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Ostholstein Leistungspflügen in Süsel: Landwirtschaft mit zwei Pferdestärken
Lokales Ostholstein Leistungspflügen in Süsel: Landwirtschaft mit zwei Pferdestärken
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16:31 29.04.2019
Arne Brahmstädt und Patrick Mühlenberg zeigen in einer Schauvorführung mit dem Kaltblutgespann „Ulan“ und „Zamdi“, wie früher mit Pferden gepflügt, geeggt und geerntet wurde. Quelle: Dirk Schneider
Ottendorf

„Nemo“ und „Nautilius“ stehen geduldig am Feldrand. Die mächtigen Kaltblutpferde beobachten gelassen, wie Arne Brahmstädt ihnen das lederne Zuggeschirr nebst Zaumzeug anlegt. Insgesamt vier Pferdegespanne und elf historische Schlepper sind nach Süsel gekommen, um beim Leistungspflügen und weiteren Schauvorführungen einen Acker von unten nach oben zu drehen.

Bis alle Gurte geschnallt, die Riemen verzurrt, die Zügel befestigt sind und alles richtig sitzt, vergeht pro Tier etwa eine Viertelstunde. „Das ist schon etwas anderes als sich hinter das Steuer einer Zugmaschine zu klemmen und den Zündschlüssel umzudrehen“, sagt Brahmstädt und lacht. Vor 25 Jahren ist der Feinmechaniker aus Ahrensbök auf das ungewöhnliche und mittlerweile sehr zeitintensive Hobby gekommen. „Meine Frau ist Reiterin und wollte, dass wir uns Pferde anschaffen“, sagt der 60-Jährige. „Den Wunsch habe ich erfüllt.“

Als passionierter Fußgänger habe er sich allerdings „zwei Kollegen“ ausgesucht, mit denen man buchstäblich durch dick und dünn gehen und gleichzeitig arbeiten könne. „Ich bin mit meinen beiden Therapiepferden oft im Wald beim Holzrücken“, erzählt der Gespannführer. Das Leistungspflügen sei für ihn und vor allem für seine beiden vierbeinigen Kumpel eine willkommene Abwechslung, bei der man mal etwas anderes machen und vor allem Gleichgesinnte kennenlernen könne.

Schauvorführungen mit alter Technik

Zusammen mit dem Süseler Patrick Mühlenberg, der mit seinen Schleswiger Arbeitspferden „Ulan“ und „Zamdi“ vor Ort war, zeigte er in Schauvorführungen, wie verschiedene alte Pflüge und Eggen, aber auch Saat- und Erntemaschinen eingesetzt wurden.

Unter den kritischen Augen der Prüfer pflügte Markus Bein mit seinem Kaltblutpferdegespann Furche um Furche in den Acker. Quelle: Dirk Schneider

Im eigentlichen Wettbewerb pflügte Markus Bein gleich nebenan mit seinem Kaltblutpferdegespann Furche um Furche in den Acker. Unter den kritischen Augen der Prüfer Gerhard Börgers (Gleschendorf) und Hans-Jürgen Ehlers (Hassmoor) gelang es dem Trio, trotz gelegentlicher Störungen durch knatternde Trecker unbeirrt die Spur zu halten und gerade, gleichmäßige Furchen zu ziehen.

Präzises Pflügen spart Spritzmittel

„Einen Acker zu pflügen, ist mehr als den Boden schwarz zu machen“, erklärt Börgers, worauf es bei der ersten Stufe der Feldbestellung ankommt. So würden auch die Tiefe und der Schluss der Furchen, der Zusammenschlag der Erde und die Oberfläche des Saatbeets bewertet. Die Unterschiede zwischen befriedigend und sehr gut machen dabei nur wenige Zentimeter aus, die mitunter per Zollstock gemessen werden. „Für ausreichend und mangelhaft reicht das Augenmaß“, erläutert Börgers.

Furche um Furche zum Erfolg

Vor allem noch deutlich sichtbares Grün beschert dem Pflüger schlechte Noten. Das ist in der Historie begründet. „Das Leistungspflügen entstand in den Nachkriegsjahren, berichtet Börgers. „Die Bauern und Knechte sollten damals lernen, den Boden effektiv umzubrechen, um die Ernteerträge zu steigern.“ Dazu zählte auch, möglichst das gesamte Unkraut unterzupflügen. Spritz- und Düngemittel seien damals noch sehr teuer gewesen. Im Hinblick auf den ökologischen Landbau stünden die alten traditionellen Landbaumethoden übrigens als modern und nachhaltig wieder hoch im Kurs, sagt Börgers.

Dieter Rumpel organisiert seit Jahren das Süseler Leistungspflügen, um den Besuchern der Veranstaltung die Atmosphäre der Landwirtschaft näherzubringen. Quelle: Dirk Schneider

Diese Entwicklung hat auch der Süseler Lohnunternehmer Dieter Rumpel, der das Leistungspflügen organisiert hat, im Blick. „Wir müssen uns wieder mehr darauf besinnen und wertschätzen, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie diese produziert werden“, sagt der leidenschaftliche Hobby-Bauer und Liebhaber historischer Landmaschinen und wirbt für Veranstaltungen, bei denen die fruchtbare Atmosphäre der Landwirtschaft spürbar werde.  

Dirk Schneider

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