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Ostholstein Neue Sundquerung: Wird es eine Brücke oder ein Tunnel?
Lokales Ostholstein Neue Sundquerung: Wird es eine Brücke oder ein Tunnel?
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17:00 03.04.2019
Noch ist unklar, ob der denkmalgeschützte „Kleiderbügel“ nach dem Bau einer neuen Sundquerung erhalten bleibt. Quelle: Schwennsen
Fehmarn

Wie wird die neue Sundquerung aussehen? Die Bahn und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) haben jetzt auf Fehmarn den Zwischenstand der aktuellen Planung präsentiert. Noch sind sowohl Brücken als auch Tunnel und eine Kombination aus beidem im Rennen. Unklar ist auch, ob der jetzige „Kleiderbügel“ nach dem Bau einer neuen Querung erhalten bleibt.

Die denkmalgeschützte Brücke ist laut Bahn dem Güterverkehr nicht gewachsen, der im Zuge der festen Beltquerung auf der Strecke rollen soll (die LN berichteten). Denkbar sei jedoch, die Querung auch in Zukunft für Fußgänger, Radfahrer und Autos zu nutzen. Für alle Alternativen sollen sowohl der Abriss als auch der Erhalt der Bestandsbrücke geprüft werden.

Trassenverlauf bleibt voraussichtlich ähnlich

Erste Untersuchungen hätten gezeigt, dass „ein bestandsnaher Trassenverlauf grundsätzlich günstiger ist“, berichtete Jürgen Kordes von der Planungsgesellschaft „Obermeyer Planen + Beraten“ den etwa 120 Zuhörern in der Burger Inselschule. Werde der zukünftige Verkehrsweg in der Nähe der aktuellen Brücke gebaut, würden nicht neue (zum Teil unter Naturschutz stehende) Gebiete zerschnitten, sondern die Bereiche genutzt, die schon jetzt durch die Querung beansprucht seien.

Einen Einwand aus dem Publikum, dass zu denkmalgeschützten Bauwerken ein Mindestabstand gesetzlich vorgeschrieben sei und die Planer demnach wohl „schon davon ausgehen, dass die Brücke abgerissen wird“, wies Britta Lüth vom LBV zurück: Die Planung werde mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt; man sei dabei, die Möglichkeiten auszuloten.

Als nächstes werden die Kosten untersucht

„Jede Variante hat Vor- und Nachteile“, sagte Jürgen Kordes, „am Ende wird es darum gehen, diese gegeneinander abzuwägen und die verträglichste Lösung zu finden.“ Im nächsten Schritt sollen weitere Kriterien untersucht werden – darunter die Kosten, die bisher nicht betrachtet wurden. Geprüft werden ein Absenk- und ein (tieferer) Bohrtunnel sowie eine gemeinsame oder zwei getrennte Brücken für Straße und Schiene.

Alle Varianten würden „ergebnisoffen und unabhängig voneinander“ geplant, betonen die Verantwortlichen. Bis zum Spätsommer soll für jede Alternative eine Vorzugslösung vorliegen. Aus den „Finalisten“ soll dann das Bauwerk ausgewählt werden, das am Ende tatsächlich errichtet wird.

Auf Fehmarn gibt es vor allem Befürchtungen, dass künftig mehr Anwohner von Verkehrslärm betroffen sein könnten als bisher. Bahn-Projektleiter Bernd Homfeldt betonte bei der Info-Veranstaltung, dass in jedem Fall entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen würden. Die gesetzlichen Vorgaben dafür würden unabhängig davon gelten, was letztlich gebaut werde.

Ostholsteiner wurden nach ihrer Meinung gefragt

Auch die Frage nach der Optik war für viele Anwesende ein Thema. Hella Plehnat etwa will ihren „Kleiderbügel“ auch in Zukunft nicht missen. Wie diverse weitere Fehmaraner sprach sie sich für den Erhalt der jetzigen Brücke aus. Anderenfalls gehe viel vom Flair der Insel verloren, ist sie überzeugt. Darum sei ein Tunnel-Neubau für sie auch die bessere Alternative: In ihren Augen sei es besser, die Querung zu verstecken, statt „die Insel zu verschandeln“.

Weitere Ostholsteiner schrieben für die Planer ebenfalls ihre Ansichten zum Thema auf. „Uns ist es wichtig, die Meinung der Anwohner zu erfahren“, betonte Ulrike Schenka von der DB Netz AG. Das Stimmungsbild soll nun ausgewertet werden und in die spätere Bewertung mit einfließen.

Instandhaltung der Sundbrücke geht weiter

Für die derzeitige Sundbrücke wird derweil das Instandhaltungsprogramm fortgesetzt. Voraussichtlich im Mai soll nach Angaben der Bahn die Unterkonstruktion der Fahrbahn saniert werden. Im Bereich des Gehwegs könne es zu vereinzelten Sperrungen kommen, für den Fahrzeugverkehr verringere sich die Geschwindigkeit. Um den Ferienverkehr nicht zu beeinträchtigen, würden die Arbeiten während der Haupt-Urlaubssaison pausieren und erst im September fortgesetzt. Der angekündigte Austausch von insgesamt sieben Tragseilen soll ebenfalls im Herbst beginnen.

Alle Infos zum Thema gibt es auf der Internetseite www.anbindung-fbq.de.

Jennifer Binder

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