Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Neue Chronik: Manhagen im Wandel der Zeit
Lokales Ostholstein Neue Chronik: Manhagen im Wandel der Zeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 17.04.2019
Eine aktuelle Luftbildaufnahme aus der „Chronik Manhagen“, die Uwe Stock aus Lensahn jetzt erarbeitet hat. Quelle: HFR
Lensahn/Manhagen

Urnenfelder und Moorleichen, Kampf gegen Gesindel, Bettler und Vagabunden, das Kaiserreich, die Weltkriege und die Probleme der Landarbeiter – die Geschichte der Gemeinde Manhagen gibt es jetzt in Buchform nachzulesen. Auf 360 Seiten, angereichert mit vielen Schwarz-Weiß- und Farbaufnahmen, spannt der Lensahner Gemeindearchivar und Autor Uwe Stock den Bogen von der Bronzezeit bis zur Gegenwart.

Zeugen der Vergangenheit lassen sich in der Feldmark der Gemeinde heute noch viele finden: wie die Grabhügel aus der Bronze- und Eisenzeit. Zum Beispiel das Hügelgrab von Schwienhagen: 52 Meter lang, 19 Meter breit und vier Meter hoch. Bedeutsame Stammesführer wurden hier in Baumsärgen beigesetzt – später auch in Urnen.

Schädel von Moorleichen gefunden

Im Boden wurden immer wieder aufsehenerregende Funde gemacht: unter anderem Bronzeringe und Tongefäße. Aber auch Schädel von Moorleichen, die bei Manhagenerfelde in frühgeschichtlichen Opferstätten freigelegt wurden. Stock hat diese und viele weitere Geschichten in der ChronikManhagen im Wandel der Zeit“ zusammengetragen. Er erzählt mal sachlich, mal unterhaltsam und immer mit historischen Quellen belegt, vom harten und oft entbehrungsreichen Leben der Landarbeiter, den großen Gütern und dem Wandel der Landwirtschaft.

Bilder aus der neuen Chronik von Uwe Stock

„Holz-Diebereien“ an der Tagesordnung

Rückblick: Um 1765 war Holz ein begehrtes Gut. Man brauchte es zum Kochen, Heizen, Bauen und Herstellen von Geräten. Deshalb waren „Holz-Diebereien“ an der Tagesordnung. Zur Ausweitung des Holzvorkommens wurde also jeder Hausbesitzer angewiesen, jährlich vier Bäume zu pflanzen. Nur wer zehn Bäume gepflanzt und bis zum Anwachsen gepflegt hatte, bekam eine Heiratserlaubnis!

Auch die Knicks entstanden in dieser Zeit – auf Erlass des dänischen Königs. In der Hoffnung auf höhere Ernteerträge und somit mehr Geld für die dänische Staatskasse, erließ er die „Verkoppelung“ in Ostholstein. Da aber noch kein Stacheldraht oder anderes Hilfsmittel zur Verfügung stand, wurden Erdwälle mit buschiger, künstlich ineinander verhakelter Pflanzung angelegt: Die Knicklandschaft entstand.

Besonders hart für die Landbevölkerung war der sogenannte „Kosakenwinter“ 1814. Nach der Völkerschlacht von Leipzig (Oktober 1813) rückte eine schwedisch-russisch-preußische Armee mit 57 000 Mann in Schleswig-Holstein ein und hinterließ beim Abrücken im Jahr darauf ein ausgelaugtes Land – auch in Manhagen.

Das elende Leben der Landarbeiter

Wie elend das Leben der Landarbeiter war, beschreibt der Lensahner Pastor Petersen 1824: „So verzweiflungsvoll die Lage der Hufenpächter nun ist, so zwingend und tödlich ist auch noch die Arbeit der zum Hofdienst verpflichteten Tagelöhner. Diese Menschen, die täglich von 6 Uhr zu 6 Uhr arbeiten – die Barbarei dehnt die Zeit zuweilen weit über die Billigkeit hinaus – wohnen in den halbe und ganze Stunden von den Höfen entfernt liegenden Dörfern. Für die Landbevölkerung war die Armut auch nach der Aufhebung der Leibeigenschaft über viele Jahrzehnte weiterhin ein ständiger Begleiter.“

Erfreulicher wurde es erst Mitte des 19. Jahrhunderts, als Chausseen ausgebaut wurden und die Eisenbahn nach Ostholstein kam. Dazu heißt es: „Am 30.9.1881 wurde die Kreis Oldenburger Eisenbahn (KOE) eröffnet. Die zur Feier Geladenen hatten sich in Neustadt versammelt, von wo die Abfahrt des aus acht Personenwagen und der Lokomotive „Oldenburg“ bestehenden Zuges gegen 11.30 Uhr erfolgte. Derselbe traf um 12.45 Uhr auf unserem, sehr hübsch mit Flaggen und Tannengrün geschmückten Bahnhofe, von einer zahlreichen Menschenmenge aus der Stadt und Umgegend erwartet, ein.“ Ein Foto dieser Lok hat Uwe Stock eingefügt.

