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Ostholstein Neuer Anlauf für das Surfmuseum
Lokales Ostholstein Neuer Anlauf für das Surfmuseum
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10:17 16.04.2018
Mehr als 1500 Exponate – darunter viele urige Raritäten – umfasst die derzeit eingemottete Sammlung der Surf-Twins und des Museumsvereines. Quelle: Foto: Ln-Archiv
Pelzerhaken

Davon hätte der US-Amerikaner Jim Drake nie zu träumen gewagt: 1967 ließ er bei Los Angeles erstmals ein Brett mit Segel ins Wasser und löste damit den weltweiten Run auf die „perfekte Welle“ aus.

Mit 17 Hot-Spots für Surfprofis wie -einsteiger genießt Fehmarn in der Szene seinen Ruf als „Hawaii des Nordens“. Dort lebt nun der uralte Traum vom Surfmuseum neu auf. Ein erster Anlauf hielt nur wenige Jahre. Jetzt soll 2019 mit der Aktiv-Region der ganz große Wurf gelingen.

2017 feierte die „Mutter aller Trendsportarten“ ihr 50-jähriges Jubiläum – unter anderem auch mit einem Event auf Fehmarn.

Windsurfen auf Nostalgie-Kurs und sogar reif fürs Museum? Schmerzlich vermisst wurde ausgerechnet auf der Jubiläums-Party am langen Himmelfahrts-Wochenende die beeindruckende Raritäten-Sammlung der legendären Surf-Twins Manfred und Jürgen Charchulla. Sie schrieben vor über 40 Jahren mit der Skagerrak-Tandem-Überquerung und anderen Abenteuern Surf-Geschichte.

Sammlung ist in Scheunen eingemottet

 Die urigen Seebären und Weltenbummler, die nächstes Jahr 80 Jahre alt werden, sind noch immer dabei. Ihre über 1500 Exponate sind größtenteils in Scheunen im Inselosten eingemottet, nachdem das 2007 in Burg euphorisch gestartete „erste Surfmuseum der Welt“ Ende 2011 dem boomenden Grenzhandel weichen musste. Dabei schauten nach dem Start prompt Top-Profis wie der mehrfache Weltmeister Björn Dunkerbeck vorbei und brachten weitere Exponate mit.

Investor kommt von der Insel

Doch der Traum vom großen Surfmuseum lebt. Der Förderverein wagt jetzt einen neuen Anlauf. Möglicher Investor ist Jan-Georg Rickert aus Gahlendorf. Als Projektleiterin hat Dr. Andrea Susanne Opielka, Veranstaltungsleiterin beim Tourismus-Service Fehmarn, das Vorhaben bei der Aktiv-Region Wagrien-Fehmarn vorgestellt. „Das ist sehr positiv gelaufen“, betont sie.

Konkret: Als erster Schritt soll für rund 15 000 Euro eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Denn klar ist: Realisiert werden kann das Projekt nicht nur auf rein ideeller Basis, auch die Wirtschaftlichkeit muss stimmen.

Inhaltlich sollen zusätzliche Akzente gesetzt werden. Natürlich bilden „History Race“-Unikate der Charchullas oder deren Tüfteleien, die nie Serienreife erlangten, einen unverzichtbaren Grundstock.

Doch für die neuere Entwicklung vom Kiten bis zu SUP sowie Beach Culture oder Workshops müssten Exponate erworben werden. Opielka: „Wenn, dann muss das alles richtig gut sein. Wir setzen aufs Prinzip Edutainment (kurzweiliges Lernen; Anm. d. Red.), um Familien mit Kindern wie eingefleischte Profis ins Staunen zu versetzen.“

Dafür soll ein finanziell tragfähiges Szenario für 15 Jahre entwickelt werden. Wenn es gut läuft, könnte nach dem Sommer der Förderantrag gestellt werden – mit der Zielperspektive zur Saison 2019 und jährlich bis zu 40 000 Besuchern.

Top-Events in ganz Ostholstein

Timmendorfer Strand: „Surf Days“ mit einer mobilen Anlage (und damit unabhängig vom Wind), 10. bis 13. Mai.

Burgtiefe a. F.: Mercedes-Benz Surf-Festival Fehmarn unter dem Motto „Von den Surf-Profis lernen“ (Windsurf-Outdoor-Messe), 10. bis 13. Mai.

Heiligenhafen: SUP & Skate Weekend, 11. bis 13. Mai.

Grömitz: Multivan Windsurf Cup (in den Disziplinen Racing, Slalom und Wave), 31. Mai bis 3. Juni.

Burgtiefe a. F.: SUP- & Beachsports Festival, 20. bis 22. Juli.

Pelzerhaken: SUP-Festival, 10. bis 12. August.

Burgtiefe a. F.: Mercedes-Benz Kitesurf World Cup, 24. August bis 2. September.

Orth a. F.: Deutsche Meisterschaft im Speedsurfen, 1. bis 9. September.

 Gerd-J. Schwennsen