Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein „Ne Buddel Insel“: Vom Keller zur ersten Brauerei Fehmarns
Lokales Ostholstein „Ne Buddel Insel“: Vom Keller zur ersten Brauerei Fehmarns
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:26 12.08.2019
Jonathan Grünitz (35) und seine Frau Kerstin Serck-Scheel (40) freuen sich auf die Besucher ihrer Brauerei in Avendorf. Hier gibt es das „Knust-Bier".
Jonathan Grünitz (35) und seine Frau Kerstin Serck-Scheel (40) freuen sich auf die Besucher ihrer Brauerei in Avendorf. Hier gibt es das „Knust-Bier". Quelle: Sebastian Musolf
Anzeige
Fehmarn

Nach Jahren der Planung und fast zehn Monaten Bauzeit ist es soweit: Fehmarns erste und einzige Brauerei ist fertig. Sie steht in Avendorf in der Sundstraat, und wird von Jonathan Grünitz (35) und seiner Frau Kerstin Serck-Scheel (40) betrieben. Am Sonnabend, 10. August, findet die Einweihung mit einem Tag der offenen Tür statt: Ab 15.30 Uhr können Interessierte die neue Brauerei aufsuchen und sich die Herstellung des „Knust-Bieres“ erklären lassen. An einem Food-Truck gibt es Burger, ab 20 Uhr spielt eine Band

„Das Gefühl war überwältigend, als wir unsere erste hier abgefüllte Flasche etikettiert haben. Wir freuen uns, dass wir das Projekt hingekriegt haben – von der Idee bis zum fertigen Produkt“, sagt Kerstin Serck-Scheel. Und ihr Mann ergänzt: „Toll, dass wir es durchgezogen haben.“ Im Oktober 2018 erfolgte der Spatenstich für die Braumanufaktur. Sie wurde nach dem „Knust“ benannt – die an einen Brotkanten erinnernde Silhouette Fehmarns. Hier befindet sich nun auf 180 Quadratmetern nutzbarer Grundfläche ein Drei-Geräte-Sudhaus mit sechs Lagertanks. Es gibt weitere Räume, etwa für die Flaschenabfüllung, den Schrotraum, den Technikraum und eine Küche.

Gefördert wurde das Projekt auf Initiative des Landesministeriums für Inneres, ländliche Räume und Integration durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER).

In Avendorf brauen Jonathan Grünitz und seine Frau Kerstin Serck-Scheel ihr „Knust-Bier“.

6000 Liter Bier können vorgehalten werden

„Wir können 6000 Liter Bier vorhalten“, sagt Jonathan Grünitz. Der gelernte Zimmermann und Landwirt hat sich das Brauen selbst beigebracht – 2014 fing er hobbymäßig damit an, im Keller seines Hauses. „Die Idee war, unsere bestehende Landwirtschaft mit der Brauerei zu erweitern“, sagt Kerstin Serck-Scheel. Mehrere Jahre dauerte es, die nötigen Baugenehmigungen und Förderbescheide einzuholen – dann konnte die erste Privatbrauerei im Süden der Insel entstehen.

Vier Sorten Bier im Sortiment

Vier Sorten „Knust-Bier“ werden hier künftig gebraut: Pils, Sunset Ale, ein leichtes Sommer-Weizen und Summer Ale. Diese vier Biere sollen das standardmäßige Sortiment bilden. Es soll zudem saisonbedingte Specials geben. Das Craft-Bier von der Insel kann direkt in der Brauerei gekauft werden, aber auch in den Edeka-Märkten auf Fehmarn und in ausgewählten Gaststätten. „Viele Restaurants wollen Fassbier. Das konnten wir bisher nicht bieten, da wir unser Bier in externen Betrieben haben brauen lassen. Doch ab sofort ist bei uns auch Fass-Abfüllung möglich. Das ist auch unser Ziel, die Gastronomie mehr mit unserem Bier zu erreichen“, sagt Grünitz. „Das sind ja Orte des Genusses. Da gibt es noch zu wenig Craft-Biere“, ergänzt seine Frau.

In diesem Tank befindet sich Pils. Quelle: Sebastian Musolf

Brauerei mit Ausschank geplant

„Wir sind eine Brauerei mit Ausschank – kein Restaurant“, fügt die 40-Jährige an. Grünitz bezeichnet sein Konzept als „Erlebnisbrauerei mit handgemachtem Bier“. Der besagte Food-Truck soll regelmäßig vor der Brauerei stehen. Der Tresen, die Barhocker und Tische haben eine spezielle Geschichte: Das Holz dafür stammt von einer abgebrannten Scheune aus dem Ort, gezimmert hat der Geschäftsführer alles selbst.

„Die Nachhaltigkeit spielt bei uns eine große Rolle. Wir können unseren gesamten Energiebedarf autark decken, beispielsweise über Photovoltaik- und Biogasanlage“, sagt Grünitz. Brauen werde er alles in Eigenregie: „Ich werde aber jemanden haben, der mir hilft.“ Der Ausschank werde mithilfe von Tresenkräften erfolgen.

Nun freut sich das Paar mit seinen drei Kindern darauf, sein eigenes Bier in großen Mengen direkt auf Fehmarn brauen zu können – quasi „ne Buddel Insel“, wie der Werbeslogan verspricht.

Von Sebastian Musolf

Ostholstein Oldenburg/Neustadt/Bad Schwartau - Fördermittel für drei Städte in Ostholstein
09.08.2019
09.08.2019