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Ostholstein Längere Schonzeiten: Jäger klagen gegen neue Verordnung
Lokales Ostholstein Längere Schonzeiten: Jäger klagen gegen neue Verordnung
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20:10 15.04.2015
Thies Rickert, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Oldenburg (links), und Landesjagdverbandspräsident Klaus-Hinnerk Baasch (rechts) ehren Wilhelm Schütt aus Döhnsdorf für seine 60-jährige Mitgliedschaft im Verband. Quelle: Fotos: Binder
Oldenburg

Schleswig-Holsteins Jäger machen mobil. „Wir werden uns weiterhin gegen das Vorgehen der Landesregierung wehren“, bekräftigte Landesjagdverbandspräsident Klaus-Hinnerk Baasch bei der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Oldenburg. Der Unmut über das Verbot bleihaltiger Munition sowie über die neue Jagd- und Schonzeitenverordnung wurde bei dem Treffen im Schützenhof erneut deutlich. Wenn Umweltminister Robert Habeck (Grüne) „uns die rechte Gerade gibt, ohne mit uns zu sprechen, bekommt er die halt genauso zurück“, kündigte Baasch an. Man werde gegebenenfalls auch vor weiteren Klagen nicht zurückschrecken.

Die Jäger im Land hatten die Gesetzesänderungen wiederholt kritisiert. Bleifreie Munition sei weniger wirkungsvoll, bemängeln sie. Sei ein Schuss nicht tödlich, könne das nicht nur zur Gefahr für den Jäger werden, sondern auch zu einer unnötigen Qual für das Tier. Gegen die zusätzlichen zeitlichen Einschränkungen bei der Pirsch haben 14 Personen zudem bereits Klagen eingereicht. Die Waidmänner verurteilen die neue Verordnung als „praxisfern“; sie würden dadurch handlungsunfähig (die LN berichteten).

„Wir sind auch für Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz“, betonte Baasch. Die Regelungen der Regierung seien jedoch „eine Katastrophe“ und führten „zum genauen Gegenteil“. Das gleiche gelte für das neue Naturschutzgesetz, das Habeck auf den Weg gebracht hat. „Weitere Einschnitte sind nicht hinnehmbar“, schimpfte der Präsident des Landesjagdverbandes. Gemeinsam mit dem Bauernverband — neben dessen Vertretern waren viele weitere Gäste aus Vereinen, Verbänden, Politik und Verwaltung anwesend — werde man auch gegen dieses Gesetz angehen, erklärte er. Die Landwirte haben schon die vorangegangenen Proteste unterstützt. „Jetzt haben wir in Schleswig-Holstein eine breite Allianz, mit der wir auch etwas bewegen können“, so Baasch.

Ostholsteins stellvertretender Landrat Timo Gaarz (CDU) sicherte ebenfalls zu, sich für die Belange der Jäger einsetzen zu wollen. Er schlug in die gleiche Kerbe wie die Jäger: „Die neue Jagd- und Schonzeitenverordnung führt zu weniger Arten- und Naturschutz.“ Bestimmte Entscheidungen müssten den Waidmännern überlassen bleiben, betonte er, „Jagd ist Ergänzung und Partner des Naturschutzes“.

„Kein Jäger würde absichtlich ein Tier quälen oder der Natur Schaden zufügen“, bekräftige Kreisjägermeister Rudolf Meyer- Böttger, „genauso wenig, wie ein Bauer sein Land absichtlich zerstören würde.“ Von der aktuellen „Regelungswut“ werde einem schwindelig, sagte er. Wenn er die Pläne der Landesregierung verfolge, könne er sich nur die Frage stellen: „Was wollen die von uns?“

„Wir wollen nicht alles bestimmen“, stellte Klaus-Hinnerk Baasch abschließend klar, „aber wir möchten mitbestimmen.“ Ein Jäger müsse in seinem eigenen Revier „frei und verantwortungsbewusst“

entscheiden dürfen, forderte er, „für dieses Recht werden wir kämpfen“. Der Landesjagdverband werde der Regierung „auch weiterhin die Hand hinstrecken“, erklärte Baasch. Werde diese in Kiel jedoch nicht ergriffen, gehe der Protest weiter.

Ehrungen, Auszeichnungen, Trophäen
Für 40-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Johann Wiese-Dohse (Neukirchen-Sütel), Jutta Wiese-Dohse (Neukirchen-Sütel), Wilfried Hamer (Mönchneversdorf), Söhnke Prühs (Schönwalde), Karsten Schmidt (Sibstin), Klaus Schmidt (Neustadt), Kurt Cersovsky (Malente) und Hermann Weiland (Fehmarn-Bojendorf).



50 Jahre Mitgliedschaft: Hans-Holger Köhnke (Oldenburg), Friedrich-Wilhelm Brasse (Lensahn), Wolfgang Hagen (Neustadt), Jürgen Böckmann (Cismarfelde), Hans Serck (Fehmarn-Avendorf), Hans-Jürgen Rahlf (Fehmarn-Westermakelsdorf) und Norbert Scheel (Fehmarn-Schlagsdorf).
60 Jahre Mitgliedschaft: Hans Spahrbier (Schwelbeck), Wilhelm Schütt (Döhnsdorf) und Hans-Ekkehard Hermann (Schashagen).
Verdienstnadel Bronze: Karl Haaga (Heringsdorf), Matthias Störtenbecker (Fehmarn), Kim Utech (Fehmarn) und Detlef Wohlert (Eutin).


Treuenadeln für Jagdhornbläser: Dörte Weiland (Silber für 25 Jahre), Anna Voß-Hagen (Gold für über 30 Jahre), Drews Höpner (Gold für über 30 Jahre), Karin Reese (Gold für über 45 Jahre), Ernst-August Voß-Hagen (Gold für über 45 Jahre) und Jürgen Detlef (Gold für über 45 Jahre).

Die Strecken: Beim Damwild wurden im vergangenen Jagdjahr 1342 Tiere geschossen. Beim Rehwild waren es 2917, beim Schwarzwild 1517. Außerdem wurden 18 Muffel erlegt sowie 989 Füchse, 126 Dachse, 635 Baum- und Steinmarder, 260 Marderhunde, drei Waschbären, 545 Fasane, 4500 Enten und 47 Schnepfen. Bei den Gänsen war die Zahl mit 1410 so hoch wie nie zuvor.

Jennifer Binder

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