Hier kann das Buch erworben werden

Die Chronik „Gemeinde Manhagen im Wandel der Zeit“ hat 360 Seiten. Sie bietet dem Leser umfangreiches Bildmaterial in Schwarz-Weiß, aber auch viele farbige Fotografien. Der Preis beträgt 30 Euro. Das Buch im DIN-A4-Format kann erworben werden bei Ute Estermann in Manhagen (Am Hofteich 2), im Buchladen Lensahn, in der Gemeindebücherei Lensahn oder direkt beim Verfasser Uwe Stock in Lensahn (Wildkoppelweg 12).

Weiter geht es in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Beide Weltkriege brachten unsägliches Leid auch in die Manhagener Familien. Häuser brannten, Panzer fuhren durchs Dorf, Grabfelder für gefallene Pioniere mussten angelegt werden. 1944 war geprägt von den Flüchtlingen aus Ostpreußen und Hamburg und durch britische Truppen, die restriktiv vorgingen: „Mit Wirkung vom 2. Oktober 1945 wurde der Lehramtsanwärter zwecks Ausschaltung des Nazitums aus dem Schuldienst entlassen.“ Die Wiedereröffnung der Schule für die Klassen 1 bis 4 erfolgte mit Flüchtlingslehrer Arthur Siebert aus Ostpreußen am 16. Januar 1946.

Lübecker Nachrichten berichteten über die Wahlen 1948

1948 gab es erste freie Wahlen in Manhagen: 4 SPD, 3 CDU, 2 Unabhängige. Bürgermeister Hans Kröger aus Manhagenerfelde wird erneut ins Amt gewählt. Auch die Lübecker Nachrichten berichteten damals bereits aus Manhagen.

Die Schulklasse von 1962, die Kinder hatten sich extra schick gemacht für den Fotografen. Quelle: HFR

Stocks Dorfchronik endet nach 360 Seiten mit vielen Fotos aus den vergangenen zehn Jahren: die Dorf- und Kinderfeste, Weihnachtsfeiern und Vereinsgruppen. Wie sagt es Manhagens Bürgermeister Andreas Kröger (CDU) in seinem Vorwort: „Die vorliegende Chronik hat sicher keinen Anspruch auf Vollständigkeit und auf endgültigen Abschluss (das widerspräche ja auch der Natur der Sache). Vielleicht mag sie aber für den einen oder die andere ein Ansporn sein, um in den ,Familienschätzen’ zu forschen und einen interessanten Beitrag für eine zukünftige Version beizusteuern.“

Konzept zur Dorfentwicklung

Nach fünf Monaten intensiver Diskussionen hat die Inspektour GmbH aus Hamburg den Bürgern Manhagens die Ergebnisse des Dorfentwicklungskonzeptes vorgestellt. Etwa 70 Einwohner informierten sich über Ideen der zukünftigen Entwicklung der Gemeinde.

Einwohner und Gemeindevertreter hatten in mehreren Sitzungen und Arbeitskreisen Ziele der Gemeindeentwicklung und konkrete Projekte und Maßnahmen erarbeitet, die die Lebensqualität aller Einwohner verbessern sollen. Wesentliche Schlüsselprojekte sind beispielsweise die Schaffung eines Gemeinde-Treffs, ein Entwicklungsprozess zur Nutzung von regionaler Energie und die Verbesserung der ortsteilübergreifenden Kommunikation.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass der Dorfentwicklungsprozess nach Erarbeitung des Konzeptes nun erst richtig beginnt und in der Gemeinde verankert werden muss. „Nun geht es an die Umsetzung der Maßnahmen und dazu brauchen wir Mithelfer. Ohne die Bürger geht es nicht“, sagte Bürgermeister Andreas Kröger. Das Dorfentwicklungskonzept wurde gefördert mit Mitteln des Bundes und des Landes.

Louis Gäbler

Das Thema Hinterlandanbindung ist sehr komplex. Bei dem Streit um übergesetzlichen Lärmschutz wird mit harten Bandagen gekämpft. Aussagen werden auf die Goldwaage gelegt oder missverstanden. So stellt der Bundespolitiker Cem Özdemir (Grüne) klar, keinen Besuch in Bad Schwartau zu planen.

17.04.2019

Initiatoren wollen Verkauf von Wohnungen und Grundstücken verhindern. Sie treibt die Angst vor hohen Mieten um. Die Zeit drängt. Gemeindevertretung will Thema am 25. April diskutieren.

17.04.2019

Die Auftritte von Scooter, Nena und Michael Patrick Kelly bei „Stars am Strand“ in Timmendorf sind begehrt. Deshalb wird das Stadion vergrößert. Niendorf legt im Mai mit „Alle Farben“ und Hip-Hop am Strand los.

17.04.2019