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Ostholstein Süsel: Ministerium kündigt Hilfe für Problemschüler an
Lokales Ostholstein Süsel: Ministerium kündigt Hilfe für Problemschüler an
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07:00 06.12.2019
An der Grundschule Süsel normalisiert sich der Schulalltag nach den Gewalttätigkeiten vor wenigen Wochen wieder. Quelle: Ulrike Benthien
Süsel

Runder Tisch und Elternabende: Auch das sind Maßnahmen des Bildungsministeriums in Kiel, nachdem zwei Drittklässler der Grundschule Süsel Mitschüler vor wenigen Wochen immer wieder drangsaliert hatten und einige Eltern ihre Kinder deshalb nicht mehr zum Unterricht hatten gehen lassen. Einer der beiden Jungen war nach einigen Tagen Suspendierung in seine Klasse zurückgekehrt. Für den anderen sei es am Runden Tisch darum gegangen, ein Hilfesystem beziehungsweise pädagogische Unterstützung zu organisieren, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit.

Runder Tisch fand ohne Beteiligung der Gemeinde statt

Vor 14 Tagen hatte das Ministerium angekündigt, dass beim Runden Tisch eigene Vertreter, Schulrat, Jugendamt und Kinderschutzbund (als Träger der Schulsozialarbeit) und auch die Gemeinde teilnehmen sollten. Bürgermeister Adrianus Boonekamp (CDU) war entgegen dieser Aussage zu der Sitzung in der vergangenen Woche dann doch nicht eingeladen und wurde nach eigenem Bekunden auch nicht informiert. Über das Gesprächsergebnis des Runden Tisches sei Vertraulichkeit vereinbart worden, hieß es aus Kiel. Auf sein Insistieren hin werde er am kommenden Dienstag ein Gespräch mit Schulrat Thomas Panten und der amtierenden Schulleiterin der Grundschule, Elisabeth Steinhoff, haben, sagte der Bürgermeister.

Elternabend mit Ministerium in kleiner Besetzung

Die zehn Elternpaare, die ihre Kinder aufgrund der Gewalteskalation Mitte November nicht mehr in die Schule gehen lassen wollten und sie an einem Tag selbst im Süseler Rathaus unterrichtet hatten, waren vor knapp zwei Wochen zum Gesprächsabend mit Ministeriumsvertretern in die Schule gebeten worden. „Wir haben unsere Sicht der Ereignisse geschildert und verdeutlicht, dass speziell diesen beiden, aber auch allen anderen Kindern vermittelt werden muss, dass Regeln einzuhalten sind“, sagte Vater Michael Bergmann. „Die Schule muss lernen konsequent zu sein. Und wenn es Vorkommnisse in der Klasse gibt, müssen die Lehrer unmittelbar die Schulsozialarbeiter einbeziehen.“

Prävention mit der Leiterin der Süseler Polizeistation

Er habe den Ministeriumsvertretern auch die Kinderworte mit auf den Weg gegeben: „Wir wollen von den Lehrern ernst genommen werden und nicht gesagt bekommen ,macht das unter euch aus’“, erklärte Bergmann. Weiter berichtete er, dass die Leiterin der Süseler Polizeistation, Wiebke Büchner, an der Grundschule Präventionsarbeit aufnehmen werde. Am kommenden Dienstag soll es in der betreffenden dritten Klasse einen weiteren Elternabend mit Schulrat Panten geben.

Bürgermeister: Anhörung bei der Kommunalaufsicht

Bürgermeister Adrianus Boonekamp musste sich unterdessen bei der Kommunalaufsicht des Kreises dazu erklären, warum er Eltern die Möglichkeit eingeräumt hatte, ihre Kinder im Rathaus zu unterrichten. Er habe dargelegt, dass die Eltern auf ihn zugekommen seien. „Es war natürlich ausgeschlossen, dass ein Vater die Kinder bei sich zu Hause unterrichtet. Als er mich um Hilfe gebeten und nach einem Raum im Rathaus gefragt hat, habe ich den Sitzungssaal zur Verfügung gestellt“, sagte Adrianus Boonekamp. Die Kommunalaufsicht habe seine Ausführungen zur Kenntnis genommen und ihm mitgeteilt, er werde von ihr hören. 

Gewalt an Grundschule in Süsel

Nach LN-Informationen geht der betreffende Junge, für den am Runden Tisch Hilfestellungen erörtert wurden, wieder in die Schule. Er besucht aber nicht den Unterricht in seiner angestammten Klasse.

Interims-Schulleiterin als Sofortmaßnahme

Als Sofortmaßnahmen hatte das Bildungsministerium nach den gewaltsamen Vorfällen an der Grundschule Elisabeth Steinhoff, Rektorin der Schule zum Papenmoor in Bad Schwartau, als Interims-Schulleiterin nach Süsel entsandt – die eigentliche Schulleiterin Swantje Popp-Dreyer ist erkrankt. Zudem wurden drei Vertretungskräfte, pensionierte ehemalige Lehrer, engagiert. Auch ein externer Coach steht dem Kollegium in Süsel für Supervision zur Verfügung.

 

Von Ulrike Benthien

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