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Ostholstein Lehrermangel im Nordkreis – Amt Oldenburg schlägt Alarm
Lokales Ostholstein Lehrermangel im Nordkreis – Amt Oldenburg schlägt Alarm
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20:37 10.03.2017
Lehrermangel: Amtsvorsteher Bernd Buhn (r.) hatte zum Gespräch nach Oldenburg geladen. Quelle: Fotos: Peter Mantik (2), Fotolia
Oldenburg

Das Amt Oldenburg- Land schlägt Alarm wegen akuten Lehrermangels an den Grundschulstandorten Gremersdorf, Neukirchen, Göhl und Hansühn. Da weder das Schulamt Ostholsteins helfen konnte und Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) die Bitte um einen kurzfristigen Gesprächstermin seit sechs Wochen unbeantwortet lässt, wandte sich Amtsvorsteher und Schulverbandsvorsteher Bernd Bruhn (CDU) an CDU-Landeschef Daniel Günther, der sich gestern in Oldenburg über den IstZustand informierte.

CDU-Chef Daniel Günther kritisiert Kurs der Landesregierung – Lehrerberuf müsse Perspektiven erhalten, auch mit höherer Besoldung.

Land

Das Bildungsministerium in Kiel schreibt aktuell: Das wohnortnahe Grundschulangebot ist sichergestellt. Trotz sinkender Schülerzahlen sei die Zahl der Schulen konstant.

97293 Schüler gibt es an 395 Grundschulen landesweit.

Neu: Eine Mindestgrößenverordnung tritt im August in Kraft. Demnach müssen Außenstellen von Schulen mindestens 27 Schüler haben.

Er äußert sich dann sehr kritisch in Richtung SPD-Landesregierung: „Mit den Zahlen lügt sich die Landesregierung selbst was in die Tasche.“ Der Lehrerberuf müsse wieder mehr Wertschätzung erfahren.

„Das muss sich auch über die Besoldung ausdrücken“, führt Günther aus. Grundschullehrer müssten von der Gehaltsstufe A12 auf A13 aufgestockt und auch Schulleiter besser als bisher entlohnt werden.

Günther: „Junge Lehrer, die wir nach Ostholstein locken wollen, müssen wieder eine bessere Perspektive haben.“

Die LN kontaktierten in dieser Sache Schulrat Thomas Panten. Der erklärt: „Wir haben in Ostholstein eine 100-prozentige Stellenzuweisung.“ Probleme träten dann auf, wenn Kollegen ausfielen.

Deswegen befindet Henning Pries (CDU), Bürgermeister in Gremersdorf: „100 Prozent Zuweisung reichen eben nicht aus.“ Auch deshalb, weil die Lehrkräfte zusätzlich mit den Themen Integration und Inklusion gefordert seien und es dadurch eine Mehrbelastung gebe, die in den Statistiken nicht zu finden sei.

Schulleiter Martin Vaterodt skizziert, warum die offiziellen Zahlen nicht aussagen, was in der Realität tatsächlich passiert. „Wir hatten im Februar zwar null Prozent Unterrichtsausfall, aber wir mussten aufgrund von ausgefallenen Lehrkräften 20 Prozent auffangen und selbst organisieren.“ Auf die vier Standorte verteilen sich 16 Lehrkräfte. Vaterodt: „Da kann man sich ausmalen, was passiert, wenn ein oder zwei Kollegen fehlen.“ In einem Fall in Göhl sei sogar eine pensionierte Lehrkraft, die ein Schüler angesprochen habe, eingesprungen. Henning Pries betont: „Unsere Probleme resultieren nicht daraus, dass wir eine Schule mit vier Standorten sind.“ Er wisse beispielsweise von der Warderschule in Heiligenhafen, dass dort 2,5 Planstellen vakant seien. Pries: „Ich als Jurist hätte dort sofort als WiPo-Lehrer beginnen können.“ Es könne generell nicht sein, dass sich die Schulen und Kommunen selbst die Aushilfslehrkräfte suchen müssten. Amtsvorsteher Bernd Bruhn ergänzt: „Es stößt bitter auf, wenn dann das zuständige Bildungsministerium in Kiel nicht einmal auf eine dringliche Anfrage reagiert.“

Daniel Günther nahm den Gesprächstermin dankend an, stattete auch der Grundschule Gremersdorf einen Kurzbesuch ab. Seine Botschaft: „Wir müssen mittelfristig mehr Lehrer ausbilden.“ Die Politik sei gefordert, die Attraktivität des Berufsstandes zu steigern.

Peter Mantik

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