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Ostholstein Licht an! Neue Design-Leuchten aus altem Holz
Lokales Ostholstein Licht an! Neue Design-Leuchten aus altem Holz
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11:00 03.11.2019
Arbeitsbegleiter Christian Lühr (47, r.) und Henrick Schönherr (24) betrachten die Leuchte „Boje". Dieses Modell ist die erste Lampe, die in der Heiligenhafener Werkstatt fertiggestellt wurde. Quelle: Luisa Jacobsen
Heiligenhafen

Ein großer Poller aus Holz für eine Stehlampe liegt auf einem Arbeitstisch in der Werkstatt für angepasste Arbeit in Heiligenhafen. Auf einem anderen Tisch befindet sich eine Planke. In diese schraubt ein Mitarbeiter bereits eine LED-Leiste. Der nächste Arbeitsschritt besteht darin, eine Aufhängung zu befestigen. Am Ende soll aus der Planke eine moderne Hängelampe werden. Das Besondere: Diese Planke ist ein Teil des alten Stegs im Heiligenhafener Fischereihafen. Nachdem bereits mehrere Leuchten aus Vintage-Holz gefertigt wurden, sollen künftig auch Leuchten aus diesem Steg in der Werkstatt von „Die Ostholsteiner“ entstehen und verkauft werden.

Den Großteil der Arbeit erledigen die Mitarbeiter selbst

Fünf Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten täglich in der Produktionsgruppe an insgesamt vier Modellen der Design-Leuchten. Unter dem Titel „Lichtermeer“ werden die Artikel vermarktet. „Im Mai haben wir angefangen“, erzählt Arbeitsbegleiter Christian Lühr (47). „Da war hier noch gar nichts.“ Der 24-jährige Mitarbeiter Henrik Schönherr ergänzt: „Wir haben dann erstmal alles eingerichtet.“ Jetzt stehen mehrere Arbeitstische in dem Raum, Werkzeuge, Regale, auch Verpackungsmaterial für das fertige Produkt. „95 Prozent der Arbeit wird von den Mitarbeitern mit Beeinträchtigung selbst erledigt“, sagt Christian Lühr. Seine Aufgabe ist es, anzuleiten und zu unterstützen. Mit extra angefertigten Bohrschablonen beispielsweise. Sie erleichtern es jemanden, der sonst Schwierigkeiten mit dem Bohrer hat, einfacher, an der richtigen Stelle anzusetzen.

Henrik Schönherr hat an dieser Arbeit richtig Spaß. „Ich mache verschiedene Sachen“, sagt er. Bohren, Schrauben, das Testen der Produkte und einiges mehr gehöre zu seiner täglichen Arbeit im „Lichtermeer“-Team.

Zu Besuch in der Werkstatt für angepasste Arbeit der „Ostholsteiner“. Hier wird gebohrt, geschraubt, montiert und verpackt.

Eigenprodukt statt externer Auftrag

Eine große Stückzahl an Leuchten haben die Mitarbeiter bereits gefertigt. Aus Vintage-Holz (das Material wird durch verschiedene Beizverfahren künstlich alt gemacht) wurden und werden die Modelle „Steven“ (eine Wandleuchte), „Poller“ (eine Stehleuchte), die Hängeleuchte „Planke“ und eine kleine Tischleuchte namens „Boje“ gefertigt. Letztere besteht zum größten Teil aus einem Betonsockel, in den Holz, zum Beispiel Treibholz, eingearbeitet wird. Die Leuchten aus dem mehr als 30 Jahre alten Stegholz können – logisch –nur in limitierter Stückzahl hergestellt werden. Wie viele genau es am Ende werden, steht noch nicht fest.

Die gesamte Serie ist ein Eigenprodukt der „Ostholsteiner“. Mit selbst ausgedachten und erstellten Artikeln wolle man auch die Abhängigkeit von Aufträgen Dritter senken, sagt Sprecher Per Köster. Großen Erfolg hatte das Projekt bereist im Frühjahr dieses Jahres auf der Werkstätten-Messe in Nürnberg. Dort wurde die Serie mit dem Preis für den besten Stand ausgezeichnet.

Auch beim Verpackungsmaterial setzt die Produktionsgruppe auf Nachhaltigkeit. Zur Polsterung wird geschredderte Pappe in selbst gefertigten Umschlägen aus der Einrichtung verwendet. Quelle: Luisa Jacobsen

Recycling bis zur Verpackung

Und wie es sich für ein Eigenprodukt gehört, wird der größte Teil der Leuchten bei den „Ostholsteinern“ selbst produziert. Heiligenhafen ist dabei das Herstellungszentrum. Eine Zeit lang wurde die „Boje“ aber auch in Oldenburg gefertigt, in der Eutiner Werkstatt werden die Eisenfüße des Modells „Poller“ pulverbeschichtet. In Heiligenhafen aber wird montiert, verpackt und auch versendet. Dabei spielen Nachhaltigkeit und Recycling eine große Rolle.

Henrik Schönherr öffnet eine Leuchtenverpackung und zeigt: Zum Schutz der Leuchten werden keine Luftpolsterfolien, sondern Papier verwendet. „Das sind hausinternes geschreddertes Papier und Pappe“, erläutert Christian Lühr. Von der Leuchte bis zur Verpackung versuche man so gut es geht, auf Plastik zu verzichten. Einzig bei den Fassungen und Kabeln der Leuchten sei Kunststoff unvermeidlich.

Henrik Schönherr findet die Leuchten jedenfalls richtig gut. Fast alles sei selbst gemacht und jeder, der sie bisher gesehen habe, habe sie gemocht. „Die sehen eben toll aus“, sagt er. Außerdem seien sie – was bei einer Leuchte ja nicht zu verachten ist –„auch einfach schön hell“.

Hier gibt es die Leuchten

Projektleiter von „Lichtermeer“ ist Hansjörg Fischenbeck von den „Ostholsteinern“. Er hat die ersten Entwürfe zu den Leuchten selbst zu Hause angefertigt.

Verkauft werden die Leuchten in den Werkstattläden in Eutin (Scandy, Peterstraße 28) und in Oldenburg (Talentehaus, Göhler Straße 60). Zudem gibt es die Möglichkeit, online zu bestellen.Mehr Infoszu Preisen sowie Größen, Lichtfarbe, Dimmbarkeit und weiteres finden Sie im Internet unterder Adresse www.lichterpunktmeer.de
Entschieden ist bereits, dass das neue Inklusionshotel an der Eutiner Stadtbucht mit den Leuchten ausgestattet werden soll.

Der Gewinn aus dem Verkauf kommt über die Werkstatt-Einnahmen den Mitarbeitern zugute.

 

Von Luisa Jacobsen

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