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Ostholstein Lebendige Gilde mit viel Nachwuchs
Lokales Ostholstein Lebendige Gilde mit viel Nachwuchs
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13:13 02.07.2019
König Peter Thomm (vorne, Mitte), Ältermann Günter Schwarz (vorne, r.) und Bürgermeister Jens Reise (dahinter) beim Umzug der Ole Gill von 1771 aus Großenbrode zum Ehrenmal. Quelle: Markus Billhardt
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Großenbrode

Am Montag nach Johanni (Geburt von Johannes dem Täufer am 24. Juni) ist in Großenbrode immer Gildefest. Die Straßen gefegt, die Hecken geschnitten und die Flaggen gehisst zog die Ole Gill von 1771 durch Großenbrode zur Kranzniederlegung am Dorfanger, bevor am Nachmittag das Vogelschießen begann.

Zehn neue Mitglieder

Ein erster Höhepunkt war nach der Abholung des Königs aber zunächst der Festkommers im Gillhuus am Sportplatz. „Wir haben in diesem Jahr zehn Neuaufnahmen. Eine gute Entwicklung, die wir in den vergangenen Jahren erlebt haben. Ich hoffe, es geht weiter so“, erläutert der 1. Ältermann Günter Schwarz. Die Neuen sollen einen respektvollen Umgang mit allen Gildeschwestern und -brüdern pflegen, der Gilde treu bleiben, sie stärken mit Rat und Tat – und sie dürfen beim „Willkomm“ trinken, „solange sich die Fahne dreht“, so sagt es das Gildeversprechen.

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„Es ist eine lebendige Gilde, die sich für ihre Gemeinde einsetzt, Tradition und Innovation lebt“, betonte Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise (CDU). Dies zeige sich eben auch dadurch, dass die Ole Gill keine Nachwuchsprobleme habe. In der Gilde werde es lockerer gesehen, sagte Reise. Aber der Ältermann pochte dennoch darauf, dass Sitten und Gebräuche eingehalten werden. So mussten einige Gildebrüder nach den alten Statuten fünf Euro Strafe in die Gildelade zahlen, die sich ungebührlich verhalten haben.

Der Umzug der Ole Gill von 1771 aus Großenbrode zum Ehrenmal im Dorfzentrum.

Dem König Peter Thomm und seiner Königin Nicole dankte Günter Schwarz für ein tolles Jahr: „Das hat sehr viel Spaß gemacht mit euch beiden. Ihr wart immer für die Gilde da.“ Jens Reise erhielt anschließend ein neues Bürgermeisterschild für seinen Anzug. Trotz großer Suchaktion ging das Schild im vergangenen Jahr beim Gildefest verloren. Darüber hinaus vergaß der Ältermann auch nicht, sich bei den Gildeschwestern für die Vorbereitungen zum Gildefrühstück sowie für Kaffee und Kuchen am Nachmittag zu bedanken: „Auf euch ist verlass.“

Peer Knöfler ist neuer Gildekönig in Großenbrode. Quelle: Gemoll

Zu den Geehrten des Festkommers zählten unter anderem Wilhelm Tiedemann für 50 Jahre Mitgliedschaft, für 40 Jahre in der Ole Gill wurde Wolfgang Weber ausgezeichnet. Gemeinsam ging es nach Verlesung der Schießordnung mit Musik durch das Dorf zum Ehrenmal. Pastorin Ulrike Kinder hielt eine kleine Andacht, bevor der Umzugstross sich wieder zurück zum Festplatz aufmachte, um dort mit dem Schießen zu starten und die Frage zu klären: Wer schießt den Vogel ab?

Und dies gelang im 248. Gildejahr relativ zügig. Ungewöhnlich früh fielen die Reste des hölzernen Gildevogels der Großenbroder Gilde von der Stange. Und so brauchten die Gildebrüder nur wenig Munition. Bereits gegen 18.15 Uhr konnte Peer Knöfler mit der 335 Patrone seinen glücklichen Schuss setzen. Er ist somit der neue König der Ole Gill von 1771. Gebührend feierten die Gildebrüder- und schwestern den Großenbroder CDU-Landtagsabgeordneten dann am Abend.

Markus Billhardt