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Ostholstein Ferienhäuser rollen über die Autobahn
Lokales Ostholstein Ferienhäuser rollen über die Autobahn
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17:00 14.06.2019
Ein Schwertransport bringt fertige Ferienhäuser nach Lensahn. Auf den letzten Metern guckt Schwertransport-Manager Rainer Hansen, ob alles passt. Quelle: Susanne Peyronnet
Lensahn

Am Ende wird es noch einmal eng. Rechts und links der breiten Fracht sind nur noch ein paar Handbreit Platz. Nach etlichen Hundert Kilometern Fahrt sind zwei komplett fertige Ferienhäuser aus Holz an ihrem Ziel Lensahn angelangt. Am Morgen nach der Fahrt werden sie abgeladen und aufgestellt.

Eine deutsche Durchschnittsstraße ist vier Meter breit. 4,30 und 5,22 Meter breit sind die beiden Ferienhäuser, die die Firma „Ferienmobilien“ von Michael und Britta Böttger aus Lensahn für ihren Musterhauspark bestellt hat. Die Mobilheime des niederländischen Herstellers Arcabo werden komplett mit Bad, Küche und Schlafzimmer gemietet, sogar die Gardinen hängen bereits an den Fenstern.

Die Männer am Lenker

So eine Lieferung braucht eine akribische Planung. Viele Menschen sind daran beteiligt. Da sind zum einen Theo Sytsma und Bart Puite, die beiden Schwerlastfahrer aus Holland. Mit sicherer Hand lenken sie ihre Monster-Lastwagen über die Straßen, sogar mit Tempo 80 über die Autobahn. „Die Bundesstraße ist schwierig“, sagt Sytsma, bevor er sich auf die Knie niederlässt, unter das Haus auf seinem Tieflader krabbelt und die Transportketten löst. Seit 25 Jahren fahre er Lkw, seit 15 Jahren in der Kategorie schwer. Ihn kann fast nichts erschüttern.

Schwertransport-Fahrer Theo Sytsma aus Dronten in Holland löst nach der Ankunft die Ketten. Quelle: Peyronnet

Ähnlich unerschütterlich ist Rainer Hansen von der Firma T. Oberländer aus Castrop-Rauxel. Transportbegleitung ist ihr Geschäft und Hansens täglich Brot. „Die Strecke wird vorher vom Auftraggeber abgefahren“, berichtet er und nennt gleich die Schwachstellen: die Auf- und Abfahrten der Autobahnen und die Baustellen. Auf der ganzen Fahrt hält Hansen per Funk Kontakt mit den anderen Begleitfahrzeugen und mit den Fahrern der Lastwagen. „Man sollte sich verständigen können“, sagt er, der viele ausländische Fahrer begleitet. Wenn’s nicht auf Deutsch geht, geht es auf Englisch.

Die dritten im Bunde der nächtlichen Schwerlastfahrten sind die Polizeibeamten, die den Transport begleiten. Das Blaulicht ihrer Autos zuckt vor und hinter dem Konvoi durch die Dunkelheit.

In der Nacht fährt der Schwertransport bis Lensahn, am Morgen werden die Häuser abgeladen und aufgestellt.

Eine kurze Nacht

Um 1.30 Uhr in der Nacht ist für alle Feierabend. Die Polizei rückt ab, Rainer Hansen macht sich auf den Heimweg, hat noch zwei Stunden Autofahrt vor sich. Theo Sytsma und Bart Puite legen sich für eine kurze Nacht schlafen. Geweckt werden sie früh am nächsten Morgen von Michael Böttger, der ihnen Frühstück bringt.

Bart Puite (32) aus Almere zieht am Morgen eines der Ferienhäuser vom Tieflader. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Dann beginnt das Abladen der Häuser. Die beiden Fahrer ziehen sie von den Tiefladern. Die Häuser sollen künftigen Kunden zur Ansicht dienen, erläutert Böttger. Sein Unternehmen hat die Generalvertretung für Schleswig-Holstein sowie Mecklenburg-Vorpommern und gestaltet die Arcabo-Häuser auf Wunsch um, etwa so, dass sie barrierefrei sind. Für Ferienparks und Campingplätze dürfen die Häuser nicht mehr als 40 Quadratmeter Wohnfläche haben plus zehn Quadratmeter überdachte Terrasse. So sind die Vorschriften. Für Privatkunden ist dagegen alles möglich.

Etliche weitere Transporte

Der Transport nach Lensahn war längst nicht der letzte in diesem Jahr. In den nächsten Wochen werden noch 14 Häuser auf den Campingplatz „Hohes Ufer“ im Neukirchener Ortsteil Ostermarde geliefert, weitere folgen für den Campingplatz Seekamp in Sütel und im September für den Seecamp in Süsel. Da kommt noch viel Arbeit auf Theo Sytsma und Bart Puite, auf Rainer Hansen und auf die Polizeibeamten zu.

Susanne Peyronnet

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