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Ostholstein Tornado verliert Tanks: Ursache noch unklar
Lokales Ostholstein Tornado verliert Tanks: Ursache noch unklar
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19:04 20.09.2019
Einer der beiden Tornado-Tanks ist auf ein Feld nahe Pansdorf gefallen. Quelle: Holger Kröger
Pansdorf

Gefährlicher Zwischenfall in Pansdorf: Ein Tornado-Jet hat am Donnerstagnachmittag nach Angaben der Luftwaffe im Flug zwei Zusatztanks verloren. Er gehört zum Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ mit Sitz in Jagel zwischen Kiel und Flensburg.

Aus einer Höhe von etwa sechs Kilometern fiel einer der rund 125 Kilogramm schweren Behälter auf ein Feld an der Straße Blumenhof. Nach dem zweiten Tank wurde lange gesucht, er ist am Freitagmorgen gegen 7.30 Uhr entdeckt worden.

Ursache für Zwischenfall wird noch untersucht

Warum die beiden Behälter verloren gingen, ist noch unklar. Der Jet-Experte Thomas Wassmann, ehemaliger Waffensystemoffizier bei der Bundeswehr, nannte dem NDR zwei mögliche Gründe: Zum einen könnte das Notsystem zum Absprengen der Tanks aufgrund eines technischen Defekts ausgelöst haben. Oder die Crew an Bord hat einen Fehler bei der Bedienung gemacht.

Die Luftwaffe in Postdam wollte sich nicht weiter zum Zwischenfall äußern: „Die Untersuchungen über die Unfallursache laufen noch.“, sagte ein Sprecher. Diese würden von dem Geschwader geführt. „Unsere Piloten müssen dort üben, wo sie ihren Auftrag haben. Und das ist der Schutz Deutschlands“, erklärte der Sprecher weiter. „Dazu gibt es bestimmte Übungsbereiche, in denen die Piloten zu bestimmten Zeiten in bestimmten Höhen ihre Flüge absolvieren.“

Klicken Sie hier, um Bilder von dem Einsatz in Ostholstein zu sehen, bei dem nach dem zweiten Tank gesucht wird.

Spaziergängerin entdeckt einen Tank

Eine Frau, die auf einem Hof einige Hundert Meter entfernt wohnt, hatte am Donnerstagabend einen der beiden Zusatztanks beim Spazierengehen mit ihrem Hund entdeckt. Für die Bergung rückte die Bundeswehr an. Zu acht hoben die Soldaten den Tank in einen Lkw und verzurrten ihn unter einer Plane.

Wie ein gestrandeter Fisch liegt der abgefallene Tank auf dem Feld. Quelle: Holger Kröger

Der Bereich war weiträumig abgesperrt

Feldjäger und Feuerwehren aus Ratekau, Luschendorf und Pansdorf sowie der Löschzug Gefahrgut Süd waren ebenfalls vor Ort. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt.

Politiker im Norden fordern Aufklärung

Der Zwischenfall in Pansdorf beschäftigt auch die Politik im Kieler Landtag. FDP-Fraktionschef Christopher Vogt ist froh darüber, dass niemand verletzt wurde und fordert, dass so etwas nicht noch einmal passiert: „Zur konkreten Ursache kann ich natürlich nichts sagen, aber dass die Ausrüstung der Bundeswehr in Teilen völlig veraltet und das Beschaffungswesen katastrophal ist, ist ja hinlänglich bekannt. Ich finde es skandalös, wie die Bundeswehr seit Jahren von Unionsministern vernachlässigt wurde.“

SPD-Innenpolitiker Kai Dolger sagt, dass der Tornado nun seit fast 40 Jahren im Einsatz ist und Unfälle da nicht ausbleiben. „In der Vergangenheit waren aber die meisten nicht auf technisches Versagen zurückzuführen, insofern sollte man die Untersuchung abwarten.“ Der Tornado sei das betagte, aber grundsätzlich zuverlässige und vielseitige Arbeitspferd der Luftwaffe, erklärt Dolger. „Grundsätzlich unterstützen wir als CDU-Landtagsfraktion die Forderungen unserer Parteibundesvorsitzenden für eine bessere finanzielle Ausstattung der Bundeswehr“, sagt auch Claus Christian Claussen, bundeswehrpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. „Personal und Gerät muss einsatzfähig sein, um die anspruchsvollen Aufgaben erfüllen zu können.“

Es gab bereits zwei ähnliche Fälle: Im Januar 2006 verlor ein Tornado einen Zusatztank über internationalem Gewässer. 2011 gab es in Nordrhein-Westfalen einen Zwischenfall.

Die Luftwaffe informierte auf Twitter über den Zwischenfall:

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