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Ostholstein Nach der EHCT-Pleite: Chaos-Tage beim Eishockey
Lokales Ostholstein Nach der EHCT-Pleite: Chaos-Tage beim Eishockey
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22:26 10.08.2018
Die Gründungsmitglieder des neuen Timmendorfer Eissportvereins: Katrin Werling (l.), André Weiss und Imme Zysk. Quelle: Foto: Beke Zill
Hemmelsdorf

Bei einer ersten Infoveranstaltung in der Alten Schule in Hemmelsdorf versuchte der 1. Vorsitzende des neuen, nachwuchsorientierten Timmendorfer Eissportverein (TESV) die etwa 50 Gäste über die derzeitige Situation aufzuklären. „Am Mittwoch habe ich noch nicht gewusst, dass ein neuer Verein gegründet wird“, erklärte André Weiss bei der TESV-Vorstellung. Auch, dass der EHCT Insolvenz beantragen möchte (die LN berichteten), habe den Vorstand genauso überrascht wie die EHCT-Mitglieder. Weiss habe sich jedoch schon im Juli dafür entschieden, dass er zusammen mit der 2. Vorsitzenden Katrin Werling und Schatzmeisterin Imme Zysk – beide Betreuerinnen der U9-Mannschaft – den TESV gründen möchte. Es gab unüberwindbare Hindernisse zwischen ihm und dem Vorstand, erklärte Weiss seine Motivation, etwas Eigenes aufzubauen.„Wir fühlten uns schlecht vertreten durch den EHCT“, ergänzte Werling mit Blick auf die Vorstellung, den Profi- und Amateurbereich zu trennen.

Der TESV möchte sich nun mit einem kleinen Trainingsbetrieb und geringen Mitgliedern vorrangig um den Nachwuchs und um den Eissport kümmern. Wenn Bedarf da ist, würde auch Eiskunstlauf angeboten. Es gehe ihnen ausschließlich um die Jugend und um die Amateure, sagt der Vorstand. „Alle Voraussetzungen sind geschaffen“, erklärte Imme Zysk. Derzeit sind fünf Junioren-Eishockeyteams aktiv. Auch Hobbyteams sind willkommen und „warten nur darauf, dass sie spielen können“, sagt Weiss. Kein Interesse habe der Verein dagegen an bezahlten Spielern. Ein Trainer habe für die kommende Spielzeit bereits zugesagt, mit zwei Trainern sei man noch in Verhandlung, sagt Weiss und ergänzt voller Optimismus: „ich bin guter Dinge, dass die Verhandlung erfolgreich wird.“ Am Donnerstag gebe es ein Treffen mit der Gemeinde als Hallenbetreiber, bei dem auch über Eiszeiten gesprochen wird.

Wenn innerhalb der nächsten drei Wochen nicht alles organisiert sei, „wird es keinen Spielbetrieb geben.“

Konkurrenz zum EHCT? Vorstand ist kooperationsbereit

Derzeit sind jedoch alle Timmendorfer Spielerpässe, mit denen die Eishockeysportler befähigt sind, am Ligabetrieb teilzunehmen, gesperrt. Denn der EHCT sei handlungsunfähig, betonte Hans Meyer. Das Vorstandsmitglied des Landeseissportverbandes und ehemaliger EHCT-Vorsitzender saß im Publikum. „Ohne den EHCT können wir nicht handeln“, betonte Meyer. Ohne den Verein komme man nicht voran. Das Prekäre: Parallel zur TESV-Neugründung gaben Mitglieder des EHCT-Retterteams um den neuen 1. Vorsitzenden Michael Weissin bekannt, dass ein Nachfolgeklub in Planung ist. „Der EHCT hat Interesse, einen Jugendbereich zu gründen“, so Weiss.

Gibt es also bald zwei Vereine im Nachwuchsbereich? Der Landesverband sähe die Jugend gerne unter einem gemeinsamen Dach, sagte Meyer. Außer Frage steht: „Alle Verbände wollen das Eishockey in Timmendorf unterstützen.“ Auch Meyer selbst möchte, dass weiter Eishockey gespielt wird. „Es macht Sinn, einen gemeinsamen Verein zu gründen“, sagte Meyer. Daran müsste man arbeiten. „Es muss für alle eine Lösung geben“, sagte Meyer. Er könne nicht akzeptieren, dass sich Erwachsene nicht an einen Tisch setzen.

André Weiss sei jedenfalls kooperationsbereit und schlug dem neuen EHCT-Verein vor, sich dem TESV anzuschließen. „Das Boot fährt, sie müssen sich nur reinsetzen.“ Es habe bereits Sondierungsgespräche mit dem neuen Verein gegeben, so der TESV-Vorsitzende. „Montag wollen wir uns nochmal zusammensetzen.“ Sie wollen keine Konkurrenz zum EHCT bilden und der ersten Mannschaft nicht das Genick brechen, betonte Weiss. „Uns ist es wichtig, sich mit allen zu unterhalten. Wir arbeiten daran. Es wird weitergehen. Davon bin ich überzeugt.“

Kommt noch ein Bürgerentscheid?

Am kommenden Donnerstag um 18 Uhr soll der Finanz- und Bauausschuss in einer außerordentlichen Sitzung über das weitere Vorgehen beraten. Und das nicht-öffentlich, wie die Verwaltung nun der Politik empfahl. Nur zur Einwohnerfragestunde und zur Bekanntgabe der im nicht-öffentlichen Teil gefassten Beschlüsse sind die Bürger ins Rathaus eingeladen. „Die Politik und die Verwaltung machen es sich nicht leicht“, erklärte Timmendorfs Bürgermeister Robert Wagner (parteilos). Der Standort und der Erhalt der Sportarten Eishockey und Tennis seien unstrittig, betonte der Verwaltungschef. Diskutiert werde „eine wirtschaftliche Lösung“, so Wagner. Auch ein Neubau an Ort und Stelle.

Eigentlich war eine Sanierung im Bestand vorgesehen. Die Kosten stiegen von knapp acht auf 11,8 Millionen Euro. Bei einem Umbau würden jedoch Forderungen der Bürger innerhalb des Bürgerentscheids nicht berücksichtigt, so Wagner. „Bei Sanierung im Bestand gibt es keinen Mehrzweck und keine Sommernutzung“, betonte er. Es müsse ein neuer Bürgerentscheid aufgerufen werden.

Eine Entscheidung muss schnell her. Die vom Land in Aussicht gestellte Förderung von zwei Millionen Euro für eine Sanierung läuft am 30. September aus. Bei einem Neubau fallen Zuschüsse weg. Wie viel die Gemeinde für einen Neubau ausgeben muss, steht auch nicht fest. „Das Kostenvolumen kann nicht beziffert werden.“

Bz Von Beke Zill

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