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Ostholstein LTE-Ausbau in Ostholstein – es bleiben Funklöcher
Lokales Ostholstein LTE-Ausbau in Ostholstein – es bleiben Funklöcher
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11:40 22.10.2019
Die Telekom hat ihren LTE-Empfang in Ostholstein ausgebaut. Dennoch gibt es noch immer weiße Flecken auf der Landkarte. Quelle: dpa-Bildfunk
Ostholstein

Malente, Bahnhofstraße. Geschäfte rechts und links, Rathaus und Haus des Kurgastes. Auf dem Handy-Display erscheint ein „E“. Von einem ordentlichen mobilen Handyempfang, gar flottem mobilem Internet kann für Telekom-Kunden keine Rede sein. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern.

Seit 2018, teilt Telekom-Sprecherin Stefanie Halle mit, sucht der Konzern in Malente einen Standort für einen Mobilfunkmasten. Erfolglos. Der neueste Plan lautet, eine Antenne am Wasserturm in der Ringstraße anzubringen. Der Denkmalschutz habe dem zugestimmt, teilte die Telekom der Gemeinde mit. Gesucht wird noch ein Grundstück für einen 40 Meter hohen Mast bei Timmdorf, am Rand des Ruheforstes.

Abgehängt in Bosau und Heiligenhafen

Funklöcher wie im Zentrum von Malente gibt es auch in Bosau. Und in Heiligenhafen. Auch dort sieht es mit mobilem Internet mitten in der Stadt schlecht aus. Ganz anders ist die Situation dagegen in etlichen kleineren Orten. Vor allem wenn sie nahe der A 1 liegen, bieten sie Telekom-Kunden das flotte LTE.

Gerade hat die Telekom mitgeteilt, dass die Mobilfunk-Versorgung in Ostholstein jetzt noch besser geworden sei. Dafür habe sie seit Juni 30 Standorte mit LTE erweitert. Durch den Ausbau steige die Mobilfunk-Abdeckung im Landkreis in der Fläche und bei der Kapazität. Auch der Empfang in den Gebäuden verbessere sich.

Ein Techniker installiert an einem Masten die Sendevorrichtung für LTE. Quelle: Thomas Ollendorf/hfr

Die neuen oder aufgerüsteten Masten stehen in diesen Kommunen: Ahrensbök, Bad Schwartau, Bosau, Eutin, Fehmarn (5), Grömitz, Heiligenhafen (2), Heringsdorf, Lensahn, Neukirchen, Neustadt, Oldenburg (2), Pansdorf, Riepsdorf, Schönwalde am Bungsberg, Sierksdorf, Stockelsdorf (2), Süsel, Techau, Timmendorfer Strand (2) und Wangels (2). Die Standorte in Pansdorf, Techau und ein Standort in Wangels dienten zudem der Versorgung entlang der A 1, so die Telekom. Ein Standort in Oldenburg in Holstein und zwei Standorte auf Fehmarn versorgten die Mobilfunkkunden entlang der Bahnstrecke Kopenhagen-Hamburg.

Nur der halbe Ort abgedeckt

Dass Bosau dort auftaucht, obwohl es etwa am Bischof-Vicelin-Damm kein LTE gibt, begründet Halle damit, dass der vorhandene und jetzt aufgerüstete Mast nicht den gesamten Ort abdeckt. Deshalb habe die Telekom dort einen zweiten Standort aufbauen wollen, aber die Gemeinde habe wegen des Ausbaus durch Vodafone keinen weiteren Standort bereitstellen wollen. „Wir werden den Vodafone-Masten mit nutzen“, kündigte Halle an. Er werde bis Ende 2020 stehen.

Und wie geht es in Heiligenhafen weiter? Dort plant die Telekom laut Halle zwei zusätzliche LTE-Standorte. Sie sollen Ende des ersten Quartals 2020 in Betrieb genommen werden und gehören zu den 15 neuen Masten, die bis 2022 errichtet werden sollen. An 13 Standorten sind Erweiterungen mit LTE geplant. Insgesamt, teilt die Telekom mit, betreibt sie im Landkreis Ostholstein jetzt 73 Standorte für schnelles mobiles Internet.

Auch die Mitbewerber der Telekom wollen in puncto LTE-Ausbau nachziehen. Quelle: Susanne Peyronnet

Ausbau auch bei Vodafone und Telefónica

Auch die beiden anderen Anbieter, Vodafone und Telefónica (O2), bauen ihr LTE-Netz nach eigenen Angaben weiter aus. Bis Ende 2020 sind im Kreis Ostholstein im Vodafone-Netz noch sechs LTE-Bauvorhaben geplant, teilt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf mit. Dabei werde das Unternehmen eine neue Mobilfunkstation in Betrieb nehmen, an vier Standorten erstmals LTE-Technik an einem bestehenden Mobilfunk-Standort installieren und zusätzliche LTE-Antennen an einer vorhandenen LTE-Station anbringen. Die geplanten Baumaßnahmen dienten dazu, LTE-Funklöcher zu schließen sowie mehr Kapazität und höhere Surf-Geschwindigkeiten in das Vodafone-Netz zu bringen.

Auf der Jagd nach Funklöchern

„Wir jagen Funklöcher“
heißt eine Aktion der Telekom, bei der Kommunen angesprochen werden, die beim Mobilfunkausbau zu kurz gekommen sind. 50 Gemeinden können sich für die Aktion bewerben. Nach Angaben der Telekom gibt es bereits Bewerbungen aus Schleswig-Holstein, allerdings noch keine aus dem Kreis Ostholstein.Die Gemeinden müssen verschiedenen Voraussetzungen erfüllen, unter anderem einen Beschluss der Gemeinde- oder Stadtvertretung nachweisen. Sie müssen ein Dach oder eine freie Fläche mit Stromversorgung für den Mast zur Verfügung stellen und sich als Kommune präsentieren, etwa mit einem Video oder mit Fotos.Die Bewerbungsfristläuft bis zum 30. November dieses Jahres. Kommunen können ihre Vorschläge auf www.telekom.com/wirjagenfunkloecher einreichen.

Telefónica Deutschland teilt mit, der Konzern rüste Mobilfunkstandorte auf: von GSM (2G) und UMTS (3G) auf LTE (4G). „Im Rahmen unserer aktuellen LTE-Ausbauoffensive haben wir im Landkreis Ostholstein rund 15 neue Stationen errichtet und damit die LTE-Flächenversorgung deutlich verbessert“, teilt Telefónica-Sprecher Florian Streicher mit. Darunter befänden sich unter anderem neue LTE-Stationen in Bad Schwartau (Cleverbrück), Süsel (Bujendorf), Sierksdorf, Ahrensbök (Siblin, Hörsten), Neustadt (Zentrum, Pelzerhaken), Großenbrode, Scharbeutz (Untersteenrade), Burg auf Fehmarn sowie mehrere Stationen in Timmendorfer Strand. Darüber hinaus seien die Kapazitäten an Telefónica-LTE-Standorten erhöht worden. Streicher: „Wir werden den Ausbau in den kommenden Monaten kontinuierlich fortsetzen, um die Netzqualität in Ostholstein weiter zu verbessern und Abdeckungslücken zu schließen.“

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Von Susanne Peyronnet

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