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Ostholstein Neubau schon ein Sanierungsfall
Lokales Ostholstein Neubau schon ein Sanierungsfall
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21:59 26.01.2018
9. Dezember 2017, offizielle Einweihung. Schon in der Bauphase der neuen Wache gab es etliche Mängel. Quelle: Fotos: Benthien
Röbel

Süsels Gemeindewehrführer Rolf Müller, bis Ende 2017 Ortswehrführer in Röbel und als solcher intensiver Baubegleiter, ist konsterniert: „Das ist bitter. Da freut man sich Jahre, und dann das.“ Der Schimmel, der sich als erstes im Versammlungsraum oberhalb der Fußleisten in Form von schwarzen Flecken gezeigt habe, sei „quasi über Nacht gekommen“. Auch im Büro von Wehrführer Steven Paulsen wurde Schimmelbefall im unteren Wandbereich festgestellt. Nach dem Abrücken der Spinde fanden sich schwarze Stellen ebenfalls in den Umkleiden der Jugendfeuerwehr und der Herren.

Die Freude war groß. Jetzt sind Frust und Enttäuschung größer. Mitte Dezember war das lang ersehnte, 700000 Euro teure Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Röbel eingeweiht worden. Jetzt kriecht in mehreren Räumen Schimmel die Wände hoch: Der Sozialtrakt musste geschlossen werden.

„Wir haben die Frischwasserzufuhr abgestellt und die Heizung überprüft, es gibt keine Leckagen“, sagt Rolf Müller. Was ihn und alle Kollegen erstaunt, ist die Tatsache, dass der Schimmel nicht flächendeckend auftritt, sondern nur partiell. „Es ist sehr merkwürdig: Zum Teil sind Innenwände betroffen, zum Teil Außenwände“, schildert der Gemeindewehrführer.

Im Büro des Ortswehrführers habe man die Wand geöffnet und dabei bemerkt, dass die Außenhaut trocken und nur die Innenwand feucht sei. Die herausgeschnittenen OSD-Platten (Grobspanplatten) waren aufgequollen. „Von außen kommt die Nässe nicht“, sagt Müller. Er vermutet als Ursache für Feuchtigkeit und Schimmelbefall Leckagen in den Abwasserrohren.

Die Sozialräume sind jetzt gesperrt. Heute werden alle Spinde der Feuerwehrleute in den hinteren Bereich der Fahrzeughalle transportiert – wenigstens sie ist weiter nutzbar. Die Verwaltung hat bereits eine Spezialfirma mit der Lecksuche beauftragt, die Abwasserrohre sollen mit Kameras überprüft werden.

„Ärgerlich und deprimierend“, nennt Bürgermeister Holger Reinholdt (FWS) die Entdeckungen, die ein langes Nachspiel haben könnten. „Wir müssen schnellstens die Ursache feststellen und auch, wer Verantwortung für den Schaden trägt. Sicher gibt es einen Gewährleistungsanspruch, aber der kann manchmal ein Problem sein. Es geht darum, ob er anerkannt wird und ob der Betrieb eine Versicherung hat.“

Auf jeden Fall müssen etliche Wände aufgemacht und saniert werden – „ ein immenser Aufwand“, sagt Rolf Müller, der sich nicht traut, diesen Schaden zu schätzen. Gut, dass es die alte Wache nebenan gibt: Gestern wurde Heizöl angeliefert, am Abend tagte dort die Jugendwehr. Auch der Spielmannszug wird erst mal wieder an alter Stelle proben.

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