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Ostholstein Tier-Drama bei Wangels: Dieses Kätzchen wurde gerettet
Lokales Ostholstein Tier-Drama bei Wangels: Dieses Kätzchen wurde gerettet
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17:01 08.09.2019
Ohne Muttertier hat „Birdy“ eigentlich keine Überlebenschancen. Tierschützerin Perchta Krause päppelt das Katzenjunge jetzt mit der Flasche auf. Quelle: Saskia Bücker
Wangels

Es ist schon ein paar Tage her. Aber die Bilder lassen Tierschützerin Perchta Krause nicht mehr los. Ende August fand die Mitarbeiterin vom Verein „Tiere in Not“ vier offensichtlich totgeschlagene Katzenbabys in einem Dorf der Gemeinde Wangels. Nur „Birdy“ konnte diesem Schicksal entgehen. Die Tierschützer entdeckten das erst sieben Wochen alte Kätzchen, bevor es zu spät war. Ein Junges wird nach der brutalen Tötung noch vermisst.

Anwohner hatten die Tierschützer alarmiert, weil ursprünglich sechs Kitten ohne Muttertier am Zaun eines Stall-Geländes gesichtet wurden. „Wenn kleine Katzen ihre Milch nicht bekommen, dehydrieren sie ganz schnell“, erklärt Krause. Also machte sie sich auf den Weg in das Dorf, um die Jungtiere zum Aufpäppeln zu finden. „Keine 40 Minuten später waren wir da“, erzählt Riebe. Doch keine Spur von den Kätzchen. Auch der Grundstücksbesitzer will keine Katzenbabys gesehen haben.

Engagierte Tierschützer vom Verein „Tiere in Not“ kümmern sich um verletzte und ausgesetzte Katzen in Ostholstein. Klicken Sie sich durch die Galerie, um mehr über ihre Arbeit zu erfahren.

Ermittlung gegen Unbekannt: Beweise fehlen

„Mein Bauchgefühl hat mir gesagt, da stimmt etwas nicht“, erzählt Krause. Einen Tag später fuhr sie mit ihrer Kollegin Sarah Riebe noch einmal zurück, schaute sich auf dem Grundstück um und machte dort eine schockierende Entdeckung. In einen Farbeimer gequetscht, platziert auf einem Misthaufen zwischen Reit- und Kaninchenstall, lagen vier der Kätzchen. Die Leichenstarre hatte schon eingesetzt. „Sie hatten zertrümmerte und blutige Köpfe“, sagt Perchta Krause, immer noch fassungslos. Sie alarmierte die Polizei. Die ermittelt seitdem gegen Unbekannt wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

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„Die Verletzungen sprechen dafür, dass die Tiere an die Wand oder mit einer Schaufel geschlagen wurden“, sagt Hans-Detlef Stölken von „Tiere in Not“ Heiligenhafen-Fehmarn. Jeden Tag hat der Vorsitzende des Vereins mit leidenden Katzen, Hunden und Kaninchen zu tun. Ausgesetzt, schlecht behandelt, getötet – rund um die Uhr erreichen ihn und die ehrenamtlich Aktiven in Ostholsteins Norden Anrufe, bei denen Haus- und Wildtiere in Not sind.

In Ostholstein: Katzen töten gängige Praxis?

Auffällig sei es, dass die Funde von toten Jungkatzen immer im Herbst zunähmen, immer zum Ende der Touristensaison. Erst werde mit den Tieren geworben, dann müssten sie wieder weg, ist die Vermutung. „Auf dem Land machen das immer noch viele nach alter Schule“, sagt Stölken. „Die Tiere werden auf teils archaische Weise entsorgt.“ Das Dilemma der Tierschützer: „Dafür fehlen uns konkrete Beweise.“ Aber immer wieder vertrauten sich ihnen Anwohner und Hofmitarbeiter an und bestätigten dieses Vorgehen.

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So wie vor Kurzem im Norden Ostholsteins. In diesem Fall wurden die toten Kitten zwar gefunden. „Offiziell gesehen oder gehört hat aber keiner was“, sagt Perchta Krause. Sie ist froh, dass immerhin Kitte „Birdy“ noch einmal Glück gehabt hat. Das Jungtier fand Krause unweit des Misthaufens, die Mutter war nicht auffindbar.

Das Kätzchen päppelt Krause jetzt bei sich zu Hause mit der Flasche auf. Alle anderthalb Stunden gibt es Milch, eine zeitaufwendige Aufgabe für die ehrenamtliche Tierschützerin, die hauptberuflich als Krankenschwester arbeitet. Sie hofft, dass „Birdy“ einen netten Halter findet, wenn die Katze etwas zu Kräften gekommen ist. „Interessenten gibt es schon“, sagt die Tierschützerin erfreut.

Katze in Not: Anlaufstellen in Ostholstein

Beim Fund einer verletzten oder in Not geratenen Katze kann der Tierschutzverein „Tiere in Not“ in Heiligenhafen jederzeit unter der Telefonnummer 043 62/ 77 33 kontaktiert werden. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter betreuen in Ostholstein die Gebiete Fehmarn, Heiligenhafen, Oldenburg und Neustadt.

Wer anonymeine Katze abgeben möchte, kann das bei der Katzenklappe machen, die sich im Oldenburger Bruch befindet. Der Tierschutzverein freut sich über einen Vorab-Anruf, damit jemand das Tier abholen kann.

Auch Tierheime in Ostholstein können eine Anlaufstelle und Ansprechpartner für Notfälle sein: etwa das Tierheim Lübbersdorf bei Oldenburg (Telefon: 043 61/ 38 84) und das Eutiner Tierheim(Telefon: 045 21/ 736 44).

Lösung für Höfe: Katzen kastrieren

Will ein Halter seine Katze loswerden, gebe es natürlich Alternativen zur Tötung der Tiere, betonen die Mitarbeiter von „Tiere in Not“. Zum einen könnten gerade junge Katzen über Tierschutz-Vereine und Tierheime meist problemlos an interessierte Halter weiter vermittelt werden. „Gerade Kitten können noch lernen, zahm zu werden“, sagt Krause. „Wir raten den Bauern, ihre Katzen kastrieren zu lassen“, sagt Stölken. Der Verein übernehme dafür auch die Kosten. Aber die Erfahrungen, die die Tierschützer machen, zeigen: Nur wenige nehmen das Angebot bislang in Anspruch.

Von Saskia Bücker

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