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Ostholstein Maritime Kinderwelt: Das sind die Umbaupläne für das Kurparkhaus in Scharbeutz
Lokales Ostholstein Maritime Kinderwelt: Das sind die Umbaupläne für das Kurparkhaus in Scharbeutz
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12:40 02.11.2019
Markant und in einem Jahr vielleicht der Lieblingsplatz vieler Kinder: das Scharbeutzer Kurparkhaus. Quelle: Sabine Latzel
Scharbeutz

Ein einziges Mal noch werden die Scharbeutzer Gemeindevertreter im 1960er-Ambiente des Kursaals tagen, und zwar am Mittwoch, 20. November, – danach beginnen die Arbeiten im ersten Stock des Kurparkhauses. Dort entsteht die seit Langem geplante maritime Kinder-Erlebniswelt. Anschließend ist das Erdgeschoss an der Reihe: Die Tourist-Info wird ebenfalls umgebaut, und ein neues Service-Zentrum soll mehr Platz für die Gäste bieten. Investiert werden insgesamt 1,8 Millionen Euro, etwa die Hälfte davon sind Fördermittel.

Neue Fassade mit Lüftungssystem

Durchaus speziell ist er, der Scharbeutzer Kursaal, mit seinen geometrischen Formen, den gewaltigen Fensterfronten, an denen ebenso gewaltige Mengen an beige-blumigem Vorhangstoff hängen, und den unterschiedlichen Raumhöhen beziehungsweise der Absenkung in der Mitte. Besonders die Höhen zu den Saal-Seiten hin sollen nun ausgenutzt werden, um die künftige Kinder-Erlebniswelt abwechslungsreich zu gestalten.

Zunächst einmal wird der Saal im Dezember ausgeräumt – Technik und Mobiliar werden weiterhin verwendet, erklärt Thomas Albertin, bei der Gemeindeverwaltung unter anderem zuständig für touristische Infrastrukturentwicklung. Im Januar wechseln die Handwerker die Außenfassade gegen eine neue, energetisch optimierte und mit einem Lüftungssystem versehene Fassade aus – und dann geht es an den Aufbau der maritimen Welt für die jüngeren Kurparkhaus-Besucher, nach einem Entwurf des Eutiner Architekturbüros Bielke und Struve.

So soll die Erlebniswelt nach den Plänen des Architekturbüros Bielke und Struve aussehen. Quelle: Gemeinde Scharbeutz

Ausguck am Mast, Meereswelt auf dem Boden

Auf den 200 Quadratmetern im ersten Stock sollen sie eine Küstenzone vom Ufer bis zum tiefen Meer finden. Wo derzeit noch ein kleines Podest steht, wird ein Schiffsheck emporragen – mit Stufen, Bullaugen, einem Mast und Rahen zum Klettern, Segeln, einem Steuerrad, einer Mal-Station und einem Alkoven samt Audio-Station. Gegenüber, am anderen Ende des Saals, soll ein weiterer Mast stehen, fünf bis sechs Meter hoch und mit einem Krähen-Nest (Ausguck), vom dem aus die Kinder mit Ferngläsern auf die Ostsee blicken können. In der Mitte des Raumes projiziert ein Beamer die Meereswelt auf den Boden. Dessen verschiedene Farben symbolisieren den Übergang vom Ufer übers Flachwasser bis zur tiefen See.

Weitere Elemente sind eine Nagelbank, an der kleine und große Besucher Knoten üben können, eine Sitzgruppe aus Holzfässern, ein Leuchtturm, Schatzkisten mit Spielen und Bastel-Tische aus alten Surfbrettern. „Wir wollen hier keine reinen Kulissen“, sagt Thomas Albertin: „Die Kinder sollen mit jedem Teil auch etwas machen können.“ Der Saal werde nicht wiederzuerkennen sein, ist er sicher.

Fahrräder im Erdgeschoss, die Tourist-Information, das hohe Treppenhaus und der Kursaal mit den bizarr wirkenden Vorhängen: Das Scharbeutzer Kurparkhaus bietet interessante Ansichten.

Veranstaltungen finden auch künftig im Saal statt

Die beige-blumig-gemusterten Vorhänge werden durch Rollos ersetzt, die alten Heizkörper durch neue mit Sitzflächen und die Holzverkleidung an der Decke durch Akustik-Elemente. In der bisherigen Teeküche soll künftig Platz für die Garderobe und Kinderwagen sein, und auch der erste Stock bekommt einen Sanitärbereich mit Kinder-Toiletten und Wickeltisch. Barrierefrei soll das Treppenhaus sein, dort wird ein Fahrstuhl eingebaut.

Sonderveranstaltungen im Saal werden auch in Zukunft Eintritt kosten, erklärt Thomas Albertin – das gelte aber nicht für die allgemeine Nutzung der Erlebniswelt. Mit Vertretern des Tüv müsse die Gemeinde allerdings noch klären, ob das neue Angebot ohne Aufsicht oder Betreuung nutzbar sein wird. Vorträge, Filmvorführungen und andere Veranstaltungen sollen auch in Zukunft im Kursaal stattfinden – und eben auch die Gemeindevertretersitzungen. Als Lager für die dafür nötigen Tische und Stühle dient übrigens das Innere des „halben Schiffes“.

Fertigstellung voraussichtlich im Herbst 2020

Als Bauzeit seien sechs bis acht Monate angesetzt, berichtet Albertin, mit einer Fertigstellung ist also im Herbst 2020 zu rechnen. Anschließend geht es im Erdgeschoss zur Sache: Quer durch die bisherige Eingangshalle soll sich der lange Empfangstresen der Tourist-Information ziehen, mit Arbeitsplätzen im hinteren Bereich und direkter Anbindung an die Büros der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht (TALB) im flachen Anbau. Der bisherige Bereich der Tourist-Info wird zum „unentgeltlichen Informationszentrum“ und zur „Serviceeinrichtung für Gäste“, mit Video-Wand, Bildschirmen, Ruhezonen und eventuell einer Spielecke.

1,4 Millionen Euro soll die maritime Kinder-Erlebniswelt kosten, die Hälfte davon kommt als Förderung aus dem Landesprogramm Wirtschaft. Bei der Investition ins Erdgeschoss von insgesamt 412 000 Euro können noch bis zu 144 000 Euro Fördergeld eingeworben werden. Die Dachsanierung am Kurparkhaus 2015 und 2016 hat bereits 200 000 Euro gekostet, hinzu kam der Anbau an den Bürotrakt für die Talb mit 250 000 Euro.

Von Sabine Latzel

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