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Ostholstein Lärmschutz: Das ist die Alternativlösung für Bad Schwartau
Lokales Ostholstein Lärmschutz: Das ist die Alternativlösung für Bad Schwartau
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16:41 05.04.2019
Nach den Planungen soll an der Kaltenhöfer Straße ein Brückenbauwerk entstehen. Quelle: Irene Burow
Bad Schwartau

Das Angebot liegt auf dem Tisch. Nach der dritten Mediationsrunde zwischen Bad Schwartau, Land und Bahn zum Thema Lärmschutz entlang der geplanten Belt-Trasse, haben die Mediatoren, Landrat Reinhard Sager und Christoph Jessen vom Dialogforum, das ausgearbeitete Angebot an die Stadt öffentlich vorgestellt. Eine Zusage hat Bürgermeister Uwe Brinkmann am Freitag nicht gegeben. Die neueste Variante sei nicht entscheidungsreif.

So sieht das Angebot aus

Favorisiert wird von den Mediatoren die Tieferlegung der Gleise – also eine Troglösung, deren tiefste Stelle im Bereich Marienholm bei 3,20 Meter liegen soll. Grund für diese Marke ist laut Reinhard Sager, dass bei dieser Tiefe das Grundwasser noch nicht erreicht werde. Die Kreuzung Kaltenhöfer Straße erfolgt laut den Planungen mit einem Brückenbauwerk in einer Höhe von 3,80 Meter. Bei dieser Lösung seien dann keine weiteren Rampen oder Ähnliches zur Auffahrt notwendig.

Bei der Elisabethstraße würde der Bahnübergang für den Straßenverkehr entfallen. Um dennoch eine Anbindung der Grundstücke zu gewährleisten, soll nach Bahnsprecher Peter Mantik ein Ersatzweg geschaffen werden. Für Fußgänger und Radfahrer ist hingegen eine zusätzliche Querung zur Stadt vorgesehen. Die Mediatoren betonen: „Alle baulichen Maßnahmen wie Lärmschutzwände, Brücken, Anböschungen und Ähnliches sollen in städtebaulich hochwertiger Qualität erfolgen.“

50 Millionen Euro Kosten und Bau unter rollendem Rad

Die Kosten für die Troglösung werden mit rund 50 Millionen Euro beziffert. „Dazu kommen 4,5 Millionen für das Brückenbauwerk an der Kaltenhöfer Straße“, sagt Peter Mantik. Außerdem ein Betrag für den Überweg an der Elisabethstraße, der noch nicht beziffert ist. Reinhard Sager betont: „Dieser Bau kann unter rollendem Rad bewerkstelligt werden.“ Es bedürfe also keiner Sperrung der Bahnstrecke zwischen Lübeck und Kiel.

„Dieser Vorschlag wird von der Deutschen Bahn und vom Land akzeptiert“, lassen Reinhard Sager und Christoph Jessen mitteilen. Der bisher von Bad Schwartau geforderte sieben Meter tiefe Trog, „findet von dort keine Akzeptanz“.

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Die Stadt möchte den Vorschlag jetzt ergebnisoffen prüfen: „Die Menschen haben einen Anspruch darauf, konkret zu erfahren, welche Schutzwirkungen erzielt werden“, sagt Bürgermeister Uwe Brinkmann. „Diese Antworten bleibt die Bahn auch nach monatelangen Verhandlungen schuldig.“ Laut dem Bürgermeister fehlen auch noch, „fundierte technische Erkenntnisse zum modifizierten 3,2-Meter-Vorschlag von Herrn Landrat Sager und insbesondere welche konkreten Schutzwirkungen hinsichtlich Lärm und Erschütterung erzielt werden“. Die konkreten Schutzwirkungen im Verhältnis zu den Kosten seien aus Sicht der Stadt jedoch oberste Maxime und Entscheidungsgrundlage, weshalb sie von der Bahn dringend beantwortet werden müssten.

Bundesverkehrsministerium möchte Entscheidung bis 12. April

Die Bahn ist laut Mantik jederzeit gesprächsbereit. „Wir haben aus dem dritten Mediationsgespräch eine Reihe von technischen Fragen mitgenommen, die wir bis Anfang nächster Woche beantworten werden“, sagt Bahnsprecher Mantik. Bereits zuvor habe man einen 18-seitigen kurzfristig zugesandten Fragenkatalog ausführlich beantwortet.

Das Bundesverkehrsministerium habe laut Sager unterdessen signalisiert, dass es bis 12. April wissen möchte, welche Maßnahmen geplant sind. Die Mediatoren wollen den neuen Vorschlag in das Akzeptanzpapier des Projektbeirats einbringen. Ob die Lösung dann geeint oder ohne Einigung an das Ministerium geht, liege jetzt in der Hand Bad Schwartaus.

Luisa Jacobsen

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