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Ostholstein Neue Straßenlampen spenden Licht und Strom
Lokales Ostholstein Neue Straßenlampen spenden Licht und Strom
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17:00 18.02.2019
In Holstendorf (Foto) und in Schwochel stehen bereits die ersten modernen LED-Laternen. Quelle: Susanne Peyronnet
Ahrensbök

Es wird eine Zeit kommen, in der das Wort Laternenparker eine ganz neue Bedeutung hat. Moderne Straßenlaternen haben das Zeug dazu, als Stromtankstelle für Elektroautos zu dienen. Damit Ahrensbök dann nicht hoffnungslos hinterherhinkt, richtet sich die Gemeinde bei der Umrüstung der Straßenbeleuchtung bereits auf die modernen Zeiten ein. Zunächst aber gibt es erst einmal helleres und vor allem energiesparendes Licht.

Dass das kein leeres Versprechen ist, erleben die Einwohner der Dorfschaften Schwochel und Holstendorf. Dort stehen bereits 47 der neuen Straßenlaternen. Die Resonanz ist weitgehend positiv. Im Bau-, Energie- und Verkehrsausschuss merkten allerdings einige Mitglieder an, dass die Lampen nicht weiter auseinander stehen dürften als jetzt, um keine dunklen Löcher dazwischen entstehen zu lassen. Einer Einschätzung, der Lars Wulff vom Ingenieurbüro CL-Design aus Hamburg zustimmte. Mehr noch: „Ich bin mir sicher, dass wir an einigen Punkten noch Masten dazwischen setzen müssen.“

427 000 Euro für neue Laternen

Insgesamt wird Ahrensbök in den kommenden Monaten 1000 neue Straßenlaternen bekommen. Dafür wurden im Haushalt 2019 rund 427 000 Euro bereitgestellt. Davon werden zwischen 20 und 25 Prozent vom Bund gefördert. Ahrensbök rechnet mit fast 90 000 Euro Zuschuss, um seine veralteten Leuchtstoffröhren oder Quecksilberdampflampen gegen energiesparende LED-Leuchtköpfe auszutauschen.

So sehen die neuen LED-Laternenköpfe im sogenannten Zylinderdesign aus Sie geben das Licht dorthin ab, wo es gebraucht wird, auf den Fußweg und die Straße. Quelle: Susanne Peyronnet

Dabei wird die Gemeinde zwei Prozent mehr ausgeben, als die Straßenbeleuchtung allein kosten würde. Denn die Gemeinde will sich gleichzeitig fit machen für die Zukunft. Wulff erläuterte dem Ausschuss, was mit modernen Straßenlaternen mit Smart-City-Anwendungen – er nannte es auf Ahrensbök zugeschnitten Smart-Village-Anwendung – möglich ist. Die Straßenlaternen können zum Beispiel als Tankstellen für Elektroautos dienen, CO2-Messgeräte tragen, für das Überwachen von Parkplätzen – um freie Plätze anzuzeigen oder um Parksünder zu entdecken – genutzt werden oder als Sendemasten fürs schnelle 5G-Mobilfunknetz dienen.

Tanken an der Laterne

Wie das mit dem Laternenmast als Stromtankstelle funktioniert, erläutert Rene Wetzel, Marketing-Manager der Berliner Firma Ubitricity, die eine flächendeckende Laternenlösung entwickelt hat. Die Tank-Technologie steckt nicht in der Laterne, sondern in einem intelligenten Kabel, in das ein geeichter Zähler eingebaut und auf einer Sim-Karte ein mobiler Stromvertrag hinterlegt ist. Der Tankanschluss wird laut Wetzel in aller Regel über die Mastklappe nachgerüstet. So ließen sich flächendeckend Stromtankstellen einrichten. „Wir meinen, dass Ladepunkte überall verfügbar sein müssen“, sagt Wetzel.

Ubitricity, die Gesellschaft für verteilte Energiesysteme aus Berlin, demonstriert, wie das Tanken an der Straßenlaterne aussehen wird. Quelle: Ubitricity

So etwas wird Ahrensbök nicht gleich einführen. Aber wenn es in ein, zwei oder zehn Jahren Stand der Technik und überall verbreitet ist, will die Gemeinde nicht hintenan stehen oder gar noch einmal teuer nachrüsten müssen.

Die moderne Straßenbeleuchtung wird spätestens im Frühjahr 2020 in Betrieb sein. Im ersten Quartal 2019 werden die Leuchtendaten erfasst und die Masten auf Standfestigkeit und Zustand kontrolliert. Im Sommer folgt die Ausschreibung, im dritten und vierten Quartal wird mit der Montage gerechnet, beginnend im Zentralort Ahrensbök. Straßenzug für Straßenzug, Dorfschaft für Dorfschaft kommt an die Reihe.

Kostenlos für die Bürger

Die Ahrensböker müssen nicht befürchten, für die Kosten herangezogen zu werden. Zwar gehört Straßenbeleuchtung zu den Maßnahmen, für die Ausbaubeiträge erhoben werden können. Aber die Ahrensböker Kommunalpolitiker haben die Satzung extra ausgesetzt, um ihren Bürgern diese Kosten nicht aufzubürden.

Susanne Peyronnet

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