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Ostholstein Nach Streit um Gülletank: Neue Hoffnung für das „Familotel“ in Bliesdorf
Lokales Ostholstein Nach Streit um Gülletank: Neue Hoffnung für das „Familotel“ in Bliesdorf
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20:30 02.10.2019
Bauer Martin Bendfeldt, hier mit Maskottchen Baumi, kann wieder lachen. Durch den Beschluss der Gemeindevertreter hat er für sein Projekt „Familotel“ wieder Hoffnung geschöpft. Quelle: Billhardt
Schashagen

Die Idee von einem „Familotel“ in Bliesdorf (Gemeinde Schashagen) mit einer Apartmentanlage und öffentlichen Schwimmbad- und Wellness-Bereich lebt – erst einmal – weiter. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Investor Martin Bendfeldt und hat nach einem Beschluss der Kommunalpolitiker wieder Mut bekommen, für sein Projekt zu kämpfen. Die Gemeindevertreter haben, im Gegensatz zum Bauausschuss vor zwei Wochen, ein frühzeitiges Bürger- und Beteiligungsverfahren auf den Weg gebracht.

Der Fachausschuss hatte sich gegen das „Familotel“ ausgesprochen und Bendfeldt wollte die Pläne beerdigen. „Eigentlich kann mich nichts so schnell aus der Bahn werfen, aber nach der Sitzung damals war ich völlig aus der Spur. Dies zu verkraften, hat schon zwei Tage gedauert“, berichtet Bendfeldt. Aber er habe weiterhin daran geglaubt, dass eine ganzjährige Urlaubsdestination, die auf Familien mit Kindern und Kleinkindern spezialisiert ist, ein tolles Projekt für die Gemeinde und die Region sei.

Neue Situation durch SPD-Antrag

Zu der neuen Entwicklung kam es durch einen Antrag der SPD. Die Fraktion der Sozialdemokraten stellte das frühzeitige Bürger- und Beteiligungsverfahren in der Gemeindevertretung zur Abstimmung. Tim-Ole Wulf (CDU) äußerte sich verwundert über diesen Schritt: „Ich bin seit sieben Jahren in der Gemeindevertretung und habe noch nie erlebt, dass ein Beschluss des Bauausschusses Applaus bekommen hat. Dies kann man doch nicht einfach ignorieren und einen Gegenantrag stellen, um die Entscheidung zu kippen. Das ist kein guter Stil.“ Die Kritiker des Projekts, teilweise selbst im Tourismus tätig, monieren, dass eine Anlage mit mehr als 80 Apartments nicht ins Ortsbild passen würden.

Der Ostsee Ferienhof von Martin Bendfeldt in Bliesdorf soll um ein Hotel erweitert werden. Quelle: Rosenkötter

Knappe Mehrheit für den Antrag

Die SPD hatte sich schon im Bauausschuss hinter das „Familotel“ gestellt, vor allem nachdem Investor Bendfeldt seine Pläne weiter überarbeitet hatte. Es würde vor allem auch Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen bringen. Mit fünf „Ja“-Stimmen, drei von der SPD und zwei der CDU, wurde der Antrag angenommen. Vier CDU-Vertreter votierten mit „Nein“, was deutlich zeigt, dass es innerhalb der Christdemokraten keine einheitliche Meinung zu der geplanten Anlage gibt. Zwei FWG-Mitglieder enthielten sich der Stimme. Vorausgegangen war eine hitzige Diskussion um die Befangenheit Einzelner entstanden.

So musste zuvor Jan-Detlev Reimers (FWG) den Saal in der Dorfschänke Merkendorf verlassen, da er aufgrund seines geplanten Güllebehälters in Rechtsstreitigkeiten mit dem Vorhabenträger des „Familotel“ steht. Einige CDU-Vertreter waren der Auffassung, dass auch der Rüdiger Wagner befangen sei, da eine Familienangehörige bei Martin Bendfeldt arbeite. Da sie aber bei einer anderen Dienstleistungsfirma angestellt sei, könnten in der Kürze der Zeit die Bedenken von der Verwaltung nicht geprüft werden, sagt Burkhard Busch, Leiter der Amtsverwaltung Ostholstein-Mitte. Diese hätten dann einige Tage vor der Sitzung geäußert werden müssen.

Nächste Runde erfolgt Anfang 2020

Nach dem jetzt vorliegenden Abstimmungsergebnis wird die Verwaltung das frühzeitige Bürger- und Beteiligungsverfahren vorbereiten. „Dann haben Träger öffentlicher Belange sechs Wochen Zeit, sich zu äußern“, erläutert der Amtsleiter. Das Verfahren könne dann Ende des Jahres abgeschlossen sein und im Februar 2020 im Bauausschuss behandelt werden. Dieser sei dann wieder für den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zuständig, den die Gemeindevertretung aber nicht mehr an sich ziehen könne.

„Vielleicht gibt es ja bis dahin die Chance, Mitglieder des Fachausschusses noch zu überzeugen“, sagt Bendfeldt. Er sei ein positives „Kerlchen“ und hoffe immer noch auf eine Lösung. In rund fünf Monaten geht es in die nächste Runde. Dann könnte also die nächste Entscheidung – pro oder contra – zum „Familotel“ in Bliesdorf fallen.

Von Markus Billhardt

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