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Ostholstein Lärmschutz: Hoffnung auf neue Technologie
Lokales Ostholstein Lärmschutz: Hoffnung auf neue Technologie
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08:50 05.06.2014
Thomas Bauer. Quelle: Marohn
Oldenburg

Es gebe weit effektivere Lärmschutz-Möglichkeiten, als die von der Bahn praktizierten. Diese Aussage macht den vier beim Gespräch anwesenden Bürgermeistern Martin Voigt (parteilos/ Oldenburg), Thomas Bauer (BGG/Göhl), Gerd Heino (CDU/Heringsdorf) und Bernd Bruhn (CDU/Neukirchen) neue Hoffnung, doch noch eine verträgliche Lösung für ihre Gemeinden zu erwirken. Die Deutsche Bahn jedoch weist die Kritik von Schulz zurück.

Das Bürgermeister-Quartett war der Einladung des Arbeitskreises Bahntrasse Oldenburg gefolgt, sich mit dem Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens (CDU) in der Hauptstadt zu treffen. Auch dabei: Projektleiter Bernd Homfeldt von der Deutschen Bahn, Dr. Friederike Reineke (Bundesministerium für Verkehr) sowie Lärmschutz-Experte Schulz von der TU Berlin.

Laut Neukirchens Bürgermeister Bernd Bruhn überlegen die Gemeinden nun, Schulz zu beauftragen, ein Lärmschutz-Gutachten mit Einbeziehung modernster Technologien zu erstellen, das in das Planfeststellungsverfahren einfließen könnte. Bruhn: „Unsere Hoffnung ist es, mit neuester Technik den bestmöglichen Schallschutz zu bekommen.“ Schulz war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, da er sich im Urlaub befindet. Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis sagte aber dazu: „Wir setzen bereits modernste Technologie ein, aber sie muss auch behördlich zugelassen sein, sonst dürften wir sie nicht einsetzen.“

Positiv bewertet Bruhn einige Anmerkungen Homfeldts zur Gemeinde Neukirchen. Bruhn: „Von unseren vier Bahnübergängen in der Gemeinde sollen zwei kreuzungsfrei erhalten bleiben.“ Dies sei auch notwendig, da Neukirchen mit 15 000 Campern in der Hochsaison eine der größten Tourismusgemeinden deutschlandweit sei. Wenig optimistisch kehrte Thomas Bauer (BGG/Göhl) aus Berlin zurück. „Uns wurde in Aussicht gestellt, dass die Trasse im Oldenburger Bruch tiefer gelegt werden könnte als bisher angenommen und somit auch am Bahnübergang Göhl abgesenkt vorbeiführen könnte, womit die Möglichkeit einer Überführung gegeben sein könnte.“

Insgesamt seien aber die Bedürfnisse der Gemeinde Göhl kaum in die aktuelle Trasse eingeflossen. Bauer fordert: „Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass in unserem Streckenabschnitt ein Ausbau der Bestandstrasse nicht hinnehmbar ist. Wir erwarten eine Neubewertung der Trassenempfehlung.“ Dies und weitere Kritikpunkte hat er in einem Brief zusammengefasst und an Ministerpräsident Torsten Albig versendet. pm

BI Neukirchen lädt am 12. und 17. Juni jeweils um 18 Uhr in die Doppeleiche ein, um Bürgern bei Einwendungen zum Tunnelbau behilflich zu sein.