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Ostholstein Nach Flucht vor Polizei: Junger Raser ist den Führerschein los
Lokales Ostholstein Nach Flucht vor Polizei: Junger Raser ist den Führerschein los
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18:27 21.08.2019
Derlei Zeichen sind kein unverbindlicher Vorschlag – ein junger Ostholsteiner reagierte dennoch nicht auf die Ansage der Polizei, seinen Wagen anzuhalten. Quelle: LN-Archiv
Eutin

Seiner Erinnerung nach sei er „normal gefahren“, erklärte Timur B. (Name geändert) vor dem Eutiner Amtsgericht – doch was der 20-jährige Ostholsteiner als „normal“ einstufte, wertete das Gericht als Straßenverkehrsgefährdung. Wegen einer rasanten Fahrt durch die Gemeinde Scharbeutz im April dieses Jahres ist der junge Mann für mindestens zehn Monate seinen Führerschein los und muss 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

In Pönitz wurde der 20-Jährige bereits geblitzt

Timur B. muss an diesem Tag generell schnell unterwegs gewesen sein – zunächst wurde er mit 20 km/h zu viel in Pönitz am See geblitzt. In einem sportlichen, weißen Cabriolet, per „Auto-Abo“ bei einer namhaften Vermietung entliehen, wie er berichtete. Demnach konnte Timur B. für 450 Euro monatlich jeweils über die Wochenenden in schönen Wagen umherfahren. Unter Einhaltung der Verkehrsregeln, doch daran haperte es dann deutlich.

Nach der Tour durch Pönitz fuhr der 20-Jährige in Scharbeutz zum Kreisel am Hamburger Ring. „Ich habe gesehen, dass ein Polizeiwagen gewendet hat und hinter mir her gefahren ist“, sagte er. „Da habe ich mich noch gefragt, ob die vielleicht etwas von mir wollten.“ In der Tat hatten sich die Beamten angesichts des weißen Cabrios zu einer „allgemeinen Verkehrskontrolle“ entschlossen – dazu kam es aber erst einmal nicht. Timur B. bog in die Luschendorfer Straße ab, dann in den Bövelstredder Richtung Schürsdorf und gab kräftig Gas.

Auf Blaulicht und Martinshorn reagierte der junge Fahrer nicht

Man habe das Cabrio zeitweise aus den Augen verloren, heißt es im Bericht der Polizei. Der junge Fahrer – dessen zweijährige Führerschein-Probezeit einen Tag zuvor geendet hatte – soll mit 130 bis 150 km/h übers Land gebraust sein und hielt auch nicht an, als die Polizei Blaulicht und Martinshorn einschaltete. Kurz vor Schürsdorf geriet der Raser hinter den Kastenkombi eines Bundespolizisten, der privat mit seiner Familie unterwegs war.

„Plötzlich kam diese weiße Rakete angeflogen“, schilderte dieser Zeuge. „Er war so dicht hinter uns, dass man den Fahrzeugtyp gar nicht erkennen konnte.“ Timur B. setzte zu einem riskanten Überholmanöver an und scherte so knapp vor dem Kombi wieder ein, dass der Familienvater heftig auf die Bremse steigen musste. „Meine Frau und vor allem meine Kinder hatten große Angst“, berichtete der 45-Jährige.

Aus einem weiteren Auto-Abo wird vermutlich nichts

Er habe direkt die Kollegen anrufen wollen, so der Bundespolizist, dann aber gesehen, dass das Cabrio an einem breiten SUV nicht vorbeikam und dass sich bereits ein Polizeiwagen näherte. Nahe Klingberg konnte Timur B. schließlich gestoppt werden und musste direkt seinen Führerschein abgeben, während fürs Cabrio der Abschlepper anrückte.

Die Fahrerlaubnis ist also seit vier Monaten weg. In sechs Monaten darf Timur B. eine neue beantragen – ob er sie dann auch ohne weitere Untersuchungen erhält, entscheidet die Verkehrsbehörde. Bezüglich eines weiteren Auto-Abonnements dürfte er bei der Vermietung allerdings schlechte Karten haben. Das bisherige Abo wurde jedenfalls, was nicht überraschen mag, am Tag der flotten Fahrt fristlos gekündigt.

Von Sabine Latzel

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