Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Neubau für Insel-Tourismus: Noch zwei Standorte im Rennen
Lokales Ostholstein Neubau für Insel-Tourismus: Noch zwei Standorte im Rennen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 23.02.2018
„Nach fünf Jahren müssen wir endlich Pflöcke einschlagen.“ Oliver Behncke Tourismusdirektor
Anzeige
Fehmarn

Nach jahrelanger zäher Diskussion fasste der Tourismusausschuss Fehmarn Donnerstagabend diesen Mehrheitsbeschluss mit neun zu zwei Stimmen. Nur Grüne und WUW hielten dagegen. Sie brachten andere neue TSF-Standorte wie das frühere Autohaus Storm in Burg oder das denkmalgeschützte Haus des Kurgastes ins Spiel.

Bürgermeister Jörg Weber (SPD) bestätigte überraschend, dass noch vor Ostern eine Entscheidung falle, ob die holländischen Hotel-Investoren sich vom Haus des Kurgastes trennen oder nicht. Und: Es sei jetzt „ganz sicher“, dass der Denkmalschutz dort „massiv vorgehen wird“, um das marode Arne-Jacobsen-Gebäude zu retten.

Anzeige

Arne-Jacobsen-Museum in Burgtiefe denkbar

Doch selbst wenn die Stadt die Immobilie zurückkaufen sollte, ist es für eine Gesamtlösung mit Tourist-Info, Verwaltung und Veranstaltungsraum zu klein, so Tourismusdirektor Oliver Behncke. Trotzdem behält er das Gebäude im Blick. Unter anderem brachte Behncke erstmals ein mögliches Arne-Jacobsen-Museum ins Spiel.

Seit fünf Jahren, mahnte Behncke, warte der TSF in Burgtiefe bereits auf ein Signal der Politik. Einigen Mitarbeitern stünden weniger als sieben Quadratmeter zur Verfügung. Der scheidende Ausschuss-Vorsitzende Gert Jacobsen (FWV) drängte daher auf ein klares Votum: „Eigentlich ist es unwürdig, unter diesen Bedingungen zu arbeiten.“ Eine endgültige Entscheidung werde aber erst die neue Stadtvertretung treffen.

Diskutiert wurde im Ausschuss über das Für und Wider zu den beiden Standorten, die untersucht werden sollen. Erstens: Es gab Kritik daran, dass ein Neubau zwischen der Burger Segler-Vereinigung und der Surfschule Charchulla als „Fremkörper“ den Blich auf den Binnensee trübe. Behncke und Jacobsen hielten eine Attraktivitätssteigerung dagegen. Für den Neubau steht ein Baufenster von 1500 Quadratmetern zur Verfügung. Der TSF benötige etwa 600, auf der übrigen Fläche könnten kleine Läden entstehen.

Abriss von Stadtbücherei

und Haus im Stadtpark?

Zweitens: Noch unklar ist, ob mit einem Neubau im Stadtpark dort die Stadtbücherei und das Haus im Stadtpark abgerissen werden. Sie gelten als marode, aber der Zustand muss noch geprüft werden. Kein Hindernis für einen Neubau im Stadtpark ist übrigens die nahegelegene neue TSF-Nebenstelle in der Bahnhofstraße: Dort laufe der Pachtvertrag, so Jacobsen, nach fünf Jahren aus.

Von Gerd-J. Schwennsen