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Ostholstein Neue Ausstellung zeigt das Bauhaus an der Ostsee
Lokales Ostholstein Neue Ausstellung zeigt das Bauhaus an der Ostsee
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15:10 12.06.2019
Boule-Spiel auf dem Rasen: Diese Aufnahme von 1928 zeigt den Gartenarchitekten Harry Maasz mit seiner Frau und einem Freund vor seinem „ovalen Haus“ in Klingberg. Quelle: Fotoalbum Harry Maasz (hfr)
Pönitz

Zugegeben: Die Zeugnisse des „Neuen Bauens“ in Ostholstein sind eher rar gesät, Bauhaus-Spuren fallen einem nicht an jeder Ecke ins Auge. Aber einige gibt es durchaus, und sie werden in der Ausstellung „Bauhaus an der Ostsee – Architektur und Gartenkunst“ im Museum Pönitz präsentiert. Die Aktiven vom Verein für Regionalgeschichte haben die Exponate zusammengetragen.

Das Bauernhof-Modell: von England über Biberach nach Pönitz

Die bekannteste Bauhaus-Hinterlassenschaft an der Ostsee ist vermutlich Gut Garkau: Am Großen Pönitzer See steht der weltweit einzige Bauernhof im Bauhaus-Stil. Der Kuhstall und die Scheune sind um 1925 nach Plänen des Architekten Hugo Häring gebaut worden, nach den damals neuesten Erkenntnissen landwirtschaftlichen Bauens (die LN berichteten). Im Museum Pönitz findet sich jetzt ein Modell der Anlage, „hergestellt von Archtiektur-Studenten der Universität in Sheffield und ausgeliehen von der Hugo-Häring-Gesellschaft in Biberach“, berichtet Kersten Jungk, Vorsitzender des Vereins für Regionalgeschichte.

Neben Hugo Häring verwirklichten zwei weitere Männer die Bauhaus-Idee im Norden: der Lübecker Architekt Wilhelm Bräck und der Lübecker Stadtgärtner Harry Maasz. Bräck baute für Maasz 1926 dessen Sommerhaus in Klingberg, wegen seines Grundrisses „ovales Haus“ genannt. „Klingberg war damals ein Ort für Künstler und Freigeister“, berichtet Kersten Jungk. „Das waren Menschen, die anders leben wollten als es bis dahin üblich war.“ Unter anderem erwähnt die Chronik Klingbergs aus dieser Zeit den „Freilichtpark“ für FKK-Anhänger.

Im Museum Pönitz präsentieren die Mitglieder des Vereins für Regionalgeschichte unterschiedliche Exponate zum Bauhaus – vom Kuhstall-Modell bis zum Salzstreuer.

Während Bräck, dessen berühmtester Bauhaus-Bau der Pavillon der Overbeck-Gesellschaft in Lübeck ist, das Künstlerhaus in Klingberg entworfen hat, stammt die Gartengestaltung von Maasz. Die jetzigen Eigentümer des „ovalen Hauses“, das gerade renoviert wird, haben dem Museum diverse Exponate zur Verfügung gestellt – unter anderem einen Sessel von Maasz sowie zahlreiche Bilder und Zeichnungen aus dessen Privatbesitz.

Lyonel Feininger skizzierte die Ostsee

Eine Besonderheit sind nach Angaben von Kersten Jungk zudem die im Museum per Monitor präsentierten Ostsee-Skizzen des Malers Lyonel Feininger, entstanden bei dessen Aufenthalten auf Fehmarn und in Timmendorfer Strand. In Timmendorfer Strand stehen zudem die beiden „Gropius-Häuser“, die „Villa Röhl“ und die „Villa Gropius“ – nicht im Bauhaus-Stil errichtet, aber einst Sommerresidenz des Bauhaus-Begründers Walter Gropius.

Die Ausstellung zeigt: Die Spuren des Bauhauses an der Ostsee sind nicht leicht zu finden, doch sie sind vorhanden. Die Ausstellungsmacher haben ein Vierteljahr benötigt, um sämtliche Bilder, Zeichnungen, Bildbände, Möbel und Modelle nach Pönitz zu schaffen. Und ein schöner Zufallsfund war auch dabei, entdeckt vor Ort, im Küchenschrank des Museums: Salz- und Pfefferstreuer „Max & Moritz“, zeitlos, schlicht und funktional – Design von Wilhelm Wagenfeld, dem namhaften Bauhaus-Produktgestalter. Genaues Hinsehen lohnt sich eben.

Öffnungszeiten und Anmeldung

Eröffnet wird die Ausstellung „Bauhaus an der Ostsee – Architektur und Gartenkunst“ im Museum Pönitz (Lindenstraße 23) am Freitag, 14. Juni, mit geladenen Gästen und dem Schirmherren, Landrat Reinhard Sager.

Alle Interessierten sind zu einem Tag der offenen Tür am Sonnabend, 15. Juni, von 13 bis 18 Uhr ins Museum eingeladen. Anschließend ist die Ausstellung bis Mitte Oktober immer dienstags, sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Anmeldungen von Besuchen und Führungen für Gruppen – auch außerhalb der Öffnungszeiten – werden unter Telefon 045 03/732 73 oder per E-Mail an museum@museum-scharbeutz.de angenommen.

Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Museumsarbeit wird gebeten.

Sabine Latzel

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