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Ostholstein Fünfte Generation übernimmt: Oldenburger Traditionshaus seit 1856 in Familienhand
Lokales Ostholstein Fünfte Generation übernimmt: Oldenburger Traditionshaus seit 1856 in Familienhand
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20:46 25.11.2019
Im Oldenburger Traditionshaus Asmußen übernimmt die nächste Generation das Ruder (v. r.): Fred, Marie-Luise und Silvia Asmußen. Quelle: Markus Billhardt
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Oldenburg

Uhren, Schmuck und alles rund ums gute Sehen – dafür steht das Oldenburger Traditionshaus „Asmußen“. Gegründet wurde es im Mai 1856, seit den 1980er Jahren führen Silvia und Fred Asmußen das Geschäft. Jetzt kommt es in jüngere Hände. „Es wird Zeit, etwas in den Hintergrund zu rücken und der nächsten Generation das Ruder zu überlassen. Wir hören zum Jahresende auf und übergeben den Betrieb an unsere Tochter“, erzählt der 73-jährige Augenoptikermeister.

Rückkehr in das Familiengeschäft

Im Mai ist Marie-Luise Asmußen ins elterliche Geschäft eingestiegen. Die 29-Jährige hatte nach dem Abitur die Heimat verlassen, lernte Augenoptikerin, bildete sich zur Meisterin weiter und trat damit auch in die Fußstapfen ihres Vaters. Zudem legte sie die Prüfung als Optometristin ab und ist dadurch darauf spezialisiert, mit Gesichtsfeldmessungen, Screenings des Augenhintergrunds und anderen Messungen den Grad von Sehbeeinträchtigung zu bestimmen.

Als Optometristin kann Marie-Luise Asmußen wie hier mit dem Autorefraktometer auch weiterführende Untersuchungen vornehmen. Quelle: Markus Billhardt

„Ich liebe einfach die Optik“, sagt Marie-Luise Asmußen, die vor ihrer Rückkehr zuletzt ein Jahr in einer Hamburger Augenklinik gearbeitet hat. In den vergangenen Monaten habe sie aber auch den Schmuckbereich schätzen gelernt und so sei es keine Frage für sie, dass „Asmußen“ ein Kombinationsgeschäft bleiben werde. Auch sei es für sie klar gewesen, dass sie das Familienunternehmen fortführen werde, nachdem sich ihr älterer Bruder als Uhrmachermeister anders orientierte und in die Ausbildung wechselte.

Seit 164 Jahren in der Schuhstraße ansässig

„Es hätte mir in der Seele wehgetan, wenn die Tradition des Hauses mit meinen Eltern aufgehört hätte“, betont die künftige Chefin. Ihr Vater Fred verweist auf die Anfänge und wie sich in den nunmehr fast 164 Jahren die Schwerpunkte verändert haben. So habe alles im 19. Jahrhundert mit dem Silberschmied Hinrich Asmußen begonnen. Es folgte in der zweiten Generation der Goldschmied und Dentist Heinrich Asmußen, ehe Uhrmachermeister Friedrich Asmußen und seine Frau Irene bis 1982 ein Fachgeschäft für Uhren und Schmuck in der Schuhstraße betrieben.

Einblicke in das Oldenburger Uhren-, Schmuck- und Augenoptikergeschäft „Asmußen“ und deren Geschichte.

Direkt angeschlossen war seit Juni 1975 ein Augenoptik-Fachgeschäft. Fred Asmußen hatte nach seiner Ausbildung zum Augenoptiker im Anschluss an die Bundeswehrzeit in den 1960ern zunächst eine Lehre als Uhrmacher drangehängt. Danach arbeitete er als Augenoptiker in Hamburg und schließlich machte er 1975 an der Höheren Fachschule in Köln den Abschluss als Meister, um dann in Oldenburg sein Wissen weiterzugeben. Somit hatte die Familie mit dem Bereich der Augenoptik ein weiteres Standbein.

Zusammenlegung von zwei Betrieben

In den 1980er Jahren wurden zunächst die beiden Betriebe zusammengelegt und nach ihrer Hochzeit hat das Ehepaar Asmußen gemeinsam die Geschäfte des Unternehmens geführt. „Ich kam ursprünglich aus einer Apotheke. Doch für mich gab es dann nichts Schöneres, als sich mit Schmuck zu umgeben. Es wurde auch nie langweilig, da immer neue Kollektionen in die Vitrinen kamen“, erzählt Silvia Asmußen.

1987 haben die beiden leidenschaftlichen Geschäftsleute einen umfangreichen Umbau gestemmt – hin zu dem, wie sich der Laden heute präsentiert. 2008 wurde mit der Neugestaltung der Außenfassade das aktuelle Erscheinungsbild komplettiert. „Natürlich werden mit der Übergabe auch Veränderungen einhergehen. Ich möchte meinen Stil mit einbringen. Und auch der Geschmack der Kunden ändert sich stetig“, sagt Marie-Luise Asmußen und betont: „Die Zukunft wird zeigen, wie sich alles entwickelt.“

Geordneter Übergang zum Jahreswechsel

Für Silvia Asmußen (58) war der persönliche Kontakt zu den Menschen immer was Besonderes: „Ich fand es toll, im Laden zu stehen und die Kunden zu beraten.“ Sie haben dabei stets auf eine treue Kundschaft zählen können. „Wir können uns aber ganz beruhigt zurückziehen und die Verantwortung abgeben. Das Geschäft kommt in gute Hände“, ergänzt Fred Asmußen, der selbst nach mehr als 56 Jahren im Beruf sicher ist, dass nun für einen geordneten Übergang gesorgt sei.

Silvia und Fred Asmußen werden im Oldenburger Traditionshaus Asmußen künftig nur noch gelegentlich im Hintergrund mitwirken. Quelle: Markus Billhardt

Fred und Silvia Asmußen wollen sich jetzt mehr gemeinsame Freizeit gönnen. Sie wollen reisen, aber wenn sie gebraucht werden, auch schon mal wieder ins Geschäft reinschauen und im Hintergrund mitwirken. Noch aber bleibt ihnen im Advent ein Monat Zeit, mit einem „Abschieds-Verkauf“ und bei einem gemeinsamen Gläschen den Kunden „Auf Wiedersehen“ zu sagen.

Von Markus Billhardt

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