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Ostholstein Leben verändern – mit Marmelade aus Niendorf
Lokales Ostholstein Leben verändern – mit Marmelade aus Niendorf
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22:10 18.09.2017
Einig in ihrem Ziel, die Lebensbedingungen von Mädchen zu verbessern, sind sich Loveness Mudzuru, Ingeborg Lohse und Laura Solorzano (v. l.). Quelle: Foto: Latz
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Niendorf

Eine junge Frau, aufgewachsen in bitterer Armut in El Salvador, und eine Rentnerin aus Niendorf, bekannt für ihre selbstgekochte Marmelade: Es war recht unwahrscheinlich, dass sich die Lebenswege dieser beiden Menschen, die 9400 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt wohnen, kreuzen würden. Dennoch ist es geschehen, haben Laura Solorzano und Ingeborg Lohse vor wenigen Tagen an einem Tisch gesessen und über ihre Geschichte geredet – eine schöne Geschichte, und eine erfolgreiche noch dazu.

Angefangen habe alles im Jahr 2000, sagt Ingeborg Lohse. Damals begann sie, Marmelade für den guten Zweck zu kochen, Hunderte Gläser, irgendwann werden es Tausende gewesen sein. Die heute 77-jährige Niendorferin hat sie verkauft, auf Märkten aller Art, und den Erlös gespendet, an die Tafel oder den Verein Kinderherz, „überall, wo Brennpunkte sind“, meint sie. Früh interessierte sich Ingeborg Lohse zudem für die Arbeit des Kinderhilfswerkes „Plan International“, das in Entwicklungsländern zahlreiche Projekte finanziert und unterstützt. Ingeborg Lohse und ihr Mann Peter gründeten eine Stiftung unter dem Dach der Stiftung „Hilfe mit Plan“ und förderten damit unter anderem den Einsatz von „Plan“ in El Salvador – ein Glück für viele Kinder, auch für Laura Solorzano, ehemaliges „Plan“-Patenkind.

Mit dem Geld der Paten und Stifter wurden in Lauras Gemeinde, einem abgelegenen Dorf ohne jegliche Infrastruktur, Häuser und Schulen sowie eine Gesundheitsstation gebaut, die Menschen mit Strom und Wasser versorgt. „Wichtiger als die materielle Hilfe war für mich aber die Ermutigung, unsere Rechte, Möglichkeiten und Fähigkeiten zu entdecken“, erklärt die 25-Jährige aus Zentralamerika. „Der Schlüssel, um Armut zu durchbrechen, ist Bildung.“ Die hat sich Laura angeeignet und sich in den Aufklärungsprogrammen zu Kinderrechten engagiert. Sie hat Kommunikationswissenschaften studiert und leitet heute die „Plan“-Patenschaftsprogramme in El Salvador. Sie habe sich oft gefragt, wem sie diese Chancen zu verdanken hatte, berichtet sie, und dann treten ihr Tränen in die Augen, als sie zu Ingeborg Lohse sagt: „Sie haben mein Leben verändert.“

Sie habe ein wenig das Gefühl, zur Familie zu gehören, wenn sie „ihren“ Patenkindern begegne, sagt Ingeborg Lohse lächelnd. „Viele Leute verstehen nicht, warum ich so viel spende und verschenke. Aber das ist ganz einfach: Man bekommt so viel mehr zurück.“ Mit Hilfe ihres Mannes kocht sie immer noch Marmelade für den guten Zweck, mittlerweile wird diese in der „Glasgalerie“ in Niendorf verkauft.

Ingeborg Lohse ist zudem am vergangenen Wochenende zum Stiftertreffen von „Plan“ nach Hamburg gefahren, wo Laura Solorzano einen Vortrag über ihren Lebensweg und über ihre Mission, mehr Unterstützer zu finden, gehalten hat.

Auch Loveness Mudzuru aus Simbabwe hat in Hamburg gesprochen: Die 22-Jährige, einst mit 16 Jahren zwangsverheiratet, hat in ihrer Heimat darauf geklagt, dass das Heiratsalter für Mädchen auf 18 angehoben wird – und gewonnen. Sie setzt sich ebenfalls mit „Plan International“ für die Rechte von Mädchen und Frauen ein und hat zusammen mit Laura Solorzano Ingeborg Lohse in Niendorf besucht. Um das Meer zu sehen, berichtet Loveness Mudzuru, und um eine der Unterstützerinnen kennenzulernen, die anderen Menschen über viele Tausend Kilometer hinweg nicht nur Geld spenden, sondern ihnen Selbstwertgefühl geben.

Patenschaften und Treuhandstiftungen

Das Kinderhilfswerk „Plan International“ vermittelt Patenschaften für Kinder in Entwicklungsländern (die Paten zahlen 28 Euro im Monat). Außerdem befinden sich unter dem Dach der Stiftung „Hilfe mit Plan“ über 230 Treuhandstiftungen, aus deren Erträgen Hilfsprojekte finanziert werden. Weitere Informationen dazu unter www.plan.de.

Informationen über die Stiftung von Ingeborg und Peter Lohse finden sich unter www.sternenkind-lohse-stiftung.de.

Sabine Latzel

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