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Ostholstein Mittelpunkt des Dorflebens ist zerstört
Lokales Ostholstein Mittelpunkt des Dorflebens ist zerstört
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22:33 04.05.2018
Das Gebäude war nicht zu retten. Das Dach aus Metall stürzte durch die enorme Hitzeentwicklung und Brandlast ein. Die Einsatzkräfte ließen das Haus kontrolliert abbrennen. Quelle: Arne Jappe
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Süsel/Bujendorf

Der langjährige Vorsitzende des geselligen Vereins Bujendorf, Heinrich Möller, zeigte sich am späteren Freitag erschüttert über das Ausmaß des Unglücks. 1994 sei die Halle mit viel Eigenleistung und dem großen Engagement zahlreicher Helfer gebaut worden. Auch Bürgermeister Holger Reinholdt (FWS) ist traurig. Er war noch in der Nacht zum Einsatzort geeilt.

Ein Großbrand hat die Schützenhalle in Bujendorf in der Gemeinde Süsel zerstört. Das Gebäude war nicht mehr zu retten. Alle Bilder des Einsatzes in der Galerie.

Schnell war in der Nacht klar, dass nichts mehr zu retten ist. Das Großfeuer war gegen 1.30 Uhr im Gebäude an der Dorfstraße von Bujendorf ausgebrochen. Einsatzleiter und Gemeindewehrführer Rolf Müller zeigte sich bestürzt über das Ausmaß des verheerenden Brandes in seiner Gemeinde. Es ist bereits das vierte größere Feuer in der Gemeinde Süsel in diesem Jahr (die LN berichteten).

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Anrufer hatten den Brand um kurz vor 1.30 Uhr gemeldet. „Als wir eintrafen, stand das Gebäude komplett in Flammen“, sagt Gemeindewehrführer Rolf Müller. Die Schützenhalle wurde in kurzer Zeit ein Raub der Flammen. Das Dach aus Metall stürzte durch die enorme Hitze ein. Die Eutiner Feuerwehr unterstützte mit ihrer Drehleiter die Einsatzkräfte der Gemeinde Süsel. Mehr als 60 Feuerwehrmänner und -frauen kämpften gegen die Flammen. Immer wieder glimmten neue Glutnester auf. Einsatzkräfte unter Atemschutz versuchten mit Einreißhaken die Verkleidung der hölzernen Fassade aufzubrechen. 

Bürgermeister Holger Reinholdt, der sich ein Bild vom Ausmaß des Feuers machte, sagte in der Nacht: „Die Gemeinde Süsel und vor allen Dingen der Ort Bujendorf verlieren hier einen Mittelpunkt im Dorfleben.“ Das Schützenhaus in Bujendorf sei nicht nur für den Schützenverein genutzt worden, sondern auch für zahlreiche andere Veranstaltungen in der Gemeinde.

Die Feuerwehren ließen das 24 mal 14 Meter große Gebäude kontrolliert abbrennen. Über die mögliche Brandursache machte die Polizei gestern keine Angaben. Die Kripo in Eutin nahm ihre Ermittlungen noch während des Einsatzes auf. Verletzt wurde bei dem Einsatz laut Polizeidirektion Lübeck niemand. Die Polizei geht von einem Schaden von etwa 200.000 Euro aus.

Zur Schadenshöhe mag sich Heinrich Möller nicht äußern. „Es wurden so viele Stunden in Eigenleistung investiert.“ Was die Halle damals gekostet habe, sei mit heutigen Preisen nicht mehr vergleichbar. Auf Nachfrage bestätigte Möller, dass das Gebäude versichert sei. „Wir hoffen jetzt, dass mit der Versicherung alles glattgeht.“

Inzwischen hat Möllers Sohn Stefan schon längst den Vorsitz des Geselligen Vereins übernommen. Er war es auch, der seinen Vater über den Brand in der Schützenhalle informierte. Die Familien von Junior und Senior leben Tür an Tür. Stefan Möller und sein Sohn, beide Feuerwehrmänner, waren mit ihren Kameraden zum Einsatz gerufen worden.

Heinrich Möller hofft, dass bis zum Schützenfest Ende August zumindest die Ruine abgetragen ist. Befreundete Schützen der Ahrensböker Gill hätten den Bujendorfern bereits Unterstützung angeboten. Holger Reinholdt wollte sich zu Hilfen seitens der Gemeinde nicht äußern. Noch sei keine Zeit gewesen, miteinander zu sprechen. Die traditionelle Veranstaltung ohne Festhalle zu organisieren, sei eine Herausforderung.

Von Arne Jappe und Martina Janke-Hansen

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