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Ostholstein Lichtmess-Versammlung mit Politik und Punsch
Lokales Ostholstein Lichtmess-Versammlung mit Politik und Punsch
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22:10 07.02.2018
Artistische Leistung: Jannek Görtz beim traditionellen Springen der Neubürger über den Stock.
Sarkwitz

Der Scharbeutzer Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) nutzte sein Grußwort zur Auseinandersetzung mit dem Versammlungsleiter Niko Rahn, der in einer Rundmail an die Fraktionen Kritik an der Schuldenpolitik der Gemeinde geäußert hatte. Weil er daraufhin nur von sehr wenigen Kommunalpolitikern Antworten erhielt, machte Rahn seinem Unmut in Leserbriefen Luft, sodass seine Sicht der Lage damit öffentlich wurde. Owerien verteidigte die Haushaltspolitik und betonte, der Etat für 2018 werde wie in den vergangenen 13 Jahren ausgeglichen sein – bei einem Volumen von rund 30 Millionen Euro: „Mit unseren Schulden können wir sehr gut umgehen. Ohne sie wäre es nicht möglich, in eine bürgerfreundliche Infrastruktur zu investieren.“

Die Lichtmessversammlung in Sarkwitz ist viel mehr ist als ein gemütliches Beisammensein mit Punschverkostung. Schon immer diskutierte die Männer-Runde auch über tagesaktuelle Themen, doch auf der 228. Zusammenkunft, ging es jetzt ungewöhnlich politisch und kontrovers zu.

Auf Rahns Frage, wie es die Gemeinde künftig mit den Straßenausbaubeiträgen halten werde, konnte der Bürgermeister noch keine Antwort geben: „Das Gesetz hierzu ist noch nicht rechtskräftig, und wir werden in dieser Angelegenheit eine politische Entscheidung herbeiführen müssen.“ Wie die ausfallen werde, könne er nicht voraussehen. Rahn ließ eine Unterschriftenliste herumgehen, in der die Unterzeichner fordern, die Gemeinde möge auf die Ausbaubeiträge verzichten. Zudem wurde die Forderung der Sarkwitzer laut, die Verursacher von Straßenschäden wie beispielsweise schwere Holztransporter müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

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Breiten Raum nimmt in Sarkwitz derzeit das Thema Mobilität ein. So gibt es im Ort ein sogenanntes Citymobil, das Mitfahrmöglichkeiten nach Pönitz bietet, außerdem wurden zwei Mitfahrbänke aufgestellt. Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde kommt jetzt noch ein Elektrobus hinzu, der voraussichtlich im April geliefert wird. Doch bei aller Ernsthaftigkeit kam auch der Spaß nicht zu kurz. Am Ende hieß es traditionell wieder: „Punsch, Punsch, Punsch.“ Zuvor stand noch eine uralte Regularie an:

Drei Neubürger mussten „über den Stock springen“, um in die Dorfgemeinschaft aufgenommen zu werden. Diesmal waren es Jannek Görtz, Nils Dierksen und Gunther Schlesselmann.

LN