn gerade kaufe Carolin Gorra wieder neue Nagellacke. Die Lücken in der Sammlung, die halte sie nicht aus.

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Saskia Bücker

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