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Ostholstein Neue Feuerwache für Eutin: Die Standortfrage ist geklärt
Lokales Ostholstein Neue Feuerwache für Eutin: Die Standortfrage ist geklärt
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20:00 11.10.2019
Hinter dem Kleingartengelände am Meinsdorfer Weg (l.) beginnt die Fläche, auf der die Stadt beabsichtigt, ein neues Feuerwehrgerätehaus zu errichten. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Eingerahmt von der Bundesstraße 76, dem Meinsdorfer Weg und den Kleingartenanlagen Quanswiese/Dosenredder liegt die Fläche, auf der ein Neubau für die Freiwillige Feuerwehr Eutin entstehen soll. Verwaltung und Politik können gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Denn das Areal bietet genügend Platz, um dort auch den in der Stadt dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Am 23. Oktober soll im Stadtentwicklungsausschuss der Bebauungsplan für das Gebiet aufgestellt werden.

Unfallkasse mahnt seit dem Jahr 2000 Mängel im alten Haus an

Seit rund 20 Jahren braucht die Ortswehr Ersatz für ihr Gebäude in der Straße Am Priwall – im Jahr 2000 hatte die Feuerwehrunfallkasse etliche Mängel aufgelistet. Viel Zeit, Geld und Energie wurden für Planungen einer Wache auf dem Festplatz an der Kerntangente verschwendet. Sie fielen 2017 erst im letzten Moment durch, als die Politik auf wiederholtes Drängen der Feuerwehr reagierte, weil die Hilfsfristen von dort aus nicht einzuhalten waren.

Verkaufsverhandlungen über Grundstück laufen

Das Grundstück am Meinsdorfer Weg sei als eine für einen Neubau geeignete Fläche herausgearbeitet worden, heißt es aus der Bauverwaltung. Die Hilfsfristen seien von dort aus einzuhalten. Die Verwaltung bezeichnet das Grundstück als „kurzfristig verfügbar“. Der Eigentümer, ein Landwirt, ist nach eigenen Angaben über die 3,5 Hektar große Fläche noch in Verkaufsverhandlungen mit der Stadt.

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In einer Machbarkeitsstudie hat die Bauverwaltung das Nebeneinander von Feuerwehr und Wohnen auf dem Gelände prüfen lassen. Ein Gutachter bescheinigte, dass es realisierbar sei. Vorgesehen ist, dass das Feuerwehrgerätehaus direkt an der Zufahrt vom Meinsdorfer Weg aus liegen soll. Im rückwärtigen Bereich und gut abgeschirmt sind die Flächen für die Wohnbebauung angedacht.

Standort gefunden: Feuerwehr ist erleichtert

„Wenn ein Neubau jetzt endlich in Angriff genommen und kurzfristig vorangetrieben wird, ist das super. Der Bürgermeister hat ja klar definiert, dass 2019 das Jahr der Entscheidung sein soll“, sagt der Eutiner Ortswehrführer Jörg Böckenhauer. Das Raumbuch für ein Gerätehaus sei überarbeitet worden. „Es steht zu 99 Prozent. Vielleicht muss es noch mal angefasst werden, um einen Raum für die Kinderfeuerwehr mit hineinzunehmen“, erklärt Böckenhauer. Am Festplatz war eine Wache für 120 Feuerwehrleute geplant, da in Eutin immer wieder mal eine Gemeindewehr angedacht worden war. Die Ortswehr Eutin hat rund 70 Aktive, die Ortswehren Fissau und Neudorf haben jeweils um die 25 Aktive.

Gemeindewehrführer Marco Wriedt sagt: „Wenn es das Grundstück sein soll, dann ist das so. Es ist eine Entscheidung der Stadt. Wir sind aber erleichtert und freuen uns. Wenn wir in zweieinhalb Jahren einziehen könnten, wären wir glücklich. Damit würde auch die Arbeit unserer Vorgänger Wolfgang Mevs und Heino Kreuzfeldt Früchte tragen.“

FWE hat schon für das Areal am Meinsdorfer Weg geplant

Während die Verwaltung der Politik nicht vorgreifen will und auf die zuständigen Gremien verweist, die über den künftigen Wohnraum am Meinsdorfer Weg entscheiden müssen, hat die Freie Wählergemeinschaft Eutin (FWE) bereits Ideen ausgearbeitet. Malte Tech, Lothar Sperling und Heinz Lange haben diese einzelnen Vertretern von Grünen und SPD vorgestellt. Die seien nach ihren Angaben angetan gewesen, hätten sogar noch Verbesserungsvorschläge eingebracht. „Sie wollen das jetzt in ihre Fraktionen tragen. Wir wollen aber nicht nur Ideenproduzenten sein, sondern suchen Mehrheiten“, sagt Heinz Lange.

Lothar Sperling, Malte Tech und Heinz Lange (v.l.) haben ein Modell für die Bebauung zwischen Meinsdorfer Weg und B 76 entwickelt. Quelle: Ulrike Benthien

Die Vorstellungen der FWE von der Bebauung am Meinsdorfer Weg haben sie in einem Model festgehalten: Der Feuerwehr ist ein zweigeschossiges, 77 Meter langes Gebäude zugedacht. Dazu sollen reichlich Parkplätze und vier Wohnblöcke mit Betriebswohnungen für Feuerwehrleute entstehen. Letztere schirmen die Wohnsiedlung ab, die aus 32 Wohneinheiten im Bungalowstil mit bis zu 128 Quadratmeter Wohnfläche und Grundstücken bis zu 400 Quadratmeter bestehen. In der sogenannten Teppichsiedlung in kompakter Bauweise, sagt Malte Tech, hätte jeder Bewohner einen eigenen Innenhof ohne direkten Kontakt zu den Nachbarn.

FWE stellt ihre Ideen vor

In einer Infoveranstaltung am Mittwoch, 16. Oktober, im Brauhaus Eutin am Markt wollen die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft Eutin (FWE) ihre Vorstellungen für eine Bebauung zwischen B 76, Meinsdorfer Weg und der Kleingartenanlage Quanswiese/Dosenredder erläutern. Los geht es um 19 Uhr.

Die Bungalows sollen Grasdächer bekommen, die Garagen mit Solaranlagen auf dem Dach ausgestattet sein. Auch das Feuerwehrgerätehaus soll Solaranlagen erhalten. Die FWE stellt sich auch ein Gemeinschaftshaus und eine Kindertagesstätte auf dem Areal vor. „Alle Fraktionen haben sich zum Klimaschutz bekannt, und alle wollen preiswerten Wohnraum“, sagt Lothar Sperling. Das Trio ist überzeugt, mit seinem Modell „ein rundes Paket“ geschnürt zu haben.

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Von Ulrike Benthien

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