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Ostholstein Mysteriöse „Lebendfalle“: In Barkau verschwinden plötzlich Katzen spurlos
Lokales Ostholstein Mysteriöse „Lebendfalle“: In Barkau verschwinden plötzlich Katzen spurlos
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13:56 04.09.2019
Tierpflegerin Nadja Gorski-Krüger und Dr. Werner Sach (Vorsitzender vom Tierschutz Eutin) wurden über die Vorfälle informiert. Im Eutiner Tierheim geben sie Katzen wie „Felix“ ein Zuhause auf Zeit. Quelle: Maike Wegner
Barkau/Gothendorf

Tierbesitzer sind in Angst: In Barkau (Gemeinde Süsel) verschwinden seit einigen Wochen immer mehr Katzen. Sogar eine Lebendfalle soll bereits gefunden worden sein. Der Tierschutz ist informiert. Doch eine genaue Erklärung für die Vorfälle gibt es bisher nicht.

Alles fing Anfang August an. Silvia S. (Name von der Redaktion geändert) ist mit ihren fünf Katern nach Barkau gezogen. „Alle waren zahm, haben sich immer in der Nähe des Hauses aufgehalten“, erzählt sie. „Doch plötzlich waren ,Timon’ und ,Oskar’ weg.“

Oskar ist seit Anfang August verschwunden. Quelle: HFR

Die 53-Jährige hängte Zettel auf, mit denen sie nach den Tieren suchte, und inserierte bei Ebay Kleinanzeigen einen Hilferuf. Mit überraschender Resonanz. „Es haben sich acht weitere Katzenhalter aus Barkau und eine Dame aus Gothendorf gemeldet, die ihre Tiere vermissen“, erzählt S..

Lebendfalle im Gebüsch gefunden

Insbesondere die Straße Wennenberg und die Eutiner Straße sollen in Barkau betroffen sein. Ein benachbartes Ehepaar soll sich laut der Erzählung der Anwohnerin auf die Suche nach einer Lebendfalle gemacht haben. In einem Gebüsch in der Nähe eines Hauses sollen die Barkauer dann fündig geworden sein. „In dem länglichen Drahtkasten hing ein zerfetztes Stück Stoff, das mit Draht zusammengebunden und mit Lockstoffen getränkt war. Es roch nach Baldrian“, erzählt die 53-Jährige. Angezeigt wurde der Fund bei der Polizei jedoch nicht.

Diese Falle sollen die Anwohner in einem Gebüsch gefunden haben. Quelle: HFR

Allerdings haben die Barkauer den Tierschutz in Eutin informiert. Das Tierheim tätigte auf seiner Facebook-Seite sofort eine Warnung. Daraufhin meldeten sich auch hier mehrere Katzenbesitzer, die ihre Tiere vermissen. Der Aufruf wurde mittlerweile allerdings wieder gelöscht. „Weil er nicht zielführend war, man muss das Ganze differenzierter betrachten“, sagt Dr. Werner Sach, Vorsitzender des Eutiner Tierschutzes. Zwar lasse der Fund aus Barkau auch bei ihm offene Fragen zurück, „aber wir wissen nicht, wo die Katzen geblieben sind und wer die Falle aufgestellt hat“.

Der Tierschutz fängt regelmäßig Katzen

Grundsätzlich gilt: Solche Fallen dürfen von Jägern und Tierschutzvereinen aufgestellt werden. „Jäger müssen sie allerdings verplomben und diese war nicht verplombt“, sagt Sach. „Von uns als Tierschutzverein stammt die Falle auch nicht.“ Wer eine solche Lebendfalle aufstellt, muss zudem garantieren, dass sie abgedunkelt ist, damit die Tiere nicht in Panik geraten. Außerdem muss sie zwei Mal am Tag kontrolliert werden.

Der Einsatz solcher Fallen ist nicht ungewöhnlich. Das Grundproblem: Es gibt viele frei laufende, aber auch wilde Katzen. „Sie ernähren sich von kleinen Wirbeltieren und Vögeln. Insgesamt werden so pro Jahr über zwei Millionen Singvögel getötet“, erklärt Werner Sach. Dazu kommt die Infektionsgefahr der Tiere bei Revierkämpfen. Der Tierschutz fängt deshalb regelmäßig Katzen, die dann kastriert werden. Finanziert werden solche Aktionen in ganz Schleswig-Holstein unter anderem vom Land und den Kommunen.

Die Polizei wurde bislang nicht informiert

Unternommen hat der Tierschutz in der Sache weiter nichts. „Dafür sind wir nicht zuständig. Wir können lediglich die Besitzer informieren, wenn die Tiere bei uns landen“, erklärt Sach. Und er betont: „Ich gehe davon aus, dass das Ganze bei der Polizei angezeigt wurde.“ Doch genau das ist offenbar bisher von keiner Seite aus geschehen. Sprecher Stefan Muhtz sagt: „Wir haben keine Kenntnis von diesen Vorfällen.“

Von Maike Wegner

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