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Ostholstein Los geht’s: Aufbruchstimmung am Eutiner Rosengarten
Lokales Ostholstein Los geht’s: Aufbruchstimmung am Eutiner Rosengarten
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22:10 23.03.2018
„Mehr Aufenthalts- Qualität würde der Straße gut tun.Jan Hoffmann, Buchhändler
„Mehr Aufenthalts- Qualität würde der Straße gut tun.Jan Hoffmann, Buchhändler
Eutin

Die Straße Am Rosengarten soll im Zuge der Altstadtsanierung modernisiert und neu gestaltet werden. Aber wie? Darüber gibt es zurzeit zumindest in der Eutiner Politik noch keinen Konsens.

Er hörte zu, diskutierte und nahm Anregungen auf: Eutins Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) war Freitag mit dem neuen Bauamtsleiter Henning Schröter im Quartier Am Rosengarten unterwegs. Beide warben dafür, dass viele Anwohner am nächsten Dienstag zum Bürgerforum in die Historische Reithalle kommen.

Optikermeisterin Beate Stürmeyer zeigte sich im Gespräch mit Behnk und Schröter, die von Geschäft zu Geschäft gingen, um mit Inhabern und Angestellten zu sprechen, beim Thema Einzelhandelskonzept skeptisch. „Anders als hier ist im Gewerbegebiet immer etwas los. Dort gibt es keine Probleme mit den Parkplätzen und es ist immer voll. Hier ist der Parkraum knapp und muss bezahlt werden.“ Sie mache sich Sorgen um ihre Zukunft. „Ich würde auch gern im Gewerbegebiet sein.“ Es sei ja noch nichts entschieden, sagte Behnk. „Die Erhöhung der Aufenthaltsqualität aber ist immens wichtig. Wir schaffen die Rahmenbedingungen, dass man hier gut wohnen und leben kann.“

Beim Thema Parkplätze ist die Interessenlage der Geschäftsleute durchaus unterschiedlich. Während Osman Telli vom Döner-Imbiss angesichts seiner Laufkundschaft sagt „Ich brauche die Parkplätze“, beobachten andere, dass es vielfach die Geschäftsleute selber seien, die dort dauerhaft stehen würden und ihre Parkscheiben weiter drehen. Bäckermeister Jan Thayssen hofft vor allem auf ein attraktives Umfeld für Außenplätze. „Die brauche ich. Die sind für uns alles.“ Ansonsten könnte man ja eigentlich überall in der Stadt parken und kürzere Strecken laufen.

Neue Granitsteine – weniger Verkehrslärm

Gerade das Kopfsteinpflaster mache selbst kurze Wege für ältere Kunden beschwerlich, gibt Jan Hoffmann zu bedenken. Vor wenigen Tagen habe sich eine ältere Dame in der Buchhandlung erstmal setzen müssen und ein Glas Wasser getrunken, um sich zu erholen. „Mehr Aufenthaltsqualität würde der Straße gut tun.“ Angesichts der historischen Bausubstanz, die das Flair der Straße ausmache, erhofft sich Behnk vom neuen Pflaster, „geschnittene Granitsteine wie in der Peterstraße. Die machen den Verkehr viel leiser“, ein weiteres Plus fürs Flanieren. Ein Parkleitsystem soll Besucher durch die Stadt und zu den Parkflächen dirigieren. Interessant sei zudem das Pilot-Projekt „Autonome Busse“, für das Eutin ausgewählt wurde. „Die Strecke vom Krankenhaus über den Bahnhof durch die Peterstraße ist dafür ideal. Einen genauen Starttermin gibt es dafür aber noch nicht.“

Im Bestell- und Souvenirshop überrascht Uwe Götsch den Verwaltungschef mit einem Plan, der Parkplätze auf die Schattenseite vor der Sparkasse verlegt und eine versenkbare Poller-Lösung wie in Scharbeutz („einfach perfekt“) für den Rosengarten vorschlägt. Geschäftsfrau Bärbel Böttcher ist froh über die Rosengarten-Pläne. „Endlich sind wir dran, endlich passiert etwas.“ Und Carsten Behnk dankt: „Sie sprechen mir aus der Seele.“

Einladung zum Bürgerforum

Mit Handzetteln und Plakaten (Foto) wirbt die Stadt für das Bürgerforum zum Projekt „Am Rosengarten“. Wie sich Architekten und Planer das moderne Stadtbild mit mehr Grün, Außenmöbeln und einem veränderten Pflaster vorstellen, soll am Dienstag, 27. März, von 19 Uhr an in der Historischen Reithalle am Schlossplatz in Eutin vorgestellt werden. Anmelden muss man sich dafür nicht.

Martina Janke-Hansen