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Ostholstein Mehr Bäume für den Klimaschutz: Timmendorfer Strand sucht Paten
Lokales Ostholstein Mehr Bäume für den Klimaschutz: Timmendorfer Strand sucht Paten
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12:40 09.10.2019
Haben eine Buche in Niendorf gepflanzt: (v.r.) Baumpfleger Daniel Szogs, Christina Banke (Fachbereichsleitung Umwelt), Klimaschutz-Managerin Regine Maaß und Melanie Puschaddel-Freitag (stv. Bürgermeisterin). Quelle: Saskia Bücker
Niendorf

Jetzt zieht auch Timmendorfer Strand nach: Am Montag hat die Gemeinde im Neubaugebiet Blumenkoppel in Niendorf eine Buche gepflanzt. Mit der Baumpflanz-Aktion ist sie nicht alleine. Bereits zum Tag der Deutschen Einheit haben mit der Aktion „Einheitsbuddeln“ überall in Ostholstein Privatpersonen, Schüler, Vereine und Gemeinden Bäume gepflanzt.

Timmendorfer Strand startet eine Baumpflanz-Aktion. Das liegt im Trend. Schon am 3. Oktober hatten sich andere Gemeinden am „Einheitsbuddeln“ beteiligt.

„Auch uns ist es wichtig, die Menschen mitzunehmen und gemeinsam etwas für den Umweltschutz zu tun“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Melanie Puschaddel-Freitag (CDU), die dabei war, als der Baum in die Erde gesetzt wurde. Bei einem soll es nicht bleiben. „Im nächsten Jahr wollen wir möglichst viele Bäume in unserer Gemeinde pflanzen“, erzählte sie. „Wir müssen schauen, dass wir uns rechtzeitig darum kümmern, bevor es zu spät ist.“

Timmendorfer Strand will Baum-Patenschaften

Damit das Projekt in Schwung kommt, zähle die Gemeinde auf Anwohner, Vereine und Verbände. Timmendorfer Strand setzt auf sogenannte Baum-Patenschaften. Wer mitmacht, kann dann selbst entscheiden, inwieweit er sich in die Pflanz-Aktionen einbringt. „Man kann selbst einen Baum kaufen und im öffentlichen Bereich einpflanzen oder die Pflege und Bewässerung mitgestalten“, sagte Puschaddel-Freitag. Die Gemeinde begrüße zudem einen Dialog mit Anwohnern und Vereinen darüber, was man noch konkret gemeinsam an Klimaschutz-Maßnahmen anstoßen könne. „Ich finde es schwierig, nur gegen etwas zu sein. Entscheidend ist doch, dass wir etwas für die Umwelt tun.“

Wie werde ich Baumpate?

Wer eine Baumpatenschaft in der nächsten Pflanz-Saison übernehmen will oder eine Idee für einen geeigneten Standort hat, kann sich mit der Umweltverwaltung der Gemeinde Timmendorfer Strand in Verbindung setzen. Für Ideen zu weiteren Mitmach-Aktionen zum Umweltschutz steht auch die Klimaschutz-Managerin Regine Maaß zur Verfügung. Beide Bereiche sind per E-Mail unter info@timmendorferstrand.org zu erreichen.

Dass es für mehr Bäume in Timmendorfer Strand genug Platz gebe, davon ist Klimaschutz-Managerin Regine Maaß überzeugt. Neben dem Neubaugebiet in Niendorf beispielsweise im Kurpark und in der Düne. „Wegen der Stürme sind dort viele Bäume abgeknickt“, sagt Maaß. Auch auf Ausgleichsflächen gebe es noch Spielraum. Die Gemeinde wolle mit den Bäumen aktiv etwas dafür tun, Kohlendioxid zu reduzieren.  Außerdem seien die Gewächse Lebensraum für Insekten, sie filtern den Boden und schirmen Fallregen ab, sodass der Sandboden nicht so leicht erodieren kann.

Diese Pflanztipps gibt der Baumpfleger

Gepflanzt werden sollen im Wesentlichen heimische Bäume. Welche Art wo gepflanzt wird, richtet sich nach der Bodenkonsistenz. Erlen, Weiden, Eschen brauchen viel Feuchtigkeit“, sagt Baumpfleger Daniel Szogs. Im sandigen Boden zwischen den Dünen fühlen sich hingegen Kiefern wohl. Die Bäume kommen in die Erde, wenn sie bereits ein paar Jahre in einer Baumschule gewachsen sind. „Ein vernünftiger, massiver Baum kostet dann um die 300 Euro“, sagt Szogs.

Ist der Baum in der Erde, sei es am Anfang wichtig, dass die Wurzeln ausreichend Wasser bekommen. „Viele Menschen bewässern frisch in die Erde gesetzte Bäume jeden Tag ein bisschen“, berichtet der Baumpfleger. Das sei aber fatal für die Entwicklung. Er empfiehlt, lieber einmal intensiv 50 bis 100 Liter auf die Erde zu kippen. „Dann läuft das Wasser bis in die Tiefen der Wurzeln“, erklärt Szogs.

Ein Dreibock aus Holz müsse um den Stamm herum aufgebaut werden, damit der Baum in der Anfangszeit nicht umfällt. Außerdem sei es ratsam, eine Schilfmatte um den Stamm zu wickeln – als Sonnenschutz. „Denn auch eine Baumrinde kann einen Sonnenbrand bekommen“, erklärt Szogs. Und dann heißt es warten. Denn bis beispielsweise die Buche richtig angewachsen ist und mit dem Speichern von Kohlenstoffdioxid beginnen kann, verstreichen mindestens zwei bis drei Jahre, prognostiziert der Baumpfleger.

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Von Saskia Bücker

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