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Ostholstein Forderungen für die Bahntrasse: Wie viel Zeit bleibt noch?
Lokales Ostholstein Forderungen für die Bahntrasse: Wie viel Zeit bleibt noch?
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14:22 25.01.2019
Auch um die Beseitigung beschrankter Bahnübergänge – wie hier in Heringsdorf – geht es im Forderungskatalog der Region.
Auch um die Beseitigung beschrankter Bahnübergänge – wie hier in Heringsdorf – geht es im Forderungskatalog der Region. Quelle: BINDER
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Oldenburg

Läuft den Kommunen die Zeit davon oder wird unnötig Druck aufgebaut? Die Debatte darum, wie schnell der ostholsteinische Forderungskatalog zu Maßnahmen an der neuen Bahntrasse zum Belttunnel in Berlin vorgelegt werden soll, ging jetzt im Dialogforum Feste Fehmarnbeltquerung weiter. Während die einen mahnen, die Region müsse dringend konkrete Vorschläge machen, wenn sie ihre Wünsche vom Bund berücksichtigt wissen wolle, plädieren die anderen dafür, selbst den Zeitplan vorzugeben.

Allianz sieht keinen Grund zur Hast, Land drängt auf Entscheidungen

Die Allianz gegen die feste Beltquerung warnte erneut davor, sich zu Entscheidungen drängen zu lassen. Schon im Projektbeirat hatte deren Vertreter Bodo Gehrke gesagt, er sehe keinen Grund zur Hast. Aus Berlin sei ihm signalisiert worden, dass die betroffenen Gemeinden in Ostholstein sich für ihre Beratungen die Zeit nehmen könnten, die sie brauchten. Erst, wenn es hier eine Einigung gebe, werde der Bundestag sich mit dem Thema befassen.

Bahn und Land hatten zuletzt berichtet, der Bundestag wolle dazu noch vor der Sommerpause tagen. Entsprechend dieser Vorgabe hat die Bahn dem zuständigen Ministerium auch bereits ein erstes Konzept für die Trasse vorgelegt (die LN berichteten). Karin Druba vom Landesverkehrsministerium erinnerte im Dialogforum noch einmal an den Staatsvertrag mit Dänemark: Der Bund sei verpflichtet, rechtzeitig eine Anbindung an den Belttunnel fertigzustellen, daher der Zeitdruck.

Man müsse sich entscheiden, ob man pokern wolle oder auf Sicherheit spielen, hatte Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) im Projektbeirat geurteilt. Er persönlich „wäre lieber vorbereitet“, betonte der Beiratsvorsitzende. Die Gemeinden müssten jetzt mit konkreten Forderungen an den Bund herantreten, damit diese Aussicht auf Erfolg hätten.

Region fordert Schutzmaßnahmen für eine halbe Milliarde Euro

Ähnlich äußerte sich nun Landrat Reinhard Sager (CDU). Zwar habe der Kreis sich in den Beratungen stets an das Motto „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“ gehalten. Er sei jedoch sehr froh über das Papier der Region, das mittlerweile kurz vor der Vollendung stehe: Hätten sich im Dialogforum nicht alle Beteiligten um gemeinsame Lösungen bemüht, würden beim Bau der neuen Bahntrasse vermutlich ausschließlich die gesetzlichen Bestimmungen berücksichtigt werden. Stattdessen habe Ostholstein nun eine reelle Chance auf Schutz vor Lärm und Erschütterung, der weit über dieses Maß hinausgehe.

Auf rund 500 Millionen Euro werden die Kosten für die vom Bund geforderten Maßnahmen aktuell geschätzt. „Wir haben vernünftige Argumente“, betonte Sager, „es ist uns gelungen, die besondere Betroffenheit unserer Region herauszustellen.“ Dennoch werde es noch einmal „eine Herkulesaufgabe“, die Bundestagsabgeordneten zu überzeugen, tatsächlich für das Maßnahmenpaket zu stimmen. Das sei die Herausforderung, die noch vor den Betroffenen liege – denn selbst, wenn sich hierzulande am Ende alle einig seien, bedeute das noch nicht, dass die Wünsche auch in Berlin unterstützt würden. Sager: „Wenn wir es schaffen, dass der Bundestag unser Maßnahmenpapier beschließt, haben wir wirklich etwas für Ostholstein erreicht.“

Weitere Infos zum Thema gibt es unter www.anbindung-fbq.de.

Jennifer Binder

24.01.2019
24.01.2019