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Ostholstein Schwentinebrücke wird nicht vor Weihnachten fertig
Lokales Ostholstein Schwentinebrücke wird nicht vor Weihnachten fertig
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12:00 16.11.2019
Fünf Wochen vor der eigentlich geplanten Fertigstellung gleicht die Schwentinebrücke an der Gremsmühle in Malente einer emsigen Baustelle. Quelle: Dirk Schneider
Malente

Das ist keine schöne Bescherung: Die zunächst für Ende Oktober erhoffte und dann für Anfang Advent geplante Freigabe der Schwentinebrücke in Malente wird erneut verschoben. Obwohl die eigentlichen Brücken- und Straßenbauarbeiten wahrscheinlich bis Weihnachten abgeschlossen werden können, dauert es wohl noch bis Ende Februar, bis das Bauwerk für den Verkehr wiedereröffnet wird.

Hintergrund dieser erneuten Verzögerung seien weitere Arbeiten, die im unmittelbaren Umfeld der Brücke ausgeführt werden müssten, teilt der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) auf LN-Nachfrage mit. So sollen ab Januar die Böschungen auf der Westseite wieder aufgebaut und ein Schwermetallfilterschacht mit Sandfang für die Behandlung des Oberflächenwassers auf der Ostseite gesetzt werden. Diese etwas aufwendigere Anlage sei notwendig, damit keine Metalle, Mikroplastik und Öle, die sich auf der Fahrbahn ablagern, mit dem Regenwasser in die Schwentine geschwemmt werden, erläutert Katja Jacobs, zuständige Sachbearbeiterin der Gemeinde Malente.

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Verzögerung: Brücke wird als Arbeitsfläche benötigt

Zudem stünden dann noch der Aufbau der Geländer sowie Pflasterarbeiten im Bereich der Rohrleitungsbrücke auf dem Programm, teilt der LBV mit. Um diese abschließenden Maßnahmen möglichst problemlos ausführen zu können, werde die Straßenbrücke weiterhin als Arbeitsraum und Aufstellfläche für Baumaschinen und -material benötigt.

Die Idee, ab Weihnachten zumindest eine Fahrspur über die Brücke freizugeben und diese bei Bedarf kurzzeitig zu sperren, habe man aus praktischen Gründen verworfen, erklärt Bauleiter Gerrit Niemann. „Die seit einem Jahr bestehende Umleitung hat sich bewährt und ist etabliert.“ Geänderte Verkehrsführungen benötigten aber immer eine gewisse Eingewöhnungsphase. Zudem würde die Umstellung auf eine dann dreiphasige Ampelschaltung die Wartezeiten verlängern und eine Staugefahr erhöhen, ergänzt Sachbearbeiterin Jacobs.

Die Seiten und der Aufbau der Straßenbrücke werden derzeit mit Holz verschalt, um die Betonkappen gießen zu können. Quelle: Dirk Schneider

Arbeiten an der Schwentinebrücke laufen auf Hochtouren

Im eigentlichen Kern der Arbeiten liege man im ursprünglichen Zeitfenster, betonen alle Beteiligten. So würden aktuell die Holzverschalungen hergestellt, um zunächst die Kappen der Straßenbrücke und dann der Rohrbrücke gießen zu können. Diese Bauteile haben eine tragende Funktion und dienen beispielsweise als massiver Bordstein zur Fahrbahnbegrenzung oder als Fußweg. „Der Beton soll noch im November laufen“, sagt Niemann. Parallel dazu werde an den Stützwänden auf der Ostseite gearbeitet.

Auch an der kombinierten Fußgänger- und Rohrleitungsbrücke, die zeitgleich unmittelbar neben der Straßenbrücke gebaut wird, liefen die Arbeiten auf Hochtouren, berichtet Frank Petzoldt von der SH-Netz AG. Der Bauingenieur koordiniert unter anderem die Verlegung von 15 Rohrleitungen und Elektrokabeln, die von verschiedenen Versorgungsunternehmen in eine neue Spezialbrücke eingebaut werden. Bis vor einem Jahr hingen diese Leitungen einfach unter der 120 Jahre alten Brücke. Das ist aus Sicherheitsgründen jedoch nicht mehr zulässig.

Die neue Brücke für die Versorgungsleitungen (Mitte) steht. Jetzt werden die Kabel und Leitungen in die Leerrohre eingezogen. Quelle: Dirk Schneider

Gas und Strom bereits verlegt

„Die Gasleitung und das Mittelspannungssystem sind bereits eingebaut. Die anderen Gewerke sind dabei, die Verlegung vorzubereiten. Einige der erforderlichen Arbeiten sind schon sehr speziell, das ist nun mal ein Nadelöhr“, sagt Petzoldt und wirbt um Verständnis. „Wir haben alle ein großes Interesse daran, schnell fertig zu werden, denn jeder Baustellentag kostet uns viel Geld“, erklärt Petzold. Bis Mitte Dezember sollen die Verlegung abgeschlossen und die provisorische Brücke abgebrochen werden.

Zu diesem Zeitpunkt sollen – sofern das Wetter einigermaßen mitspiele – auch die Asphaltierungsarbeiten erfolgen, hofft Niemann auf ein paar frostfreie Tage. Sollten die Temperaturen tagsüber deutlich unter fünf Grad Celsius fallen, müsste das Aufbringen der Verschleißdecke und der Fahrbahn ebenfalls ins neue Jahr verschoben werden.

Von Dirk Schneider

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