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Ostholstein Mit Krake und Roboter: So sucht die Niendorfer Feuerwehr neue Kameraden
Lokales Ostholstein Mit Krake und Roboter: So sucht die Niendorfer Feuerwehr neue Kameraden
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07:03 03.12.2019
Mitgliederwerbung einmal anders: Der Niendorfer Wehrführer Jens Krüger will mit seinem Feuerwehr-Roboter für Aufmerksamkeit sorgen. Quelle: Lutz Roeßler
Niendorf

Ein cooles „Patch“ und ein Roboter: Mit diesen originellen Ideen wollen die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Niendorf neue Mitglieder werben. Wie zahlreiche weitere Wehren sehen auch die Niendorfer die sinkende Zahl der Freiwilligen mit Besorgnis. Mit Witz machen sie auf das Problem aufmerksam – und bringen deshalb unter anderem neue Freizeit-Mode auf den Markt.

Der Niendorfer Krake hält Rettungsring, Rohr und Werkzeug

Was ein „Patch“ ist, hat Wehrführer Carsten Dede bei der Ideensuche und -findung gelernt: ein Abzeichen, ähnlich einem Emblem. Und dessen Mittelpunkt bildet bei den Niendorfern jetzt ein Krake mit Feuerwehrhelm sowie Rettungsring, Hohlstrahlrohr und Halligantool (Hebel- und Brechwerkzeug) in den Armen – Symbole für die Wasserrettung, das Löschen und andere Aufgaben wie etwa die Türöffnung. „Der Krake ist maritim und hat viele Arme, er steht für die Multifunktionalität der Feuerwehr“, erklärt der stellvertretende Gruppenführer Simon Wigger. Ebenfalls im „Patch“ zu finden ist das Gründungsjahr der Freiwilligen Wehr, 1929.

Das neue „Patch“ der Niendorfer Feuerwehr: Der Krake steht fürs Maritime und die vielfältigen Aufgaben der Wehr. Quelle: Sabine Latzel

Der Krake soll allerdings kein offizielles Wappen oder Maskottchen sein, sondern eher ein „Wiedererkennungsmerkmal“, sagen die Niendorfer Kameraden, und zwar auf Freizeitkleidung: Es gibt bereits T-Shirts, Kapuzenpullover („Hoodies“) sowie Pullover mit Reißverschluss („Zipper“) mit dem weißen Kraken auf dunkelblauen Grund. „Damit kann man die Verbundenheit mit der Wehr zeigen“, sagt Wehrführer Dede.

Aufkleber, T-Shirts und Pullover mit dem Niendorfer Kraken gibt es bereits. Der Roboter ist ein origineller Blickfang, der vor allem zum Nachdenken anregen soll.

Niendorfer Feuerwehr-Mode für Kinder und Erwachsene

Die Angehörigen der Niendorfer Wehr statten sich in diesen Tagen bereits mit „ihrer“ Mode aus, die es sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geben wird. Fördernde Mitglieder sollen sich ebenfalls über die Shirts und Pullover freuen. Wichtig ist den Erfindern aber vor allem der Werbeeffekt. „Vielleicht können wir mit diesem Patch gerade jüngere Leute zur Feuerwehr locken“, lautet die allgemeine Hoffnung. Derzeit leisten 34 aktive Feuerwehrleute in Niendorf ihren Dienst, die vorgeschriebene Mindeststärke liege eigentlich bei 38, berichtet Carsten Dede. „Noch stimmt die Zahl bei den Einsätzen“, sagt der Wehrführer – innerhalb von zehn Minuten müssten zehn Mann vor Ort sein, und das schafften die Niendorfer auch. „Aber sollte die Zahl der Aktiven unter 27 sinken, wird es brenzlig.“ Im wahrsten Sinne des Wortes.

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Erhältlich ist die Bekleidung auch über den Online-Shop von „T-Shirt-Total“ sowie deren Filiale im Luv-Center in Lübeck-Dänischburg. Ein T-Shirt kostet 18,99 Euro, ein Hoodie 34,99 Euro und ein Zipper 38,99 Euro. Das Sortiment ließe sich natürlich erweitern, heißt es vonseiten der Wehr – denkbar seien beispielsweise Strampelanzüge, Becher oder womöglich Badehosen mit dem „Niendorfer Kraken“. Erst einmal wollen die Kameraden aber die Nachfrage nach dem aktuellen „Patch“-Angebot abwarten.

Ein Roboter als „Feuerwehrmann der Zukunft“

Weitere Hoffnungen in puncto Mitgliederwerbung ruhen auf einem neuen Kameraden, den Gruppenführer Jens Krüger aus ausgemusterten Feuerwehr-Armaturen gebaut hat: Ein etwa ein Meter großer Roboter steht als „Feuerwehrmann der Zukunft“ auf einer runden, roten Platte. Seine Augen können blau blinken, und auf Knopfdruck ertönt Sirenengeheul aus seinem Inneren. „Müssen wir irgendwann auf Löschroboter zurückgreifen?“: Mit dieser Frage wollen Jens Krüger und seine Kameraden alle zum Nachdenken bringen, die (noch) keine Mitglieder bei der Wehr sind.

Der Feuerwehrmann der Zukunft? Mit dem Roboter will die Niendorfer Wehr neue Mitglieder auf sich aufmerksam machen. Quelle: Sabine Latzel

„Wir wollen den Roboter als Blickfang an gut besuchten Orten in Niendorf aufstellen“, kündigt Jens Krüger an – im Eingang vom Supermarkt, auf der Promenade oder in Schaufenstern, aber auch in Schulen und Kindertagesstätten. „Er bekommt noch einen Aufkleber mit einem QR-Code, der zu unserer Facebook-Seite verlinkt“, berichtet Simon Wigger. Im Roboter steckt zudem ein Sound-Modul, sodass er künftig auch Texte „sprechen“ kann. Einen Namen hat der Armaturen-Kamerad noch nicht – darüber sollen alle abstimmen, die mögen. „Wir stellen fünf Vorschläge auf unsere Facebook-Seite, und dann können die Leute ihr Votum abgeben“, sagt Jens Krüger.

In diesem Video stellt er den Roboter vor

Interessenten können an einer „Kennlern“-Übung teilnehmen

Bei allem Spaß, den die neuen Ideen den Niendorfer Feuerwehrfrauen und -männern machen, bleibt jedoch die Sorge um die sinkenden Mitgliederzahlen. „Aus den Niendorfer Neubaugebieten, in die ja viele junge Familien gezogen sind, bekommen wir niemanden“, nennt Wehrführer Dede ein Beispiel. „Aber eine Pflichtwehr möchte ich nicht, die Freiwilligkeit ist ein sehr wichtiger Bestandteil bei uns.“ Wer sich einmal bei der Niendorfer Wehr umsehen möchte, ist herzlich zu einer „Kennlern“-Übung eingeladen. Sie findet am Montag, 9. Dezember, um 18.45 Uhr im Feuerwehrhaus (Niobeweg 2) statt.

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Von Sabine Latzel

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