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Ostholstein Megaprojekt in Neustadt: 121 Millionen Euro werden in die Hafenwestseite investiert
Lokales Ostholstein Megaprojekt in Neustadt: 121 Millionen Euro werden in die Hafenwestseite investiert
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12:25 25.09.2019
Die Hafenwestseite soll ein neues maritimes Vorzeigequartier werden. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt

Die Stadt Neustadt verändert sich: Mit dem Lübschen Mühlenberg ist am Neustädter Ostring ein neuer Stadtteil mit Hunderten Häusern und Wohnungen entstanden – weitere Gebäude und ein Kindergarten folgen. Das zweite Millionenprojekt soll auf der Hafenwestseite realisiert werden. Hostel, Wohnungen und maritimes Gewerbe sind vorgesehen. Bevor es losgeht, müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen erarbeitet, beschlossen und der städtebauliche Vertrag von der Stadt sowie dem Grundstückseigentümer unterschrieben werden.

Letzteres soll in den kommenden Tagen geschehen. „Am Montag nach der Stadtverordnetenversammlung am 26. September gibt es einen Notartermin“, sagt Conrad Rieger vom Bauamt im Hauptausschuss. „Nach der Vertragsunterzeichnung mit dem Eigentümer wird dieser die Flächen an Devello verkaufen“, erklärt Rieger. Durch einen Ergänzungsvertrag tritt Devello als Investor dann in den städtebaulichen Vertrag ein.

Bauarbeiten sollen in 50 Monaten erledigt werden

Anschließend wird die Bauleitplanung starten. Läuft alles glatt, könnte der Bebauungsplan in der ersten Hälfte des kommenden Jahres beschlossen werden. Der Investor dürfte dann die Bauanträge einreichen, welche spätestens im Sommer 2021 genehmigt würden. Anschließend kann der Bau beginnen. Die Arbeiten müssen innerhalb von 50 Monaten erledigt werden, ansonsten drohen bei eigenem Verschulden Vertragsstrafen bis zu 500 000 Euro.

Die Geschichte
der Hafenwestseite multimedial erzählt.

Laut Bauamt betragen die prognostizierten und geschätzten Kosten für das Megaprojekt 121 Millionen Euro. Der Großteil muss der Investor tragen – 107 Millionen Euro. Von dem Geld sollen Grunderwerb, Abriss, Sanierung und Neubau bezahlt werden. Die übrigen 14 Millionen Euro werden unter anderem für die Umgestaltung vom Zob sowie dem Anlegen der Außenanlagen und dem Bau einer Straße zwischen Wieksbergstraße und Am Holm benötigt.

Entscheidungen stehen an

Die Neustädter Stadtverordnetenversammlung tagt am 26. September um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Unter anderem geht es um die personellen Grundlagen für die Einführung einer offenen Ganztagsschule an der Grundschule Neustädter Bucht, die Fortführung der Teilnahme am Bundesprojekt „Demokratie Leben“ im Förderzeitraum 2020 bis 2024 und den Abschluss des städtebaulichen Vertrages zur Entwicklung der Hafenwestseite.

Auch ist der Bau von zwei Brücken für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen. Eine soll ab etwa 2022 direkt neben der Hafenbrücke entstehen, die andere in Höhe vom Haus der Manufakturen. „Die zweite Brücke über das Hafenbecken ist für circa 2024 geplant. Wobei die Realisierung noch zu klären ist, insbesondere die Frage, ob dafür Städtebaufördermittel durch das Innenministerium bereitgestellt werden“, sagt Rieger.

Türme bleiben stehen, andere Gebäude werden abgerissen

Wie bereits in den LN berichtet, sollen die roten LHG-Türme erhalten bleiben und zu einem Hostel umgebaut werden. Der HaGe-Speicher auf der anderen Straßenseite sowie weite Teile des Getreide-Speichers sollen verschwinden. Ebenfalls reif für den Abrissbagger ist der Gebäudekomplex, in dem sich derzeit unter anderem die Hafenmeisterei befindet. Anschließend sollen Wohnungen entstehen. Laut Conrad Rieger sind für den ersten Bauabschnitt etwa 50 und für den zweiten 140 Wohneinheiten geplant. Mindestens 25 Prozent der Bruttogeschossfläche muss frei finanzierter Mietwohnungsbau werden.

Ein Blick auf die Hafenwestseite aus luftiger Höhe. Quelle: Louis Gäbler

Viele neue Parkplätze an Hafenwestseite geplant

Da ein Großteil der zukünftigen Bewohner Autos haben dürfte, müssen auch neue Stellplätze her. „Stellplätze für die Wohnungen und sonstigen Nutzungen sollen auf den neuen Grundstücken errichtet werden“, sagt Rieger und ergänzt, dass Tief- und Hochgaragen möglich seien. Davon losgelöst ist nach wie vor der Bau eines Parkhauses unweit des Bahnhofs für 200 Fahrzeuge Teil des Plans. Weitere 50 Stellplätze sind derzeit an der Wieksbergstraße sowie etwa 40 am Straßenrand vorgesehen.

Weitere Details und Vorgaben zu der zukünftigen Hafenwestseite gehen aus dem städtebaulichen Vertrag hervor: Demnach muss in den Erdgeschossen der Neubauten im sogenannten Hospitalquartier – also neben der Kirche – überwiegend „hafenbezogenes Gewerbe und Einzelhandel“ untergebracht werden. In den Speichertürmen soll nicht nur ein Hostel integriert werden, sondern auch soziale Einrichtungen und kulturelle Angebote. Bestandteil des Vertrags ist zudem die Energieversorgung. Sie soll innovativ und nachhaltig sein. Fernwärme ist eine denkbare Variante.

Von Sebastian Rosenkötter

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