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Ostholstein Mit neuer Regisseurin und neuen Darstellern: Theater-Ensemble startet in die Saison
Lokales Ostholstein Mit neuer Regisseurin und neuen Darstellern: Theater-Ensemble startet in die Saison
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09:00 09.10.2019
Thea Witt (Ursel Wolgast) hat bei allen Schwierigkeiten eine Lösung parat. Momme Noogens (Volker Paulsen) staunt über ihre Schlitzohrigkeit. Quelle: Ulrike Benthien
Süsel

Auch das Nest „ Billerbrookholz“ , besser gesagt, sein Bürgermeister Martin Bollmann (Uwe Bierans), will vom Tourismus profitieren. Ein Hotelzentrum mit Wellness-Oase soll her. Darin bestärkt den Bürgermeister die Großstadtpflanze Carola Ganowski (Gisela Stooß-Klüß). Im Wege steht den ehrgeizigen Plänen allerdings Thea Witt (Ursel Wolgast), Besitzerin des Gasthauses „Zur alten Wassermühle“, die weder einem Abriss noch dem Bau einer Straße über ihr Grundstück zustimmen will. „Thea Witt maakt nich mit“ heißt die Komödie von Jens Exler (niederdeutsche Übersetzung von Hans Pfeifer) , für die das Ensemble der Niederdeutschen Bühne Süsel seit Monaten probt. Am Sonnabend, 12. Oktober, ist Premiere in der Kulturscheune.

Hauptrolle Thea Witt ist eine Herausforderung

Schon 1973 ist das Lustspiel von Süseler Theaterbegeisterten aufgeführt worden, im „Gasthof zu Süsel“. Zu den Akteuren gehörte auch damals Ursel Wolgast. „Ich habe die Jugendliche gespielt“, sagt sie und erinnert sich noch gut. Diese Rolle übernimmt heute Angelique Barthel. „Mir fallen noch etliche Textbausteine von damals ein“, sagt Ursel Wolgast schmunzelnd. Die inzwischen 78-Jährige gibt nun die Thea Witt. „Damit hat mir Regisseurin Carina Kohrt eine Rolle gegeben, die atypisch für mich ist: Ich bin quirlig und agil. Jetzt soll ich in mir selber ruhen! Das ist eine Herausforderung“, sagt Ursel Wolgast. Eine, die sie aber gern angenommen hat.

Aus dem Regiestuhl wieder auf die Bühne

Sie muss sich doppelt umstellen. Denn in den vergangenen zwölf Jahren hat sie ausschließlich Regie geführt, mehr als 40 Stücke inszeniert. „Es hat mich gereizt, noch einmal auf die Bretter zu gehen. Das ist eine andere Sache, als wenn man von hinten die Puppen tanzen lässt“, sagt sie. Ursel Wolgast wollte noch einmal auf die Bühne, „ehe ich senil werde und meinen Text nicht mehr behalten kann“. Ein Problem, sich der jungen Regisseurin unterzuordnen, habe sie nicht. „Ich habe mir vorgenommen: Du sagst nichts“, erzählt Ursel Wolgast. Eines kann sie sich aber doch nicht verkneifen: „Ich verbessere von hinten. Carina Kohrt spricht ja kein Platt.“ Auch Neulinge seien im Ensemble, da korrigiere sie ebenfalls hin und wieder.

Frischlinge auf der Süseler Bühne

Erstmals auf der Bühne steht Uwe Bierans. „Wollen mal hoffen, dass das gut geht. Noch hält sich die Aufregung in Grenzen“, sagt er mit einem Grinsen. Er gehörte zuvor zum Technikteam in der Kulturscheune, wurde aber von der früheren Bühnenleiterin Anne Vehres ermutigt, sich dem Ensemble anzuschließen. Wer ihn erlebt, würde ihn schon seit Jahren im Darstellerteam vermuten: Die Rolle des ehrgeizigen Bürgermeisters – mit kleinem Sprachtick – füllt er hervorragend aus.

Die Niederdeutsche Bühne Süsel spielt zum Start der neuen Spielzeit „Thea Witt maakt nich mit“ von Jens Exler.

Theatererfahren, aber erstmals in Süsel auf der Bühne ist Gisela Stooß-Klüß. Als Sommerfrischlerin Carola hat sie ein Techtelmechtel mit dem Verwaltungschef und stachelt ihn bei seinen hochtrabenden Plänen an. Mit sichtlichem Vergnügen gibt Gisela Stooß-Klüß die überdrehte, künstlerisch angehauchte Großstadtpflanze auf dem platten Land. Ihre Premiere im Erwachsenentheater hat Alina Reese als Bürgermeistertochter Sandra, sie gehört seit 2017 zur Süseler Kinder- und Jugendtheatergruppe „Kulturbanausen“. Außerdem wirken mit Sven Körner (Theas Enkel) sowie die Süseler Urgesteine Volker Paulsen und Detlef Storm.

Carina Kohrt führt erstmals in der Kulturscheune Süsel Regie.  Quelle: Ulrike Benthien

Junge Regisseurin stammt aus Plön

Carina Kohrt ist erstmals für die Regie in der Kulturscheune verpflichtet worden. Die 36-Jährige kommt aus Plön und inszeniert seit neun Jahren. Parallel dazu steht sie auch selbst auf der Bühne und schreibt Stücke – gemeinsam mit ihrem Mann Christoph unter dem Namen „Theaterfimmel“. Hochkonzentriert verfolgt sie die letzten Proben von „Thea Witt“ und macht sich hier und da noch Anmerkungen im Textbuch. „Wir brauchen jetzt dringend Publikum“, sagt sie.

Termine

Premiere von „Thea Witt maakt nich mit“ ist am Sonnabend, 12. Oktober um 19.30 Uhr. Weitere Termine im Oktober sind am 13. um 18 Uhr, am 18. und 19. um 19.30 Uhr, am 20. um 18 Uhr, am 26. um 19.30 Uhr und am 27. um 18 Uhr.

Auch am Silvestertag wird die Komödie um 16 Uhr aufgeführt. 2020 folgen sieben weitere Termine.

Karten sind online im Vorverkauf erhältlich über www.theater-suesel.de. Telefonisch können sie unter 045 24/13 79 (dienstags und mittwochs von 9 bis 12 Uhr) bestellt werden, donnerstags von 17 bis 18 Uhr ist die Theaterkasse in der Kulturscheune geöffnet. Außerdem gibt es Karten in der Tourist-Info Eutin, Telefon 045 21/70 97 34.

Von Ulrike Benthien

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