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Ostholstein Mark Forster traf die Menge wie ein Blitz
Lokales Ostholstein Mark Forster traf die Menge wie ein Blitz
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15:28 05.09.2015
Er tanzt und hüpft über die Bühne: Mark Forster genießt seinen Auftritt in Timmendorfer Strand.
Er tanzt und hüpft über die Bühne: Mark Forster genießt seinen Auftritt in Timmendorfer Strand. Quelle: René Kleinschmidt
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Timmendorfer Strand

Als tosender Applaus einsetzt, lacht Mark Forster und freut sich. Selten wirkt ein Künstler so entspannt und erfreut wie er an diesem Abend. Und die mehr als 5000 Fans, die Freitagnacht mit ihrer Begeisterung den Sand der Musik-Arena in Timmendorfer Strand auffliegen lassen, erleben, eingehüllt in wärmende Herbstjacken, ein gigantisches Konzert.

Denn alle wollen ihn sehen, den deutschen Newcomer schlechthin: Mark Forster. Und der weiß sein Publikum gleich mitzureißen. Beim ersten Beat, den ersten Strahlen der Scheinwerfer, brandet Jubel auf, gehen Arme in die Luft und Timmendorf tanzt.

Wer mehr in der Musik ist, lässt sich schwer sagen, denn absolut selbstvergessen hüpft der frisch gebackene „Bundesvision Songcontest“-Gewinner beschwingt vom einen Ende der Bühne zum anderen. Expressiv, dem Ausdruckstanz gleich.

Lässig wirkt er mit weißem T-Shirt, Mütze und Hornbrille gestylt. Er verbreitet extrem gute Stimmung, man merkt, dass der 31-jährige Pfälzer jede Sekunde seiner Lieder auch selbst genießt.

Zwischen den einzelnen Tracks lässt Forster die Menge nicht zur Ruhe kommen, stellt jedes Mitglied seines Teams als den „wie ich finde attraktivsten Mann, den George Clooney der Band“ vor. Dazu lässt er den Sand in den Schuhen ordentlich hin- und herrieseln, als alle sich hinhocken und nach erwartungsvollen Sekunden wieder aufspringen. Mit der Song-Auswahl deckt er sein Debütalbum „Karton“ ab, spielt aber auch einiges von der 2014 erschienenen Platte „Bauch und Kopf“.

Textsicher ist das Publikum überall, vor allem natürlich bei „Flash mich“, das als erster Höhepunkt des Abends zur Halbzeit kommt. Spätestens jetzt rasten die Leute aus, werden dann aber in verträumte Sommerabend-Stimmung weitergeschickt, als der Sänger und Texter „Wo ist dein Feuer?“ anstimmt und alle Handylichter aufblitzen lässt.

Dann wiederum zeigt er seinen Sinn für schrägen Humor und verspricht der Menge, für sie auf „dem blauen Ding“ zu spielen, einer Mischung aus Keyboard und Trompete; das heißt, falls die Menge ihr Temperament zügeln kann.

Kann sie aber nicht mehr wirklich – doch dann ist der Abend auch schon fast vorüber und zum Ausklang spielt die Band den wahrscheinlich berühmtesten Hit „Au Revoir“, der Mark Forster 2014 zu seinem großen Durchbruch führte.

Aber verschwindet der Mann des Abends wirklich nach so einem Auftritt mit einem leisen „auf Wiedersehen“ und kleiner Verbeugung von der Bühne?
Nein, nach ein paar Minuten des Atemanhaltens im Publikum, in denen die Band die Bühne verlassen hat, geht das Licht wieder an – diesmal kehrt Mark Forster allein zurück.

Jetzt sind alle Lichter gedimmt, nur noch ein Scheinwerfer richtet sich direkt auf das Keyboard. Mit „Oh Love“ gibt er eine Zugabe, die einen merken lässt, wo man sich gerade befindet: Am Strand, am Ende des Sommers.

Mark Forster erzählt gut gelaunt aus seinem Leben, so zum Beispiel, dass ihn eines Tages Sido per Whats App verständigt hat und er sich fragte, ob das wirklich der Sido sein könnte. Damals konnte er es noch nicht ahnen, aber mit der Nachricht sollte seine Karriere einen immensen Aufschwung nehmen. 2013 schrieb er für den Rapper „Einer dieser Steine“ und wurde durch das Duett über Nacht deutschlandweit berühmt.

Über diesen Song durften sich die Fans zum Abschluss noch freuen und wurden dann mit „Bauch und Kopf“ in die Nacht entlassen – sein neuestes Lied hatte sich Mark Forster für den Schluss aufgehoben.
nat