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Ostholstein Spielend lernen bei der Kinderwehr
Lokales Ostholstein Spielend lernen bei der Kinderwehr
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13:22 08.12.2018
Gut gesichert durch die nachsteigende Sharon Wenck und einen Haltegurt aus dem ersten Stock erklimmt der sechsjährige Hannes die Leiter bei einer spielerischen Übung der Kinderfeuerwehr Malente. Quelle: Dirk Schneider
Malente

Die landesweit erste Kinderfeuerwehr ist selbst noch im Kindesalter. Vor sieben Jahren gründeten Mitglieder der Malenter Wehr einen Verein, um Sechs- bis Zehnjährige spielerisch an den Dienst in der Hilfsorganisation heranzuführen. Das Konzept und die Arbeit waren so überzeugend, dass die Gemeinde diese junge Truppe 2015 als offizielle Nachwuchsabteilung der Ortswehr Bad Malente-Gremsmühlen übernahm und eingliederte.

Die LN wollen die Lütten unterstützen und bitten im Rahmen von Hilfe im Advent um Spenden für die mehr als 1000 Kinder und Jugendlichen, die sich in Ostholsteiner Feuerwehren engagieren. Sie sind die wichtigste Nachwuchsquelle der Ehrenamtler.

„Schon am Anfang hatten wir zwölf bis 16 Kinder, die bei uns mitmachen wollten“, erzählt die stellvertretende Wehrführerin Katja Weichert, die mit den Feuerwehrleuten Fynn Siebert und Sharon Wenck die Kindergruppe leitet. In kürzester Zeit stieg die Zahl auf 24. Der gute Zulauf beschränke sich dabei nicht nur auf Kinder aus den acht Wehren der Gemeinde. „Auch aus Eutin und Plön kommen Kinder, um bei uns mitzumachen.“ Die jüngsten Gründungen von Kinderabteilungen der Wehren in Eutin und Süsel hätten zwar eine zwischenzeitliche Entlastung gebracht. Aber mittlerweile sei mit 31 Kindern die Kapazitätsgrenze erreicht, sodass man jetzt einen Aufnahmestopp verhängen musste, berichtet Weichert.

Erst einmal ankommen und austoben

Ein Blick hinter die Kulissen offenbart schnell, warum die Kleinen mit großer Begeisterung bei der Sache sind. In den ersten 15 Minuten dürfen sich die Kinder in der Fahrzeughalle frei bewegen. Fynn Siebert hat die Kabine eines Löschfahrzeugs geöffnet und zugleich die Drehleiter im Blick, die ebenfalls betreten und erkundet werden darf. Das ganze Areal lädt zu Versteck- und Fangspielen ein. Im Nebenraum lockt zudem ein Tischkicker zu einem kleinen Fußballspiel. „Einige Kinder kommen von zu Hause, andere aus der offenen Ganztagsschule – die sollen erst einmal ankommen und dürfen sich auch ein bisschen austoben“, sagt Weichert über das bunte Treiben.

Nach einer Viertelstunde heißt es dann: „Antreten im Jugendraum!“ Wobei das Kommando eher symbolisch umgesetzt wird. Die Jugendlichen bilden einen Stuhlkreis. Jedes Kind darf kurz sagen, worauf es sich am meisten freut oder was ihm am meisten Spaß gemacht hat. Luis (10) und Emil (8) schwärmen immer noch vom Schlauchbootfahren im Sommer mit dem Außenbordmotor auf dem Kellersee, Fine (9) und Jorrek (10) fanden die Aussicht aus dem Drehleiterkorb auf Malente aus 31,5 Metern Höhe ganz toll. Hannes (6) und Lea (8) freuen sich, gleich eine Leiter hochklettern zu dürfen, während Nia (8) schon Feuer und Flamme für die kommende Weihnachtsfeier ist. „Da fahren wir mit Feuerwehrautos zu McDonalds.“

Spielerisch feuerwehrtechnische Übungen lernen

Derart gut eingestimmt geht es dann in die eigentliche Gruppenarbeit. „Wir werden heute das richtige Hochsteigen auf einer Leiter üben“, übernimmt Sharon Wenck den praktischen Teil, während Fynn Siebert verschiedene Ausrüstungsgegenstände eines Hilfslöschfahrzeugs wie den hydraulischen Rettungssatz erklären wird. Schnell sind zwei Gruppen eingeteilt.

Fynn Siebert lässt die Kinder testen, wie schwer das hydraulische Rettungsgerät ist. Quelle: Dirk Schneider

Unterstützt von Mitgliedern der Jugendwehr, die schon die Leiter aufgebaut und eine Sicherungsleine vorbereitet haben, lernen die Kleinen zunächst, stets auf die Eigensicherung zu achten. Ein Sicherungsgurt wird angelegt, die Leine spannt. Dann heißt es, Sprosse für Sprosse im Parallelschritt oder im Passgang zu erklimmen. „Wichtig ist, dass ihr stets im Gleichgewicht seid und euch gut festhaltet. Ein Fuß und eine Hand haben gleichzeitig Kontakt zur Leiter“, erklärt Weichert, wobei sie das „Und“ extra betont. Wenig später sind alle oben angekommen und dürfen durch ein Fenster in den ersten Stock des Gerätehauses einsteigen. „Echt cool“, kommentiert Hannes das kleine Abenteuer.

Neben feuerwehrtechnischen Aufgaben und Brandschutzerziehung, was etwa 40 Prozent der Jugendarbeit ausmache, stünden auch ganz normale Freizeitbeschäftigungen wie Ball- und Laufspiele, Bastelaktionen und Ausflüge auf dem Programm, sagt Weichert. „Wobei wir einen Staffelstab schon mal gegen ein kleines Strahlrohr austauschen oder Walkie-Talkies einsetzen.“ So ganz ohne Feuerwehrbezug gehe es eben doch nicht.

So können Sie spenden

Spenden können auf ein Konto bei der Sparkasse Holstein überwiesen werden. Dieses gehört dem Kreisfeuerwehrverband Ostholstein. Bitte geben Sie unbedingt das Stichwort „Hilfe im Advent“ an.

IBAN: DE 20 2135 2240 0076 3306 46

BIC: NOLADE21HOL

Dirk Schneider

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