Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Neuer Fehmarn-Roman mit vielen Jugenderinnerungen
Lokales Ostholstein Neuer Fehmarn-Roman mit vielen Jugenderinnerungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 31.12.2019
Das Naturschutzgebiet Grüner Brink liegt an der Nordküste der Insel Fehmarn.
Das Naturschutzgebiet Grüner Brink liegt an der Nordküste der Insel Fehmarn. Quelle: Kirchner
Anzeige
Fehmarn

Ein neuer Fehmarn-Roman, in dem wahre Historie, vermischt mit viel „dichterischer Freiheit“, an allen Ecken durchscheint: In seinem neuen Buch „Die Kinder vom Brink“ nimmt Autor Burkhardt Schmidt in der ihm eigenen Art „immer etwas neben der Spur“ mit einer Portion Humor, Satire und viel Lokalkolorit unter anderem auch die Stimmung der Insulaner bezüglich der geplanten festen Beltquerung aufs Korn. Mit „Brink“ ist das Naturschutzgebiet Grüner Brink im Nordosten der Insel bei Puttgarden gemeint, wo Burkhardt Schmidt als Kind mit seinen Spielkameraden als echter Lausbub in den 1960/70er Jahren herrliche Sommer verlebt hat. So enthält das Werk auch eine Menge eigener Jugenderinnerungen.

Geschichte startet in einer Dorfkneipe

Der Untertitel des Romans heißt „Eine Insel – eine Mole – ein Tunnel“, wobei die Mole in der Handlung unversehens Oberhand gewinnt. Alles beginnt damit, dass in der Gegenwart ein Fernsehmann nach Fehmarn kommt, um einen Filmbeitrag über den geplanten Belttunnel zu drehen. In einer Dorfkneipe in „Altenkamp“, unschwer zu erkennen als die Ortschaft Puttgarden, kommt er beim Bier mit Einheimischen ins Gespräch. Dabei erfährt er, dass es auf deutscher Seite noch nicht viel zu filmen gibt über den Tunnelbau, weil sich die Genehmigungsverfahren zähflüssig in die Länge ziehen. Stattdessen machen die alten Fehmaraner den Fernsehmann auf die heute noch vorhandene alte Steinmole am Grünen Brink aufmerksam. Bei einigen Einheimischen wird sie auch noch „Adolf-Hitler-Mole“ genannt, weil sie zu Beginn des „Dritten Reiches“ angelegt worden war. Die Nazis planten schon Anfang der 1930er Jahre, dort einen „Belthafen“ nach Dänemark zu bauen.

Burkhardt Schmidt Quelle: Kirchner

Eine Rückblende beginnt. Die Kinder vom Brink wissen aus dieser Zeit so gut wie gar nichts, nicht zuletzt, weil ihr Schulmeister ihnen im Geschichtsunterricht wichtige Kapitel unterschlagen hat und sogar behauptet, der Name Adolf Hitler sei ihm nicht bekannt. Welche Überraschung, als sie in seinem Keller einschlägige Literatur von damals finden, die diese Behauptung Lügen straft. Der Autor berichtet bei dieser Gelegenheit auch über die „braune Vergangenheit“ der Insel.

Eine verblüffende Wende ganz im Stile des Autors gibt es am Schluss für die Planungen des Belttunnels, die aber an dieser Stelle noch nicht verraten wird.

Das Buch „Die Kinder vom Brink“ hat 160 Seiten und ist bei Books on Demand erschienen. Es kostet zehn Euro. Der Autor Burkhardt Schmidt wurde 1954 in Puttgarden auf Fehmarn geboren, besuchte das Gymnasium in Burg und wohnte lange Jahre in Hamburg. Heute lebt er wieder auf Fehmarn. Das vorliegende Buch ist bereits sein sechstes Werk.

Von Michael Kirchner