Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Darum muss die Seebrücke saniert werden
Lokales Ostholstein Darum muss die Seebrücke saniert werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:41 12.03.2019
Die Seebrücke in Pelzerhaken muss ausgebessert werden. Ein Gutachter hatte den genauen Zustand ermittelt. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt

Seebrücken gehören zur Ostseeküste. Fast jeder Urlauber steuert eines der Bauwerke an. Doch es gibt ein Problem: Salz, Wasser, Sand und Wind setzen den Konstruktionen zu. Neubauten müssen her. Einfache Holzstege über der Ostsee reichen längst nicht mehr aus. In Niendorf wurden Spielgeräte installiert, in Timmendorfer Strand steht sogar ein Restaurant auf einer Brücke und in Grömitz wurde eine Tauchgondel integriert.

Ob auch Neustadt irgendwann mal eine spektakuläre Seebrücke vorweisen kann, ist offen. Sorgen bereitet derzeit vor allem die 135 Meter lange Anlage in Pelzerhaken. Ein Gutachter (KSK-Ingenieure, Eutin) hat den Zustand Anfang Dezember vergangenen Jahres untersucht und nun seinen Prüfbericht vorgelegt. Note 3,8: Viel schlechter geht es nicht. „Bei Vier dürfte sie nicht mehr betreten werden“, sagt Stephan Reil vom Tourismus-Service. Jedoch könne die Bewertung mit einigen Ausbesserungsarbeiten deutlich verbessert werden.

Haltbarkeitsdauer ist unklar

Unter anderem sollen bis zu Beginn der diesjährigen Saison 80 Quadratmeter Bohlen, 50 laufende Meter Handläufe sowie 40 laufende Meter Holme erneuert werden. Dies kostet etwa 15 000 Euro (netto). Wie lange die Mitte der 1980er Jahre gebaute Brücke hält, ist unklar. In einem Gutachten aus dem Jahr 2014 wurden die Jahreszahlen 2020 / 2025 genannt. Nun heißt es lediglich, weniger als 20 Jahre und dass mittelfristig ein Ersatzneubau empfohlen werde. „Wir haben nun eine Grundlage für den Tourismusausschuss und wissen, was wir an Sanierungsmaßnahmen einplanen müssen“, erläutert Vera Heß (Leiterin Tourismus-Service).

Die Tragfähigkeit der Seebrücke in Pelzerhaken ist gerade noch gegeben. An den Querträgern ist Rost gut erkennbar.. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Besucher wollen Seebrücken

Etwas besser sieht es am Strand von Neustadt aus. Die dortige 75 Meter lange Seebrücke ist erst knapp 14 Jahre alt und wurde 2017 teilsaniert. Dennoch werden aktuell etwa 12 000 Euro für Instandsetzungsarbeiten benötigt. Touristisch von größerer Bedeutung ist allerdings die Brücke in Pelzerhaken, da sie sich im Gegensatz zu der Neustädter an zentraler Stelle befindet. Bürgermeister Mirko Spieckermann (parteilos) betont, dass eine Seebrücke zu einem Ostseebad gehöre. „Die Besucher wollen draufgehen. Deshalb müssen wir vorbereitet sein. Es darf nicht passieren, dass wir zwei Jahre keine oder eine gesperrte Brücke haben.“

Im Fokus steht dabei zunächst die Pelzerhakener Brücke. Vera Heß möchte eine ergebnisoffene Diskussion. „Die Frage ist: Muss man nachziehen? Welchen Anspruch haben wir? Was passt zum Ort? Welches Alleinstellungsmerkmal könnten wir in Ostholstein haben? All das gilt es herauszufinden.“ Stephan Reil ergänzt: „Wir können von den anderen Gemeinden lernen, schauen was funktioniert.“

An der Küste Ostholsteins stehen etliche Seebrücken. Sie alle locken Einheimische und Touristen an. Viele Urlauber steuern die Bauwerke in Heiligenhafen, Scharbeutz und den anderen Orten gezielt an.

Entscheidung in Timmendorfer Strand naht

Besuche in Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Haffkrug dürften somit spätestens nach der Realisierung der geplanten dortigen Neubauten folgen. Doch wie ist der Stand der Dinge? Gesine Muus, Werkleiterin des Kurbetriebs Timmendorfer Strand, spricht von einem laufenden Wettbewerbsverfahren. „Deshalb kann ich zu dem Büro und Entwurf noch keine näheren Auskünfte geben.“ Jedoch soll die Gemeindevertretung den Planer am 28. März beauftragen. „Mit dem Abriss der alten Brücke soll Ende 2019 / Anfang 2020 begonnen werden“, sagt Muus.

Scharbeutz will 2020 bauen

Die Aufträge für den Bau zweier etwa acht Millionen Euro teuren Seebrücken in Haffkrug und Scharbeutz wurden bereits vergeben. Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) berichtet von einem ersten großen Zusammentreffen, bei dem Architekten, Planer, Ministerium, Wasser- und Schifffahrtsamt sowie weitere Beteiligte gewesen wären. Dabei sei es unter anderem um das Zusammentragen von Daten für Förderanträge gegangen. Diese sollen in den kommenden Monaten gestellt werden. „Wir hoffen auf eine Genehmigung bis Ende 2019“, sagt Owerien. 60 bis 70 Prozent der Kosten könnten übernommen werden. Ein Neubau sei im ersten Halbjahr 2020 denkbar.

Seebrücke ist Ausschuss-Thema

Der Tourismusausschuss der Stadt Neustadt beschäftigt sich am 14. März ab 19.30 Uhr unter anderem mit dem Zustand zweier Seebrücken. Auch geht es um einen Antrag der Grünen. Sie fordern, dass sich das Stadtmarketing für ein Mehrwegbechersystem in Neustadt einsetzen soll. Die Sitzung findet im Haus des Gastes statt.

Sebastian Rosenkötter

Unbekannte haben Fleischwurst präpariert und in Lensahn ausgelegt. Die Ermittler suchen Zeugen.

12.03.2019

Die landesweite Aktion „Saubere Landschaft“ steigt am 23. März und die Organisatoren wünschen sich mehr Teilnehmer. Eine Übersicht, in welchen Orten man dabei sein kann.

20.03.2019

Der plattdeutsche Dichter Klaus Groth lebte sechs Jahre auf der Insel. Im April wäre er 200 Jahre alt geworden. Als Erinnerung an den Künstler entsteht ein Denkmal, das auf sein berühmtestes Gedicht zurückgeht.

12.03.2019