Neue Hafenwestseite in Neustadt: Das Parkhaus ist schon fertig
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Neue Hafenwestseite in Neustadt: Das Parkhaus ist schon fertig

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17:00 13.08.2021
Bauleiter Norman Martens, Investor Mike Hemmerich, Stadtplaner Conrad Rieger und Bürgermeister Mirko Spieckermann waren bei der Inbetriebnahme des Parkhauses dabei (v. l.).
Bauleiter Norman Martens, Investor Mike Hemmerich, Stadtplaner Conrad Rieger und Bürgermeister Mirko Spieckermann waren bei der Inbetriebnahme des Parkhauses dabei (v. l.). Quelle: Sebastian Rosenkötter
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Neustadt

Die Umgestaltung der Hafenwestseite in Neustadt ist ein Multi-Millionen-Projekt. Wohnungen, Geschäfte, Restaurants, eine zweite Brücke über das Hafenbecken, Hostel mit Sky Bar und jede Menge coole und moderne Sitzgelegenheiten werden in den kommenden Jahren entstehen. Nach monatelangen, teils äußerst spektakulären Abrissarbeiten wurde der erste Neubau in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um ein Parkhaus, das gleich neben dem Bahnhof steht.

Was das Parken am Neustädter Bahnhof kostet

4,4 Millionen Euro hat der neunmonatige Bau des Parkhauses laut Investor Mike Hemmerich, Leiter Family Office der HJD Verwaltungs GmbH & Co. KG, gekostet. 238 Parkplätze für Fahrzeuge bis zu einer Breite von 2,10 Meter verteilen sich auf sechs Ebenen. 35 der Plätze sind bereits fest vermietet – an Anwohnerinnen und Anwohner. Weitere Flächen sollen der Beruflichen Schule zur Verfügung gestellt werden, da im Zuge der Umgestaltung des Zob aktuell noch vorhandene Stellplätze wegfallen. Wer in unmittelbarer Nähe zu Zügen und Schiffen parken möchte, muss pro Stunde einen Euro zahlen, die maximale Tagesgebühr beträgt fünf Euro.

Neun Monate hat der Bau des Parkhauses gedauert, 4,4 Millionen Euro hat es gekostet. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Neustadt: So soll der neue Zob aussehen

Das Parkhaus, das mit einer Backsteinfassade versehen wurde, ist erst der Anfang der umfangreichen Umgestaltung der Hafenwestseite. Neustadts Stadtplaner Conrad Rieger rechnet damit, dass im besten Fall in den kommenden Wochen ein positiver Förderbescheid vom Land eintrifft. Anschließend könnten die Arbeiten für die Erneuerung des Busbahnhofes ausgeschrieben werden. Baubeginn soll noch 2021 sein.

Der Bahnhofsvorplatz soll umgestaltet. So könnte er laut einem ersten Entwurf aussehen. Quelle: TGP, Ingenieurbüro Brandt, Miebach Ingenieurbüro

Rund statt mit einzelnen Parkbuchten versehen soll der Zob der Zukunft werden – ähnlich wie das Objekt in Lübeck. Nicht mehr Bestandteil des Konzepts ist ein großflächiges Dach über sämtliche Haltestellen. „Es wird jeweils Überdachungen an den einzelnen Haltepunkten geben. Ein durchgehendes Dach würde zu gewaltig aussehen vor dem Bahnhofsgebäude. Hinzu kommt eine große Fahrradüberdachung für etwa 100 Räder“, kündigt Conrad Rieger an. Weiter sollen Fahrradboxen aufgestellt werden. Zudem betonte er, dass überwiegend nachhaltige Materialien wie Holz verwendet werden sollen. Das Vorhaben soll 4,2 Millionen Euro kosten, wobei 2,7 Millionen Euro von Land und Bund übernommen werden dürften.

Das Bahnhofsgebäude hat vor nicht allzu langer Zeit einen neuen Anstrich bekommen. Nun soll der Platz für die Busse umgestaltet werden. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Wohnen und Übernachten am Hafen

Investor Mike Hemmerich erwartet im Verlauf des ersten oder zweiten Quartals 2022 eine Genehmigung der Bauanträge für das Hostel und die Errichtung von drei Gebäuden im Hospitalquartier direkt am Hafen. Das Hostel kommt in die roten LHG-Türme sowie in einen Neubau im Bereich der zugewucherten Bahngleise. Nicht abschließend entschieden ist, wie viele Wohnungen und Gewerberäume entstehen werden. Klar ist, dass Wohneinheiten verkauft und vermietet werden sollen. Dies wurde bereits mit der Stadt abgestimmt.

Wann das Hostel am Hafen eröffnen soll

Ebenfalls fest steht, dass der Außenbereich mit einer Bestuhlung und einem Kinderspielplatz aufgewertet werden soll. Ziel ist eine Belebung der Hafenwestseite. „Grob geschätzt können die ersten Bezüge 2023 erfolgen“, sagt Mike Hemmerich optimistisch. Das Hostel soll ab der Saison 2024 Gäste beherbergen. 286 Betten, verteilt auf etwa 100 Zimmer, sind vorgesehen. Hingucker dürfte dabei ein gläserner Übergang zwischen den beiden Türmen werden.

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Ideen für Hafenwestseite: Schwimmsteg und Wassertreppe

Passend dazu will die Stadt die Freiraumgestaltung, also die Aufwertung der öffentlichen Flächen, realisieren. „2024 werden wir viel sehen. Baubeginn soll im Herbst 2022 sein“, erklärt Stadtplaner Conrad Rieger. Zugleich stellt er klar, dass nicht abschließend beschlossen sei, was genau alles gebaut wird. Im Gespräch sind unter anderem eine Wassertreppe und ein Schwimmsteg.

Von Sebastian Rosenkötter