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Ostholstein Malenter Familie verliert ihr Zuhause
Lokales Ostholstein Malenter Familie verliert ihr Zuhause
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20:10 07.01.2017
Erika Schulz (66) gehörte zu den spontanen Helferinnen während des Feuerwehreinsatzes. Sie brachte heißen Kaffee zur Paulstraße.
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Malente

Vom Haus gegenüber verfolgte eine vierköpfige Familie am späten Freitagabend die Löscharbeiten an ihrem eigenen Zuhause an der Malenter Paulstraße. Die Eltern konnten sich mit ihren beiden vier und sieben Jahre alten Kindern gegen 21 Uhr aus dem Gebäude retten. Zuvor hatte eine Nachbarin die Feuerwehr alarmiert, nachdem sie Flammen aus dem Anbau hatte emporschlagen sehen. Verletzt wurde bei dem über dreistündigen Feuerwehreinsatz in eisiger Kälte niemand. Das Haus ist derzeit unbewohnbar.

Feuer fraß sich vom Anbau über die Fassade bis zum Spitzboden – Gute Nachbarschaftshilfe.

Zeitgleich wurden die Ortswehren Bad Malente-Gremsmühlen und Kreuzfeld alarmiert. „Wir waren relativ schnell an Ort und Stelle“, berichtete gestern früh der Kreuzfelder Ortswehrführer Andree Bendrich. Als stellvertretender Gemeindewehrführer hatte er die Einsatzleitung übernommen. Nach ersten Erkenntnissen war das Feuer in einem Anbau entstanden. Die Flammen hätten dann aber auf das Haus übergegriffen und sich über die gedämmte Fassade den Weg bis hinauf ins Dachgeschoss gebahnt. Bendrich: „Teile der Schicht sind regelrecht weggeschmolzen.“

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Die Angehörigen beider Wehren hätten zunächst versucht, das Feuer von innen zu löschen, seien aber an der starken Rauchentwicklung gescheitert, so Bendrich. Mit Hilfe einer Drehleiter und durch das Beseitigen von Dachpfannen habe der Brand von oben eingedämmt werden können. Dabei schlugen immer wieder hohe Flammen aus dem Inneren.

Über die Schadenshöhe liegen keine Erkenntnisse vor. Auch die Brandursache ist noch unklar. Bendrich vermutet, dass sie etwas mit der selbst gebauten Ofenkonstruktion, die im Anbau gefunden wurde, zu tun hat. Außerdem sei dort vor dem Eintreffen der Wehren offenbar eine Gasflasche explodiert.

Wie alle anderen Aktiven auch verbrachte der Einsatzleiter bis nach Mitternacht die Zeit im Freien bei minus sechs Grad. „An unserer Kleidung war durch den Sprühnebel schon Vereisung spürbar, und auf den vereisten Gehwegplatten bestand massive Rutschgefahr“, fasste Bendrich die äußeren Bedingungen zusammen. An den Einsatzort gekommen waren nicht nur etwa 50 Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und die Polizei, sondern auch Ostholsteins Kreisbrandmeister Thorsten Plath und die Malenter Bürgermeisterin Tanja Rönck. Sie suchte sofort den Kontakt zu der betroffenen Familie, die nach notärztlicher Untersuchung in einer gegenüber gelegenen Ferienwohnung untergekommen war.

Noch während des Einsatzes versorgten Nachbarinnen die Feuerwehrleute mit frischem Kaffee. Eine der spontanen Helferinnen war Erika Schulz. „Das, was wir hier machen, ist doch selbstverständlich“, sagte die 66-Jährige.

Nachts wurden vom Malenter Rewe-Markt Würstchen und Brot geliefert. „Die Anlieger haben die Würstchen warm gemacht, so dass sich die Kameraden damit am Ende des Einsatzes stärken konnten“, lobte Bendrich die gut funktionierende Nachbarschaft in Malente.

Schnelle Hilfe

Die Familie benötigt für die Kinder dringend Kleidung: Tochter (Gr. 110/ 116), Schuhe (Gr. 28). Sohn (Gr. 134/ 140), Schuhe (Gr. 36), sowie alles für die Schule (2. Klasse, Ranzen, Stifte) Der Mutter fehlt Kleidung in Größe 40/42, Schuhe (Gr. 37). Beim Vater (Gr. XXL / 56 +), Schuhe (Gr. 44).

Kontakt unter: 0152/02069514

 Christina Düvell-Veen

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